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Friedberg

31.10.2020

Landesausstellung endet: Was passiert jetzt im Friedberger Schloss?

In wenigen Tagen endet die Bayerische Landesausstellung. Was kommt danach im Friedberger Schloss?
Bild: Mareike König (Archivfoto)

Plus Nach der Landesausstellung haben Schlossmanagerin und Museumsleiterin viel vor. Das gefällt im Kulturausschuss des Friedberger Stadtrats nicht allen.

Nur noch wenige Tage, bis die Bayerische Landesausstellung in Friedberg selbst Geschichte ist. Wie geht es dann weiter mit dem Wittelsbacher Schloss? Darüber gab es im Kultur- und Sportausschuss des Stadtrats eine kontroverse Diskussion.

Deutlich weniger Besucher als möglich dürfen unter Corona-Bedingungen in den Großen Saal des Friedberger Schlosses.
Bild: Ute Krogull (Archivfoto)

Im neuen Jahr wollen Museumsleiterin Alice Arnold-Becker und Schlossmanagerin Sonja Weinfurtner wieder voll durchstarten. Weinfurtner präsentierte dazu im Ausschuss ein Veranstaltungsprogramm, das vom Konzert der Liedermacherschule Sago am 15. Januar bis zur Weihnachtsshow "Swinging in the Snow" an drei Abenden im Dezember reicht. 45 Events sind im Rahmen des städtischen Kulturprogramnms geplant, für die zum Teil bereits der Vorverkauf im Bürgerbüro und beim AZ-Kartenservice läuft. Dazu gibt es 14 Trauungstermine im nächsten Jahr und 28 Buchungen für private Feiern.

Hygienekonzept für Veranstaltungen im Friedberger Schloss

"Wir blicken hoffnungsvoll auf den Neustart", sagte Sonja Weinfurtner - "wenn uns von der Pandemie kein Strich durch die Rechnung gemacht wird." Auf jeden Fall gibt es bereits ein Hygienekonzept für Veranstaltungen mit vorgegebenen Laufwegen und maximal 100 Besuchern im Großen Saal. Beim Ticketverkauf im Bürgerbüro werden die Namen für eine eventuelle Nachverfolgung von Infektionsketten erfasst. Wer online bucht, muss seine Daten beim Betreten des Schlosses angeben.

Auch Sonderausstellungen soll es im Schloss wieder geben. Diese steigern laut Museumsleiterin Arnold-Becker die Attraktivität enorm und sind nach den Erfahrungen der Stadt auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Bürgermeister Roland Eichmann ( SPD) berichtete von Gesprächen mit örtlichen Vertretern der Industrie- und Handelskammer, die nach den Erfahrungen mit der Landesausstellung dringend um eine Fortsetzung dieser Aktivitäten gebeten hätten.

Anders als früher soll es aber nicht mehr drei Sonderausstellungen pro Jahr geben, sondern nur noch eine. In Vorbereitung ist bereits die Schau über "Zeit in der Kunst". Zu sehen sein werden dabei Arbeiten des Friedberger Künstlers Fritz Schwimbeck, Salvador Dali, Max Beckmann und anderen. Zwischen Januar und April 2023 könnte eine archäologische Schau mit dem Titel "Zwischen Baiern und Schwaben. Das Lechtal im frühen Mittelalter" stattfinden, an der sich auch das Landesamt für Denkmalpflege, die Archäologische Staatssammlung, die Stadtarchäologie Augsburg und der Friedberger Heimatverein beteiligen. Für das Folgejahr wiederum möchte Alice Arnold-Becker in der Vorweihnachtszeit eine Teddybären-Ausstellung präsentieren.

Friedberger Grüne kritisieren Abschied vom Bürgerschloss

Der Nachteil dieser Pläne: Über Monate hinweg würden Rittersaal und Remise als Ausstellungsräume benötigt und für andere Veranstaltungen blockiert. Marion Brülls (Grüne) kritisierte dies als Grundsatzentscheidung, mit der sich der Stadtrat immer mehr vom Konzept des Bürgerschlosses entferne. Ein Viertel des Jahres würde eine Nutzung dieser Räume durch die Bürger verhindert, und die horrenden Mieten könnten sich ohnehin nicht viele leisten.

Rittersaal und Remise stehen wegen der Wechselausstellungen künftig über Monate nicht für andere Zwecke zur Verfügung
Bild: Ute Krogull (Archivfoto)

Bürgermeister Eichmann erinnerte daran, dass Rittersaal und Remise schon im Jahr 2013 für eine museale Nutzung vorgesehen worden seien. "Ist das Bürgerschloss nur dann ein Bürgerschloss, wenn dort Häkelkurse stattfinden?", fragte er. Auch die Ausstellungen seien für die Bürger da.

Einwände gab es aber auch von den Parteifreien Bürgern. "Wir wissen nicht, wie es weitergeht", sagte Wolfgang Rockelmann. Seinem Vorschlag, zunächst nur die drei Ausstellungen bis zum Jahr 2024 zu beschließen und keine Festlegungen einer jährlichen Ausstellung auf alle Zeit vorzunehmen, fand jedoch keine Mehrheit.

Mit einer archäologischen Sonderausstellung will Museumsleiterin Alice Arnold-Becker an die eigenen Bestände anknüpfen.
Bild: Andreas Schmidt (Archivfoto)

Stadt Friedberg verliert Geld aus Vermietung

Florian Wurzer (CSU) bezeichnete das Konzept der Museumsleiterin als sehr überzeugend. Zwar würden dadurch Räume blockiert, mit deren Vermietung die Stadt Geld einnehme. Andererseits lebe das Museum auch von so hochwertigen Ausstellungen. Sabine Mergle (SPD) sagte, dass trotz der Sonderausstellungen noch genügend Veranstaltungen im Schloss möglich seien.

Eva Bahner (Grüne) kritisierte, das man mit den geplanten Themen keine neue Besuchergruppen ansprechen ließen. Sie plädierte für gesellschaftskritische Schwerpunkte. Museumsleiterin Arnold-Becker entgegnete, dass die Ausstellungen an die Friedberger Sammlungen anknüpften. "Muss man in Friedberg zeigen, was auch Museen in Hamburg, München oder Berlin zeigen?", fragte sie.

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