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Kissing

14.11.2017

Langes Warten aufs schnelle Internet in Kissing

Die Anwohnern Doris Tesch kann noch lachen. Aber in den vergangenen Monaten hat sie sich auch sehr geärgert. Eigentlich sollte das schnelle Internet am Gewerbering in Kissing bereits Ende 2016 kommen.
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Die Anwohnern Doris Tesch kann noch lachen. Aber in den vergangenen Monaten hat sie sich auch sehr geärgert. Eigentlich sollte das schnelle Internet am Gewerbering in Kissing bereits Ende 2016 kommen.

Im Gewerbering hat Vodafone im März die Straßen aufgerissen. Seitdem rumpeln die Anwohner mit ihren Autos über kantige Gräben. Die Netzanschlüsse stehen immer noch nicht bereit.

Die Staatsregierung rühmt sich gerne damit, den Breitbandausbau in Bayern schnell voranzutreiben. Jedoch verläuft die Umsetzung vor Ort nicht immer so reibungslos, wie versprochen. Das wird zurzeit in Kissing im Gewerbering deutlich.

Dort will das Unternehmen Vodafone den Anwohnern schnelles Internet bieten. Jedoch wartet Doris Tesch schon lange auf den versprochenen Breitband-Anschluss. „Seit März ist unser Ortsteil eine einzige Baustelle und ein Abschluss der Arbeiten ist bis heute nicht erkennbar“, sagt sie.

Ursprünglich hieß es, dass der Betreiber die Haushalte am Gewerbering Ende 2016 ans Netz nehmen will. Dann schrieben Vodafone-Vertreter, dass sich das ganze verzögert und die Inbetriebnahme Ende März diesen Jahres erfolgt. Wie Tesch schildert, begannen aber erst zu diesem Zeitpunkt die Arbeiten. Das Unternehmen ließ die Straßen aufreißen. Auch unmittelbar vor den Garagen einiger Anwohner. Doris Tesch rumpelt selbst seit mehreren Monaten mit ihrem Auto über Holzbretter, die sie provisorisch in die Löcher gelegt hat.

Überhaupt ist der Gewerbering an mehreren Stellen aufgerissen. Gräben ziehen sich teilweise quer über die Fahrbahn. Zeitweise waren sie laut Tesch nur mit Kies gefüllt. Die meisten sind zwar inzwischen mit Asphalt ausgebessert, aber es fehlt eine Tragschicht. Folglich müssen die Anwohner mit ihren Autos über Kanten fahren. „Der Stand der Arbeiten ist nahezu unverändert“, sagt Tesch. Einmal habe ihr ein Vodafone-Vertreter mitgeteilt, dass die Hausanschlüsse ab dem 30. Oktober zur Verfügung stehen. Doch seitdem ist wieder nichts geschehen.

Kurioserweise erhielt Tesch – zuletzt im August – von Vodafone Broschüren, in der das Unternehmen mit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 150 Megabyte pro Sekunde wirbt. „Die kamen anscheinend aus einer anderen Abteilung“, sagt die Kissingerin. Ihr Internetanschluss gibt zurzeit etwa neun Megabyte her. Tesch ist in München angestellt, arbeitet aber auch von zu Hause aus. „Wenn ein Windows-Update kommt, muss ich mich entscheiden, ob ich es hochlade oder weiter arbeite. Beides gleichzeitig geht nicht“, sagt sie.

Tesch fühlt sich von Vodafone, aber auch von der Gemeinde Kissing allein gelassen. „Die reagiert auch nur, wenn ich eine E-Mail schreibe.“

Bürgermeister Manfred Wolf sagt, dass es sich bei dem Auftrag an Vodafone nicht um ein Fördergebiet handelt, die Gemeine also keine öffentlichen Mittel bekommt. Vielmehr betreibe das Unternehmen des Ausbau selbst. „Wir schauen den Firmen schon auf die Finger, wir sind aber nicht für eine Beschleunigung zuständig“, sagt Wolf. Der Ausbau am Gewerbering sei suboptimal verlaufen. „Wir als Gemeinde sind aber im Grunde auch ein Opfer, weil unsere Straßen aufgerissen werden.“ Wolf sagt aber, dass das Unternehmen ihm zugesagt habe, die Arbeiten bald abzuschließen.

Auf Anfrage erklärt Vodafone-Sprecher Volker Petendorf, dass bis Ende November alle offenen Straßen in Kissing geschlossen und mit einer Tragschicht versehen werden sollen. In Bayern herrsche ein großer Nachholbedarf beim Thema Breitbandausbau. „Die Tiefbauunternehmen haben volle Auftragsbücher. Die kommen nicht hinterher mit den Aufträgen“, sagt er. Daher habe sich die Maßnahme in Kissing verzögert.

Insgesamt umfasst der Auftrag des Internetanbieters 108 Anschlüsse in der Gemeinde auf verschiedene Straßen verteilt. 68 davon seinen umgesetzt. „Die Verlegung des Kabelnetzes auf öffentlichen Grund ist vollständig abgeschlossen und 91 Prozent der Flächen sind wieder geschlossen“, sagt Petendorf. Bei 40 Häusern müsse noch auf privatem Grund ein Anschluss gelegt werden. Laut dem Vodafone-Sprecher sollen diese Arbeiten bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, wenn das Wetter mitspielt. Ansonsten sollen die Häuser spätestens im Frühjahr schnelles Internet haben.

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