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Buchpräsentation in Friedberg

08.10.2014

Loslesen im fertigen Friedberg-Roman

Sarah Bürger (links) und Regina Müller hießen die Besucher der Buchpräsentation im Schloss willkommen und verabschiedeten sie später mit Äpfeln.
Bild: Andreas Schmidt

Es ist spannend, was Gymnasiasten über junge Leute der Gegenwart und Vergangenheit geschrieben haben

Von Andreas Schmidt

Die künftigen Leser saßen bei der Buchpräsentation dort, wo der Roman teilweise spielt: Im Museum im Friedberger Schloss muss Hauptfigur Max vor dem Umbau aushelfen. Damit soll er wieder gut machen, dass er draußen als Sprayer auf das historische Köpfhäusl Graffiti gesprüht hat. Sein Vater ist alles andere als begeistert, als er davon in der Friedberger Allgemeinen liest. Den Autoren merkt man an, dass sie etwas vom Knatsch zwischen Heranwachsenden und ihren Eltern verstehen. Es wirkt authentisch, was 30 Elftklässler in Deutsch-Projektseminaren des Friedberger Gymnasiums über die Jugend der Gegenwart geschrieben haben. Spannung gewinnt ihr Buch dadurch, dass es auch in schweren Zeiten des 30-jährigen Krieges spielt. Das Autorenteam zeigt, dass es auch 1632 junge Leute mit Hoffnungen, Träumen und Ängsten gab – so wie das Liebespaar Marie und Johannes, das sie sich ausgedacht haben.

Das Interesse an dem druckfrischen Roman „Burning Memories“ (Brennende Erinnerungen) war groß. Bei der Buchvorstellung, zu der Schule und Stadt gemeinsam eingeladen hatten, war die Schloss-Remise voll besetzt. Schulleiter Bernhard Gruber gestand, dass er anfangs etwas skeptisch war – allerdings nur wegen der finanziellen Risiken. Immerhin wurden 1000 Exemplare gedruckt. Doch eine Ausfallbürgschaft durch den Verein der Gymnasiums-Freunde glättete die Sorgenfalten.

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Verleger Wolfgang Schröck-Schmidt hatte eh keinerlei Bedenken: „Wie kriegen das Buch an den Mann. Darauf können sie sich verlassen.“ Bürgermeister Roland Eichmann rührte die Werbetrommel: „Das braucht man als Friedberger im Bücherregal.“ Er war dann auch der Erste, der ein Exemplar kaufte und es sich signieren ließ.

Noch vor der Buchvorstellung bekamen die 30 Gymnasiasten ihre Exemplare überreicht. Viele ließen ihre Mitautoren unterschreiben. Es war gar nicht so einfach, alle Unterschriften zusammen zu bekommen. Komplimente gab es von Autorin Carola Kupfer, die das Projekt als Schreibcoach begleitet hatte: „Ich bin von meinen jungen Kollegen begeistert.“ Imponierend fand es die Schriftstellerin, wie die Schüler das für sie eher sperrige Thema 30-jähriger Krieg aufgearbeitet und in der Gegenwart verankert hatten.

Zwei Schuljahre hatte die Gymnasiasten das Projekt begleitet – dabei unterstützt und gefördert von den Lehrerinnen Sabine Ohms und Martina Raab. Die beiden bescheinigten ihren jungen Autoren somit viel Durchhaltevermögen. Den Schülern hatte es viel Spaß gemacht, auch das schreiben zu dürfen, was sie wollten. Dafür taten sie sich zu Dreierteams zusammen, schrieben teilweise aber auch einzeln. Viel diskutiert wurde insbesondere darüber, wie der Roman enden sollte.

Das Ende wurde natürlich nicht verraten. Doch bei ihrer Lesung weckten die jungen Autoren die Neugier der Zuhörer. Was die beiden Zeitebenen in dem Roman miteinander verbindet, blieb offen. Eine Rolle scheint ein geheimnisvolles Zeichen in einem Brauereikeller zu spielen.

Als Friedberger findet man sich in dem Roman zurecht. Die Schauplätze sind präzise beschrieben vom historischen Gemäuer bis zum Chaos im Jugendzimmer. Die Rechercheteams haben gute Arbeit geleistet. Das zeigt sich auch bei Szenen vom historischen Altstadtfest. Die Wortwahl des Stadtwachenanklägers ist exakt getroffen: „Wir haben ihn zu seiner Schande durch die Stadt gekarrt.“ Bei der Bäckertaufe im Buch wird übrigens Apotheker Hannes Proeller getunkt. Ihm ist das schon im richtigen Leben passiert.

Am Ende der Buchpräsentation versprach Moderatorin und Mitautorin Ruth Vogl den Gästen: „Es bleibt spannend. Wird Max dem Geheimnis des Zeichens auf die Spur kommen?“ 

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