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Merching

25.11.2019

Markus Storch will 2020 in Merching als Bürgermeister ins Rathaus einziehen

Markus Storch kandidiert in Merching für das Bürgermeisteramt.
Foto: Doris Christian, Archiv Storch

Plus Der 48-jährige Markus Storch war Inhaber der Traditionsbäckerei Storch, ist bei der Merchinger Feuerwehr und im Musikverein. Jetzt will er Bürgermeister werden.

Den Merchingern muss man Markus Storch kaum vorstellen: Fast jeder kennt ihn noch aus seiner Zeit als Konditor und Bäcker in der gleichnamigen Bäckerei, in der er von klein auf mitarbeitete. Außerdem ist er neben Andreas Pimpl und dem früheren Vorstand Karl-Heinz Dittebrand als „Gesicht“ und Mitbegründer des Merchinger Musikvereins bekannt und engagiert sich schon seit 20 Jahren als Vorstandsvorsitzender der Feuerwehr. Gut vernetzt ist er auch über seine drei Kinder, Lukas, Jakob und Simon, die mittlerweile schon fast alle volljährig und trotzdem sofort mit seiner Frau Sonja dabei sind, wenn es zum gemeinsamen Familien-Schifahren geht.

In der Traditionsbäckerei, die es seit 1800 in Merching gibt, half Markus Storch schon als Kind mit: An der Kasse, im Verkauf in der Bäckerei. „Manchmal war ich fast froh, dass ich im Gymnasium St. Ottilien das Tagesheim besuchte“, sagt er und lacht. Dort entdeckte er auch seine große Liebe zur Musik. Absoluter Höhepunkt war damals die Fahrt mit dem Ottilianer Blasorchester in die USA, nach South Dakota. Damals spielte er Trompete, jetzt Tenorhorn oder Bariton – gleich geblieben ist aber das Gefühl, das er beim Musizieren mitnimmt: Ein wunderbarer Ausgleich zum Alltag: „Jedes Mal gehe ich nach einer Musikprobe als anderer Mensch raus“, sagt er. Bei Auftritten genießt er das erfüllende Gefühl anderen Leuten eine Freude zu machen.

Seine zweite große Leidenschaft begann als 17-Jähriger als aktiver Feuerwehrmann: eine Herzensangelegenheit, unterstreicht Storch. Recht bald übernahm er neben zahlreichen Zusatzqualifikationen für die Wehr das Amt des Kassiers, wo nach kurzer Zeit mit dem 100-Jahr-Jubiläum eine riesige Aufgabe auf ihn wartete. Seit 2001 ist er Vorstandsvorsitzender bis zum heutigen Tag. Er ist stolz darauf, einer ganz besonderen Kameradschaft anzugehören, bei der sich jeder bei einem Einsatz blind auf den anderen verlassen kann. Vielleicht könne man gerade, weil es oft auch sehr belastende Situationen gibt, auch so ausgelassen miteinander feiern – etwa im Fasching, mit dem legendären Feuerwehrballett, überlegt er.

Als Konditor wurde Storch Innungssieger

Stolz macht ihn auch, dass man im Verein den Feuerwehr-Neubau mit enormer Eigenleistung gestemmt hat und dass man großartige Partnerschaften pflegt – etwa die mit den Monschauern aus der Nordeifel.

Überhaupt findet Storch das Vereinsleben in Merching etwas ganz Besonderes: Da spüre man den Zusammenhalt und das gegenseitige Vertrauen im Dorf sehr deutlich. Deswegen sei es ihm auch so wichtig, dass diese Strukturen im Ort erhalten bleiben. Nur zur Ausbildung kehrte er Merching den Rücken: Er wollte dazu nicht im elterlichen Betrieb bleiben, sondern lernte in Augsburg und München – mit großem Erfolg: als Bäcker wurde er 2. Bundessieger, als Konditormeister Innungssieger.

Eigentlich habe er sich immer mehr als Bäcker gefühlt und hätte sehr gerne noch die Meisterprüfung draufgesetzt – aber da begannen schon die gesundheitlichen Probleme, insbesondere durch die Mehlstauballergie, die ihn schließlich dazu zwangen, den Bäckerberuf aufzugeben. Bis heute merkt man Storch an, dass ihm das nicht leicht gefallen ist. Schließlich fühlte er sich als einziger Sohn auch für das Familienunternehmen verantwortlich.

Merchings Bürgermeisterkandidat Storch: "Gscheid oder gar nicht"

Mit über 40 musste er noch einmal neu beginnen und startete durch: Technikerschule, Bachelorstudium. Seit 2016 ist er als Lebensmittelverarbeitungstechniker Produktionsleiter bei Durach. Doch jetzt ergibt sich vielleicht wieder ein ganz anderen Weg: in die Lokalpolitik. Schon öfter hätte ihn jemand dazu überreden wollen, in den Gemeinderat zu kommen – denn die Ortspolitik habe er immer aufmerksam verfolgt, erzählt der jetzige Bürgermeisterkandidat. Aber bisher war aus beruflichen Gründen an so etwas kaum zu denken – insbesondere während seiner Zeit in der Backstube.

Dabei hat ihn Politik schon immer interessiert – und daran ist sein Opa nicht ganz unbeteiligt: Der versäumte kaum einen politischen Frühschoppen, politisierte als Kriegsteilnehmer leidenschaftlich mit Freunden und Bekannten am Stammtisch und sensibilisierte seinen Enkel für die Grundwerte und die Bedeutung der Demokratie. Und Engagement für den Ort habe er immer gerne gezeigt. „Aber entweder mache ich etwas gscheid – oder ich lasse es bleiben.“, sagt Markus Storch mit Nachdruck. Er habe auch mit seinem Arbeitgeber sobald seine Nominierung feststand, ganz offen über seine Pläne gesprochen. Leicht hat er sich die Entscheidung nicht gemacht. Er hat es zwar bewiesen, dass er sich in eine andere Arbeitssituation einarbeiten kann – aber schließlich ist es noch nicht allzu lange her, dass er etwas völlig Neues begonnen hat, meint er nachdenklich.

Doch dann schmunzelt er über sich selbst: „Dass ich mich jetzt für das Amt als Bürgermeister bewerbe, passt irgendwie zu meinem Leben – ohne neue Herausforderung geht es anscheinend nicht!“

Einen Bericht über die Nominierungsversammlung lesen Sie hier:Markus Storch will Merchings Bürgermeister werden

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