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Unternehmen in Mering

15.02.2018

Leuchtenproduktion ist größtenteils umgezogen

Im Firmengebäude von Ludwig Leuchten in Mering wird nicht mehr produziert.
Bild: Elisa Glöckner

Die Meringer Firma Ludwig hatte beim Umzug nach Bergen mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Auch bei den Abfindungen für die 80 gekündigten Mitarbeiter gibt es noch keine Einigung.

Es war für viele ein Schock, als die Meringer Firma Leuchten Ludwig mitteilte, dass sie ihre gesamte Produktion nach Bergen bei Dresden verlegen wolle. Dort befindet sich schon seit vielen Jahren ein zweiter Standort des Unternehmens. Eigentlich hätte der Umzug schon zum Jahreswechsel weit gehend abgeschlossen sein sollen. Doch es erwies sich als schwierig, die Spezialmaschinen am neuen Standort zum Laufen zu bringen. Und auch die Verhandlungen über die Abfindung der gekündigten Meringer Mitarbeiter blieben bisher ohne Ergebnis. Der nächste und möglicherweise abschließende Termin vor der Einigungsstelle ist Ende Februar.

Rund 80 Mitarbeiter in Mering verlieren durch die Verlagerung ihre Stelle. Die Kündigungen gingen Ende August heraus, bei den meisten dauert die Kündigungsfrist wegen der langjährigen Betriebszugehörigkeit noch bis Ende März. Wie Geschäftsführer Florian Möckel erklärt, hat jedoch jetzt schon gut die Hälfte der Betroffenen eine neue Arbeitsstelle gefunden. Am schnellsten seien die Facharbeiter untergekommen, aber auch ungelernte Arbeiter hätten eine Anstellung gefunden. „Das freut uns natürlich sehr“, sagt der Geschäftsführer. Angesichts der guten Arbeitsmarktlage sei die Produktion in Mering auf diese Weise sogar schneller zum Erlahmen gekommen, als ursprünglich geplant. Mittlerweile ist es in den Hallen und den Büroräumen in der Frühlingsstraße nämlich deutlich ruhiger geworden. Nach Ablauf der Kündigungsfristen soll die Produktion hier komplett eingestellt werden.

Schon jetzt sind alle größeren Maschinen nach Bergen umgezogen. Gearbeitet wird am alten Standort Mering derzeit noch in der Lackiererei. Doch auch hier wurden Spezialteile abgebaut und nach Bergen gebracht. Die braucht es beispielsweise, um die großen Lack-Kontrollleuchten für die Automobilindustrie zu fertigen. Im Dezember wurde als letzt große Maschine der Kleb- und Schäum-Roboter von Kuka verlegt. Dieser kommt vor allem bei so genannten Reinraum-Leuchten zum Einsatz, die für die Arbeit in Laboren und Krankenhäusern gebraucht werden. Der Roboter bringt besonders exakt beispielsweise antibakteriellen Dichtungsschaum auf. „In diesem Segment haben wir ein gutes Wachstum. Da ist jeder Raum eigentlich eine Spezialanfertigung“, sagt Möckel. Dies sei für den Leuchtenhersteller ein wichtiges Standbein. Denn bei den Massenprodukten mit Fertigung in China könne der deutsche Leuchtenspezialist nicht konkurrieren.

Neue Mitarbeiter in der Verwaltung gesucht

Bereits im Sommer und Herbst ließ die Firma Ludwig die Stanz- und Lasermaschinen sowie die Biegemaschine nach Bergen transportieren. Wie Möckel berichtet, kam es hier zu einigen Schwierigkeiten. Obwohl das Unternehmen extra Spezialfirmen einsetzte, brauchten diese wesentlich länger als geplant, um die Maschinen in Bergen wieder zum Laufen zu bringen. Dadurch verzögerten sich die Schulungen der dortigen Mitarbeiter und die Aufnahme des normalen Betriebs. „Das war nicht gut. Wir haben sogar einige Lieferfristen versäumt. Doch jetzt läuft alles wieder“, sagt der Geschäftsführer. Man habe in Bergen bereits 20 neue Mitarbeiter eingestellt und produziere wie geplant im Zweischicht-Betrieb.

Mering dagegen bleibt auch für die Zukunft der Standort für die gesamte Verwaltung. Dazu gehören unter anderem Produktentwicklung, Vertrieb und Marketing. Rund 30 Menschen arbeiten hier derzeit. „Wir suchen in der Verwaltung sogar neue Leute, es gibt Stellen in der Konstruktion, im Produktmanagement, im Einkauf und im Vertrieb sowie Projektmanagement“, sagt Möckel. Wenn der Umzug der Produktion abgeschlossen ist, stehen große Teile des Ludwiggebäudes leer. Die Firma möchte dann sowohl die rund 26000 Quadratmeter an Produktionshallen wie auch einen abtrennbaren Bürotrakt von rund 400 Quadratmetern im ersten Stock vermieten.

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Die Diskussion ist geschlossen.

17.02.2018
Sehr geehrte Frau Frey, haben sie Herrn Möckel auch gefragt warum die Firma sind viele neue Leute für die Verwaltung suchen?? Es haben nämlich in den letzten Monaten sehr viele das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen. Natürlich sagt das Herr Möckel nicht dazu. Sprechen sie doch Herrn Möckel bei ihrem nächsten Interview auf die Höhe Fluktuation der letzten Monate in den Verwaltungsabteilungen an. Bin sehr gespannt was er Ihnen als Gründe dafür nennt. Meinen Kommentar zu seiner Stellungnahme werde ich dann gerne wieder abgeben.
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