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Merching

06.06.2019

Martin Walch kandidiert nicht mehr in Merching

Merchings Bürgermeister Martin Walch tritt nicht mehr an.
Bild: C. Riedmann-Pooch

Plus Der „Kümmerer“ hört nach zwölf Jahren als Rathauschef auf. Diese Entscheidung fiel dem 70-Jährigen besonders schwer, doch er begründet seinen Schritt.

Bürgermeister von Merching zu sein, das ist seit elf Jahren sein Traumjob – Martin Walch lebt für dieses Amt, das für ihn mehr Berufung als Beruf ist. Doch nach den Kommunalwahlen am 15. März 2020, kurz nach seinem 71. Geburtstag, ist für ihn endgültig Schluss. „Ich werde nicht mehr kandidieren“, sagt Walch und schluckt. Leicht fallen ihm diese Worte nicht und so recht glauben mag das keiner, dass er sich nach zwölf Jahren als Merchinger Rathauschef ganz aus der Politik zurückzieht. Denn Walch steckt noch voller Energie.

Vor ihm liegt eine handschriftlich geschriebene Liste mit Projekten, die in den nächsten Jahren auf die Gemeinde zukommen. „Vieles ist in die Wege geleitet, aber es wird viel Arbeit für meinen Nachfolger geben“, sagt Walch.

Gerne hätte er so einige Vorhaben noch selbst zu Ende gebracht. „Doch kaum hast du ein Projekt abgeschlossen, kommt schon wieder was Neues“, sagt Walch. So ganz fertig sei man als Bürgermeister einer Gemeinde nie. „Aber mir ist auch bewusst, dass man sich selbst nicht so wichtig nehmen sollte“, wendet er ein und sagt, „niemand ist unersetzlich“. Und deshalb sei es nun an der Zeit, Platz für Jüngere zu machen.

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Martin Walch trifft die Entscheidung: "Ich höre auf"

Leicht gemacht hat er es sich nicht. „Anfang des Jahres war ich mir ganz sicher, dass ich aufhöre, doch dann kamen erste Zweifel“, schildert er. Nach vielen Gesprächen mit seinen Fraktionskollegen von den Freien Wählern und vor allem auch mit seiner Familie stand aber die Entscheidung: „Ich höre auf.“

Schwer fällt es ihm vor allem auch, wegen der Verwaltung. Am Donnerstagvormittag informierte die Angestellten über seinen Schritt. „Es ist eine so tolle Truppe hier, da kann sich mein Nachfolger freuen und weiß, dass er sich auf die Mitarbeiter hier verlassen kann“, lobt Walch. Er sei jeden Tag gerne ins Rathaus gegangen.

Walch, der seine politische Karrie von 1990 bis 1996 zunächst als Gemeinderat startete, wuchs mit seinen Aufgaben. Von 1996 bis 2008 war er für die Freien Wähler im Gemeinderat und zweiter Bürgermeister von Merching. 2008 trat er gegen die amtierende Bürgermeisterin Brigitte Meyer als gemeinsamer Kandidat der CSU und der Freien Wähler an und siegte.

Eigentlich hätte Walch wegen der Altersgrenze, die damals für Bürgermeister in Bayern bei 65 Jahren lag, nicht mehr als hauptamtlicher Rathauschef antreten können. „Doch der Gemeinderat unterstützte mich und entschied, dass wir für diese Amtsperiode in Merching wieder einen Bürgermeister im Ehrenamt haben“, erklärt Walch. Und damit war 2014 noch einmal der Weg frei für eine Kandidatur, diesmal ausschließlich für die Freien Wähler, nachdem der CSU-Ortsverband Helmut Luichtl nominiert hatte.

Merchings Bürgermeister hat etliche Baustellen gemeistert

Walch und der Gemeinderat hatten in den vergangenen Jahren viele Projekte zu meistern. Bereits in die Wege geleitet waren der erste Bauabschnitt der Hauptstraße, die dann noch im zweiten Bauabschnitt weiter ausgebaut wurde. Auch die Bahnhof- und Bergstraße wurde saniert. Weitere Neubau- und Gewerbegebiete wurden ausgewiesen. Zudem der Kindergarten erweitert und die Krippe gebaut. Den Ausbau des Mittelschulstandorts Merching verbucht er als großen Erfolg für die Gemeinde. „Das alles war aber nur deshalb möglich, weil ich den Rückhalt durch meinen Gemeinderat hatte“, sagt Walch.

Auch die gute Zusammenarbeit mit seinem Stellvertreter Eugen Seibert will Walch nicht unerwähnt lassen. Er ist stolz auf die Atmosphäre im Gemeinderat und sagt: „Wir kommen alle miteinander aus und so können wir auch etwas bewegen.“ Und bewegen müssen die nächsten Kommunalpolitiker in Merching so einiges. „Die Mittelschule braucht ein weiteres Gebäude“, berichtet er. Hier liegen bereits erste Entwürfe vor. Auch wird ein weiterer Kindergartenbau benötigt. „Am bisherigen Standort ist für eine Erweiterung kein Platz mehr“, sagt Walch. Derzeit wird außerdem das Hochwasserrückhaltebecken gebaut, in Steinach ist die Genehmigung für das neue Feuerwehrhaus durch. „Wir müssen nur noch sehen, wie wir die Gründung für das Gebäude machen, dann können wir mit der Ausschreibung beginnen“, informiert Walch.

Ein Blick auf seine Liste zeigt, dass noch viele weitere Punkte zu erwähnen wären. „Ach, den dritten Bauabschnitt der Hauptstraße, den hätte ich wirklich noch gerne fertig bekommen“, sagt Walch.

Martin Walch: "Ich werde nicht jünger"

Es sei die Vernunft, die ihn zu diesem Schritt bewogen habe. „Ich scheue mich nicht vor der Arbeit, das habe ich ja in den letzten Jahren bewiesen, aber ich werde nicht jünger“, sagt er. Und wenn er als Bürgermeister für „sein“ Merching antritt, will er das mit voller Energie tun. „Die nächsten drei Jahre, da hätte ich gesagt, dass schaffe ich, aber sechs Jahre kann ich nicht garantieren.“ Für Walch sei immer klar gewesen: „Wenn ich antrete, dann für die volle Amtszeit.“ Denn es sei der Gemeinde nicht zu zumuten, auf viele Jahre hinaus, Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen getrennt voneinander organisieren zu müssen

Walch will sich auch nicht mehr für den Gemeinderat aufstellen lassen. „Wenn Schluss ist, dann ist Schluss.“ Ob ihm, der in seiner Amtszeit kaum Urlaub genommen hat, langweilig wird? „Ganz sicher nicht“, sagt Walch und lacht. Der große Garten, das Haus, aber vor allem seine Frau Christa, der Sohn , die Schwiegertochter und die beiden Enkelkinder freuen sich, wenn sie ihren Martin dann ganz für sich haben.

Lesen Sie dazu auch: Merchings Bürgermeister feiert 70. Geburtstag

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