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Pendler in Merching

18.01.2019

Lästiges Ratespiel am Merchinger Bahnhof

Der Zug kommt - aber wann. Die Fahrgastinformation am Merchinger Bahnhof schweigt sich seit Ende September aus.
Bild: Christina Riedmann-Pooch

Trotz Zusicherungen der Deutschen Bahn funktionieren die Anzeigetafeln noch immer nicht. Das ist vor allem bei Zugverspätungen  ein Problem.

Seit dem Sturm Ende September ist, wie berichtet, die Fahrgastinformation am Merchinger Bahnhof defekt: Keine funktionierende Uhr, keine Durchsagen, keine schriftlichen Verspätungsmeldungen auf dem Schriftband. Mittlerweile bekommt auch die Gemeinde Merching den Unmut der Fahrgäste verstärkt zu spüren.

Bürgermeister Martin Walch betont, dass er sich schon wiederholt bei der Bahn über die Missstände beschwert hat: „Einfluss auf die Reparatur haben wir jedoch überhaupt nicht“, erklärt er. Zum wiederholten Mal hakte die Gemeindeverwaltung Merching mittlerweile nach – und bekam jetzt von der zuständigen Stelle in München mitgeteilt, dass die Beschwerde über die defekte Fahrgastinformation am Merchinger Bahnhof nun mit höchster Dringlichkeitsstufe nach Berlin weitergeleitet werde.

Fahrgäste in Merching haben sich schon lange beschwert

An den Fahrgästen lag es sicher nicht, dass dieser Defekt so lange nicht behoben wird: Schon am 27. September lag, wie die Gemeinde informiert wurde, die erste Beschwerde vor und wurde an die zuständige Stelle in Berlin weitergeleitet. Auch dem Zugpersonal ist der Defekt hinreichend bekannt und ebenso, dass Beschwerden vorliegen. Schon im Dezember hieß es auf Anfrage unserer Zeitung von der Deutschen Bahnh: „Die Anzeiger wurden bei dem Sturm irreparabel zerstört und mussten neu bestellt werden. Da solche Anzeiger Einzelanfertigungen bzw. Kleinserien sind, müssen wir mit unseren Kunden eine gewisse Lieferzeit in Kauf nehmen. Anfang des Jahres soll hier alles wieder funktionieren.“

Geändert hat sich in Merching bisher nichts, obwohl das neue Jahr längst angebrochen ist. Zuletzt mussten die Fahrgäste wegen des Wintereinbruchs erneut Behinderungen durch den massiven Schneefall in Kauf nehmen. Zahlreiche Verspätungen waren die Folge – die Fahrgastinformation blieb weiterhin stumm.

Kaputte Bahn-Anzeige bereitet Merchings Eltern Sorgen

Bei der Gemeinde Merching häufen sich die Beschwerden. Betroffen sind auch viele Merchinger Kinder und Jugendliche, die mit dem Zug zur Schule fahren. Besorgte Eltern wissen nicht, wie sie auf die fehlenden Verspätungsinformationen reagieren sollen. „Man weiß nie: kommt der Zug jetzt noch in absehbarer Zeit, oder – was in letzter Zeit gerade Richtung Ammersee vorkam – fährt er denn auch bis zur gewünschten Station?“, berichten Betroffene.

„Es ist schon ein ungutes Gefühl, wenn man die Tochter losschickt, der Zug ist mit ihr abgefahren – und dann bekommt man einen Anruf von der Schule: wo das Kind ist“, schildert ein Vater. Seit diesem Vorfall hat sein Kind ein Handy für den Notfall dabei, obwohl die Eltern das gerade in der Schule bewusst nicht wollten. „ Mit ein wenig Information könnte man bei größeren Verspätungen auf das Warten in Kälte und Schneetreiben auch besser reagieren und sich die eine oder andere Erkältung sparen“, fügt der Vater hinzu.

Auch Pendler und andere Fahrgäste ärgern sich über den mangelnden Service, der besonders jetzt in der dunklen und kalten Jahreszeit doppelt unangenehm zu spüren ist. Dabei sind gerade unter ihnen einige, die aus Überzeugung Bahn fahren – aus Umweltschutzgründen, wie eine Pendlerin unterstreicht. „Allerdings ist es nicht nachvollziehbar, warum dieser Service mit der Fahrgastinformation so schlecht ist. Wir zahlen doch schließlich dafür!“, sagt sie.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: „Funkstille am Merchinger Bahnhof: Beschwerden bleiben erfolglos“.

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