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Mering

28.10.2020

Marlene Koeniger verabschiedet sich als Meringer Seniorenbeauftrage

Bürgermeister Florian Mayer bedankte sich bei Marlene Koeniger für ihren langjährigen Einsatz als Seniorenbeauftragte
Bild: Heike John

Plus Fast 18 Jahre lang war Marlene Koeniger Seniorenbeauftragte in Mering und hört nun altersbedingt auf. Wie die Gründung des Bürgernetzes mit ihrem Amt zusammenhängt.

Sie war die treibende Kraft, als es um das Amt einer Seniorenbeauftragten für Mering ging. 2003 initiierte Marlene Koeniger zusammen mit der Fraktion der Grünen dieses neue Ehrenamt und füllte es mit viel Einsatz für die älteren Mitbürger aus . Mit 77 Jahren trat sie nun aus Altersgründen aus der Verantwortung zurück und wurde von Bürgermeister Florian Mayer verabschiedet. Wie der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen hat, soll sie mit der Bürgermedaille geehrt werden.

„Sie haben Ihr Amt mit viel Engagement und Herzblut ausgeübt. Dafür gilt Ihnen im Namen der ganzen Gemeinde mein aufrichtiger Dank“, sagte Mayer, als er einen Blumenstrauß überreichte. „So wie ich Sie kenne, stehen Sie Ihren Nachfolgern auch jederzeit beratend zur Seite. Denn immer war es Ihnen wichtig, gemeinsam mit den Menschen etwas für die Meringer Senioren zu bewegen.“

Besonders die Fahrdienste waren in Mering gefragt

Christine Maier und Guido Schlosser, ihre Nachfolger, gesellten sich mit zur Abschiedsrunde und hörten interessiert zu, was Marlene Koeniger aus ihrer langjährigen Tätigkeit berichtete. In ihrem 60. Lebensjahr hatte sie ihr Amt angetreten. Auch in anderen Ortschaften ringsherum sei die Seniorenarbeit damals am Anlaufen gewesen, erinnert sich Marlene Koeniger. „Die ersten Jahre habe ich das alles allein gemacht“, erzählte sie. Vor allem Fahrdienste waren gefragt. „Ich hatte es mit einer Generation, vor allem von Frauen, zu tun, die keinen Führerschein und auch keinen Computer hatten.“ Ob Begleitung zum Arzt oder zum Seniorennachmittag, Marlene Koeniger war immer zur Stelle. Besonders gerne wurden von den Meringer Senioren auch ihre Ausflugsangebote angenommen.

Unterstützung für alleinstehende Senioren in Mering

„Ich war auch lange Zeit bei der Gewerkschaft die Seniorenbeauftragte und deshalb gut vernetzt“, erklärte Marlene Koeniger. Wenn sie den Bus mit den Augsburger Senioren aus der Gewerkschaft nicht vollkriegte, dann durften die Meringer gerne mitfahren. Viel Zeit widmete Marlene Koeniger den Besuchen von alleinstehenden Senioren. Ob zu Hause, in einem der Meringer Seniorenheime oder im Leonhardshof, viele hatten Gesprächsbedarf und fanden bei Marlene Koeniger ein offenes Ohr.

Unermüdlich war sie im Einsatz, um älteren Mitbürgern Rat und Hilfe anzubieten. „Jetzt in Coronazeiten bekomme ich sehr viele Anrufe, und man glaubt gar nicht, wie viel einsame Senioren es gibt.“ Vor etwa zwölf Jahren initiierte sie auch das monatliche Singen im Seniorenzentrum St. Agnes. Der nachmittägliche Sängerkreis, der von einigen Stimmen aus dem Gesangsverein Liederkranz unterstützt wird, ist nicht nur bei Bewohnern, sondern auch Besuchern von außerhalb sehr beliebt. „Leider muss er aber derzeit coronabedingt ausgesetzt werden“, bedauert die Initiatorin.

18 Jahre lang war Marlene Koeniger die Seniorenbeauftragte von Mering.
Bild: Heike John

„Irgendwann hatte ich das Gefühl, das schaffe ich nicht mehr“, erinnert sich Marlene Koeniger. Das war die Geburtsstunde für das Meringer Bürgernetz, das dann von Johann Kürten über Kolping angeschoben wurde und dem Marlene Koeniger seit der Gründung angehört. Es nahm im April 2010 seine Arbeit auf und wird als Kuratorium unter dem Dach der Ambulanten Kranken- und Altenpflege geführt. Fahr- und Besuchsdienste, wie sie Marlene Koeniger jahrelang als Seniorenbeauftragte durchführte, werden nun auf mehrere Schultern übertragen.

Bürgernetz ist aus Mering nicht mehr wegzudenken

Mittlerweile ist dieses Netzwerk aus Mering nicht mehr wegzudenken. Die scheidende Seniorenbeauftragte ist Gründungsmitglied des Bürgernetzes, war lange Jahre im Fahrdienst tätig und übernimmt inzwischen im Auftrag des Netzwerks Besuchsdienste.

2010 bis 2014 saß sie zudem für die Grünen im Gemeinderat. Auch im neu gegründeten Meringer Runden Tisch Seniorenarbeit bringt sie sich ein und arbeitet in einem der drei Arbeitskreise mit. „Man muss sich rechtzeitig überlegen, wie man im Alter leben will“, ist die 77-Jährige der Überzeugung. „Man kann nicht erst darüber nachdenken, wenn man schon nicht mehr in seinen Keller hinunterkommt“, sagt sie.

Ihr Wunsch ist es, dass die beiden neuen Seniorenbeauftragten sich überall, auch in den Pflegeheimen, als Ansprechpartner vorstellen. Ich habe meine Arbeit als Seniorenbeauftragte immer gern gemacht“, sagt Marlene Koeniger rückblickend. Die Herausforderungen an ihre beiden Nachfolger sind groß. Die Familienstrukturen ändern sich, alternative Wohnkonzepte werden gefordert, und der Erhalt der Mobilität bis ins hohe Alter steht für viele an vorderster Stelle. „Unsere Senioren von heute haben durchaus Ansprüche“, hat Marlene Koeniger festgestellt. „In unserer Marktgemeinde wird so viel für Kinderbetreuung getan, jetzt sind auch wir älteren Mitbürger mal dran“, fordert sie.

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