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Ried

15.10.2020

Leichtathletik-Porträt: So tickt Allrounderin Sabrina Mayer

Sabrina Mayer von der DJK Friedberg war 2020 sehr erfolgreich.
Bild: Ludwig Stuffer

Plus Sabrina Mayer, 17, gehört zu den besten Leichtathleten im Kreis. Für die DJK Friedberg war die Riederin 2020 sehr erfolgreich. Ein Wermutstropfen bleibt.

Erst knackte Sabrina Mayer ihre persönliche Bestzeit über die 100 Meter, dann auch noch ihre Bestmarke beim Hürdenlauf. Der größte Traum der 17-Jährigen aus Ried ist aber die Teilnahme an den deutschen Meisterschaften. Wenn die rund 1,75 Meter Sportlerin von ihrer größten Leidenschaft erzählt, strahlen ihre Augen. Die angehende Abiturientin trainiert im Stadion an der Rothenberg-Anlage, denn Mayer startet für die DJK Friedberg. Die junge Sportlerin hat ein emotionales Jahr hinter sich.

Schon im Alter von acht Jahren nahm sie an Wettkämpfen teil. Begonnen hat sie mit 50-Meter-Sprint, 800-Meter-Lauf, Weitsprung und Ballwerfen. Hochsprung liege ihr nicht so sehr, gehört aber ebenfalls zum Siebenkampf mit dazu. Als sie dann in die Leistungsgruppe kam, lag ihr Fokus nach wie vor auf dem Sprint. Normalerweise sind bei ihrem Trainer Heinz Schrall bereits Erwachsene in dieser Gruppe. Sabrina Mayer ist sein jüngster Schützling.

Schon als kleines Kind habe sie sich immer bewegt. Zuerst probierte sie es mit dem Tanzen und dem Kinderturnen. Das Tanzen gefiel ihr dann aber gar nicht, mit dem Turnen hätte sie sich anfreunden können. „Das fand ich immer cool, aber ich wollte trotzdem lieber um die Wette laufen. Mit diesem Ansporn kam ich zur Leichtathletik und habe mir einen Verein gesucht“, erzählt die Schülerin, die 2021 ihr Abitur am Gymnasium in Mering macht. Ihre Zwillingsschwester ist lieber zum Tanzen gegangen. Mit ihrem älteren Bruder Nico hat sich Sabrina Mayer immer gerne gemessen.

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Sabrina Mayer von der DJK Friedberg ist sehr erfolgreich.
Bild: Sabine Roth

So trainiert Leichtathletin Sabrina Mayer

Begonnen hat Mayer mit der Leichtathletik im Alter von sieben Jahren beim Kissinger SC. Weil sie in Ried wohnt, war das der nächstgelegene Verein für sie. Als sie aber dann in Friedberg mehr Freunde hatte, wechselte sie nach ein paar Jahren zur DJK Friedberg. Zuerst war sie in der Jugendgruppe, inzwischen trainiert sie in kleinen Grüppchen, in der Regel zu zweit oder zu dritt. Ihre Trainerin ist Sonja Schenzinger. Parallel dazu kam Mayer als Jüngste zu Heinz Schrall in die Leistungsgruppe. Und bei Annette Millekat trainiert sie an ihren Wurfdisziplinen. Auf die Frage, ob ihr das nicht zu viel werde, antwortet sie: „Früher war ich viermal in der Woche hier auf dem Platz, inzwischen fünfmal.“ Vor dem Wettkampf ist immer ein Tag Pause. Und während der Coronapause verlegte sie ihr Training nach Hause. In dieser Zeit stand sogar sechsmal wöchentlich Sport an.

Nun wird das aber schwieriger, denn Abiturvorbereitung und Training müssen erst einmal unter einen Hut gebracht werden. Auch in der Schule ist Sabrina Mayer sportlich unterwegs, wählte sie unter anderem Sport als Abiprüfungsfach. Was sie danach studieren möchte, weiß sie noch nicht. Es sollte aber etwas im Bereich Betriebswirtschaft und Management sein.

Die Vielfalt bei der Leichtathletik habe ihr von Anfang an sehr gut gefallen. Vergangenes Jahr hat mayer ihren ersten Siebenkampf absolviert. Darunter fallen die Disziplinen Weitsprung, Hürdenlauf, 100-Meter-Lauf, 800-Meter-Lauf, Speerwerfen, Kugelstoßen und Hochsprung. Ihre größten Erfolg feierte die 17-Jährige in diesem Jahr gegen Saisonende in Germering, als sie die 100 Meter in der U18 in Bestzeit gelaufen war. Sie verbesserte sich von 12,92 auf 12,67 Sekunden und wurde damit Zweite – und das in einem großen Teilnehmerfeld. Außerdem siegte sie im Weitsprung mit 5,20 Metern.

Leichtathletik: So vereint die Riederin Schule und Sport

Dennoch war 2020 kein leichtes jahr für die Nachwuchs-Sportlerin. „So viele Hoch und Tiefs musste ich noch nie überwinden.“ Der Grund: Corona machte ihr einen Strich bezüglich ihres großen Traums, einer Teilnahme an den deutschen Meisterschaften, durch die Rechnung. Über mehrere gute Einzelergebnisse wollte sich die Riederin für die nationalen Titelkämpfe qualifizieren. Durch die Pandemie fielen aber einige Veranstaltungen aus und am Ende wurde die 17-Jährige trotz guter Leistungen nicht zugelassen.

Ihre beste Hürdenzeit sprang sie in Regensburg mit 14,79 Sekunden und verbesserte sich um fast sieben Zehntel. An der Qualifikationsnorm für die deutschen Jugendmeisterschaften schrammte Mayer dennoch knapp vorbei. Beim Horgauer Abendsportfest kam sie mit einer neuen Bestleistung von 9,84 Metern im Kugelstoßen ihrem Saisonziel von zehn Metern sehr nahe und belegte Platz drei.

Ihre Bilanz für 2020: „Die Saison ist gut gelaufen. Trotz der Enttäuschung, dass ich bei den deutschen Meisterschaften nicht dabei sein konnte.“ Trainer Heinz Schrall freut sich, mit Sabrina Mayer eine Spitzenathletin in seinem Team zu haben: „Sie ist ein Nachwuchstalent mit viel Begabung und einem außerordentlichen Trainingsfleiß.“ Nächstes Jahr liegt Mayers Fokus zwar auf dem Abitur, aber für 2022 ist Schrall zuversichtlich, dass die Riederin durchstarten wird.

Sportporträt: Fünf Fragen an Sabrina Mayer

Wen möchten Sie gerne einmal kennenlernen oder treffen?

Pamela Dutkiewicz, die beste deutsche 100-Meter-Hürdenläuferin. Sie fasziniert mich. Aber auch die britische Athletin Katarina Mary Johnson-Thompson, das ist die beste Siebenkämpferin.

Mit welcher Sportart können Sie gar nichts anfangen?

Mit Schach kann ich gar nicht anfangen. Da sitzt man nur rum. Alle Sportarten mit Bewegung gefallen mir.

Womit kann man Sie so richtig auf die Palme bringen?

Mit Ignoranz und Verständnislosigkeit. Etwa wenn man mir nicht zuhört, obwohl man mich gefragt hat.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Mein Perfektionismus, der nimmt mir viel Energie. Ich höre auch zu viel auf andere Leute und setze mich dadurch unnötig unter Druck. Zudem möchte ich es allen recht machen.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Trust the process. Das bedeutet, alles möge so kommen, wie es kommen soll. Daran glaube ich.

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