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Stadtentwicklung 

14.05.2018

Marienplatz: Im Freien essen oder lieber gut parken?

Der Gambrinus-Keller am Marienplatz möchte seine Außenfläche erweitern. Dafür würden die beiden Parkplätze rechts wegfallen.
Bild: Ute Krogull

Der Wirt des Gambrinus-Kellers am Marienplatz Friedberg möchte seinen Außenbereich erweitern. Im Bauausschuss entwickelt sich  eine Grundsatzdebatte.

Soll rund um den Marienplatz mehr Raum für Freiluftgastronomie geschaffen werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Friedberger Bauausschuss. Anlass war ein Antrag des Wirtes des Gambrinus-Kellers. Dieser möchte seinen Außenbereich an der Ecke Marienplatz/Friedberger Berg erweitern. Als Grund führt er Wirtschaftlichkeit an. In seinem Antrag rechnet Ahab Sabet „Andrea“ Massoud vor, dass sich beim durchschnittlichen Umsatz einer Pizzeria die Bewirtschaftung der momentan 24 Plätze nicht lohne. Der Service sei für den Gambrinus-Keller schwierig, weil die Freifläche nicht direkt an das Restaurant angebunden ist. Massoud möchte daher weitere 16 Sitzplätze schaffen. Dafür würde er aber die beiden Parkplätze benötigen, die an die Außenfläche angrenzen. Und genau an diesem Punkt schieden sich in der Sitzung die Geister.

Die Stadtverwaltung hatte im vergangenen Jahr den ersten Antrag des Wirtes abgelehnt. Sie darf nämlich laut einem Beschluss des Bauausschusses aus dem Jahr 2015 ausschließlich dann die Genehmigung für eine Sondernutzung als Freischankfläche erlauben, wenn nur ein Parkplatz wegfällt. Außerdem rechnete sie vor, dass Massoud auf den bestehenden 30 Quadratmetern durchaus 35 Sitzplätze unterbringen könne. Doch der Gastronom mit ägyptischer und italienischer Staatsangehörigkeit gab nicht auf.

Seitens der CSU machte Thomas Kleist daher nun in der Sitzung einen Kompromissvorschlag. Man solle die Fahrgasse auf dem Marienplatz ändern, sodass vor dem künftigen Außenbereich ein neuer Parkplatz entsteht und somit insgesamt nur ein Parkplatz wegfällt. Wolfgang Rockelmann (Fraktionsgemeinschaft Parteifreie Bürger, FDP, ÖDP) zeigte sich zwiegespalten. Er betonte, für eine lebendige Altstadt seien Ambiente, Geschäfte bzw. Lokale und Anwohner wichtig. Daher forderte er Ideen, wie sich der wachsende Parkplatzsuchverkehr in den Seitengassen verringern lässt. Jakob Eichele von den Freien Wählern war ebenfalls skeptisch – wegen der Parkplätze einerseits, aber auch, weil das Lokal Magistrat auf der anderen Straßenseite (Ecke Bauernbräustraße/Friedberger Berg) ebenfalls gerne mehr Plätze draußen einrichten möchte.

Bürgermeister Roland Eichmann, SPD, erkennt das Anliegen des Restaurantbetreibers an, weiß aber auch um die Probleme der Anwohner. Der Parkdruck sei hoch. Außerdem würde seiner Meinung nach durch den Lösungsansatz der CSU ein Flaschenhals für den Verkehr entstehen, der sich vor allem beim Wochenmarkt am Freitag negativ bemerkbar machen würde.

Der Gambrinus-Keller erhielt auch pure Unterstützung. So sagte Roland Fuchs (SPD), die Aufenthaltsqualität müsse bei diesem „heißen Thema“ Vorrang haben. Man solle die Chance nutzen. In den Tiefgaragen gebe es genug freie Parkplätze. Claudia Eser-Schuberth von den Grünen argumentierte, man müsse sich eigentlich über die Anfrage freuen. „Wir haben oft diskutiert, dass der Marienplatz diesen Zustand nicht verdient.“ Momentan sei er ein „Blechfriedhof“.

Letztlich erhielt die Stadtverwaltung den Auftrag zu prüfen, ob es die Möglichkeit gibt, vor der potenziellen Erweiterungsfläche des Gambrinus-Kellers einen neuen Parkplatz zu schaffen. Fuchs erinnerte in diesem Zusammenhang an den Gestaltungswettbewerb für den Bereich. Diesem zufolge wäre das Areal nahezu autofrei. „Doch das werde ich wohl nicht mehr erleben“, unkte der 75-Jährige.

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