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11.11.2019

Literaturkreis liest 100 Bücher in neun Jahren

Martina Großhauser (Mitte) ist Gründungsmitglied des Kissinger Literaturkreises und moderierte die Besprechung des Buches „Winter in Maine“.
Bild: Heike Scherer

In der Kissinger Bücherei gibt es eine monatliche Buchbesprechung. Diesmal war „Winter in Maine“ dran

Es passiert im Norden Amerikas, an der Grenze zu Kanada, wo Julius Winsome alleine in einer Hütte mit seinem Pitbullterrier Hobbes und 3282 Büchern lebt. Plötzlich wird sein Hund erschossen, der große Schmerz veranlasst ihn zu einem Rachefeldzug gegen Jäger. Der Roman des in Irland geborenen Schriftstellers Gerard Donovan, der jetzt im Norden von New York lebt, stand bereits zum zweiten Mal auf dem Programm des Kissinger Literaturkreises, der sich jeden ersten Montag im Monat um 20 Uhr in der Bücherei trifft. Er ist das 100. Buch seit Bestehen des Literaturkreises.

Am 9. November 2010 traf sich der Literaturkreis Kissing zum ersten Mal, erinnerte Büchereileiterin Petra Scola die 22 Besucher. Zu den Gründungsmitgliedern, die immer noch dabei sind, zählen Martina und Constanze Großhauser, Annette Hartmond und Monika Weithmann-Kraus.

Bevor die Besprechung begann, zeigte die gebürtige Amerikanerin Donna Bartl Fotos von ihrer viertägigen Reise durch Maine, die sie im August mit ihrer Tochter gemacht hatte.

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Moderatorin Martina Großhauser erzählte, dass der Autor Philosophie und Germanistik studiert und auch in Deutschland gelebt hatte. Er habe ebenfalls einen Pitbullterrier namens Hobart und lebe seit den 90er- Jahren in den Wäldern nördlich von New York. Sein zweiter Roman „Winter in Maine“ wurde 2008 zum Buch des Jahres gewählt. Erika Young, die drei Jahre in Massachusetts gelebt hatte, gefielen die Landschaftsbeschreibungen, nicht aber die Geschichte eines kaltblütigen Mörders, der wegen seines Hundes Selbstjustiz übt.

Alle Teilnehmer lobten die Sprache und den Schreibstil, der sie fesselte. Aber die psychische Entwicklung der Hauptperson konnten sie nur schwer ertragen. Gisela Sperl bezeichnete ihn als „Psychopathen, der aus lauter Zorn und Hass austickt“. Für Anita Wolf sei er ein gebildeter Mensch gewesen, der durch den Tod des Hundes stark verletzt wurde. Wie ein Amokläufer, der seine Taten überlegt und plant, empfand Gisela Gruber die Hauptperson des Romans. Eindringlich, mitreißend, ein tolles Buch, sagten viele, so auch Büchereileiterin Petra Scola. Sie hatte das Buch an einem einzigen Samstag gelesen. Manche konnten das Buch aber nur mit Pausen lesen, weil sie nach dem ersten Mord fassungslos, sogar schockiert waren. Wie kann ein Pazifist zum Mörder werden, hat er keine Gewissensbisse oder denkt an die Familien, die ihren Vater verlieren? Die Frage, warum ein Autor so ein Thema wählt, kam auch zur Sprache.

Der Literaturkreis ist eine geschlossene Gruppe und findet immer am ersten Montag des Monats um 20 Uhr statt. Wer Interesse hat, kann sich bei Büchereileiterin Petra Scola informieren, ob ein Platz frei ist.

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