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Friedberg

09.09.2015

Landkreis springt im Notfall ein

Möglicherweise geht die Notfall-Erstaufnahme noch einmal in Verlängerung.
Bild: Andreas Schmidt

Wahrscheinlich kommen in der ersten Schulwoche noch einmal Flüchtlinge in der Sporthalle des Gymnasiums unter. Dann soll dort aber endgültig Schluss sein.

Von Andreas Schmidt

Voraussichtlich bekommen Friedberger Gymnasiasten in ihrer ersten Schulwoche jetzt doch Flüchtlinge als unmittelbare Nachbarn auf ihrem Schulgelände. Landkreis und Schule stellen sich jetzt darauf ein, dass die Notfall-Erstaufnahme in der Sporthalle des Gymnasiums ab Montag noch einmal belegt wird. Das entsprechende Angebot des Landkreises an die zuständige Regierung von Schwaben steht. Endgültig entscheidet es sich aber erst die nächsten Tage, ob noch einmal Busse mit neu eingetroffenen Asylsuchenden in der Rothenbergstraße vorfahren. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, weil derzeit so viele Flüchtlinge in Bayern eintreffen wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Es wäre die dritte Woche in Folge

Landkreis springt im Notfall ein

Bis zum Wochenende werden die derzeit in der Sporthalle untergebrachten knapp 250 Asylsuchenden – vor allem Syrer, Afghanen und Iraker – im Bundesgebiet weiter verteilt sein. Dies kündigt das Landratsamt in einer Pressemitteilung an. Damit könnte die provisorische Unterkunft für die dann dritte Belegung vorbereitet werden. Dabei war Landrat Klaus Metzger vor zwei Wochen noch davon ausgegangen, dass die Notfall-Erstaufnahme nur für eine Woche befristet bleibt. Daraus werden nach dem Wechsel am vergangenen Wochenende zwei Wochen und eine dritte könnte nun folgen.

Dies begründet Landrat Klaus Metzger so: „Nach wie vor ist flexibles, solidarisches Handeln angezeigt.“ Der Landkreis Aichach-Friedberger will demnach anderen Landkreisen in Schwaben bei der Erstaufnahme etwas Luft verschaffen. Zumal sich die Abläufe bei medizinischer Erstuntersuchung, Registrierung, Unterbringung und Verpflegung in Friedberg eingespielt haben. Dies bestätigt Rotkreuz-Rettungsdienstleiter Thomas Winter. Ein Geschäftsführer aus einem anderen Rotkreuzkreisverband hat deshalb schon in Friedberg vorbeigeschaut.

Dadurch dass der Landkreis sich zum dritten Mal in Folge zur Erstaufnahme bereit erklärt, verspricht man sich im Landratsamt selber ein Zeitpolster, bis man wieder mit einer Erstaufnahme dran ist. Die Zeit will man in Aichach nutzen, um bis zum nächsten Mal eine feste Einrichtung auf die Beine zu stellen. Provisorien mit möglichen Einschränkungen des Schulbetriebs sollen dadurch vermieden werden.

Abgetrennt vom übrigen Schulgelände

Die Notfall-Erstaufnahme würde komplett vom übrigen Schulgelände abgetrennt. In der ersten Schulwoche wären die Einschränkungen des Schulsports durch die belegte Halle laut Landratsamt „wohl nicht allzu gravierend.“ Der übrige Schulbetrieb bliebe unbeeinträchtigt.

Landrat Metzger verdeutlicht aber auch, dass nach drei Wochen Erstaufnahme in der Schulturnhalle endgültig Schluss sein muss. Der Landkreis habe damit mehr als seine Pflicht erfüllt. Ehrenamtliche Helfer hätten „überwältigend Beeindruckendes“ geleistet. „Das geht aber nicht unbegrenzt so weiter“, sagt der Landrat.

Ehrenamtliche sind vermutlich eine weitere Woche gefordert. Die Bereitschaft zu helfen, ist weiterhin groß. Gestern wurde den Flüchtlingskindern ein Spielenachmittag angeboten. Überwältigt ist man beim Landkreis und der Stadt Friedberg von der Spendenbereitschaft der Bürger. Auch für mögliche Neuankömmlinge in der kommenden Woche würden die Spenden ausreichen. Weil die Lagermöglichkeiten ausgeschöpft sind, bitten Landkreis und Stadt darum, vorerst keine Sachspenden mehr zur Erstaufnahme, Caritas und zum Roten Kreuz zu bringen.

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