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Friedberg

25.05.2020

Martina Richter schafft Kunst aus Nägeln und Fäden

Martina Richter mit einigen ihrer Kunstwerke. Die 42-Jährige hat die Zeit in Quarantäne genutzt und sich ein neues Hobby zugelegt.
Bild: Josef Brutscher

Martina Richter hat die Zeit in Kurzarbeit genutzt. Sie hat in der Quarantäne ein neues Hobby für sich entdeckt.

Anfangs ging das ständige Gehämmer und Geklopfe ihrem Mann und ihren Kindern auf die Nerven. Inzwischen hört die Familie es kaum noch, wenn sich Martina Richter ihrem neuen Hobby widmet. Wie so viele andere Berufstätige wurde die Einkäuferin bei PTM Mechatronik in Egenhofen Ende März in Kurzarbeit geschickt.

Da sie eigentlich sehr gerne und auch recht viel arbeitet, kam trotz Kindern nach einiger Zeit die Langeweile durch. Deshalb nutzte die 42-Jährige die Gunst der Stunde und setzte eine Idee um, die ihr bereits seit Januar durch den Kopf ging. Damals fiel ihr nämlich in einem Wellnesshotel ein Bild aus Nägeln und gespannten Fäden auf, welches sie nicht mehr losließ.

Sie fing in ihrer kleinen Werkstatt im Keller an, ähnliche Bilder herzustellen. Dabei übernimmt Martina Richter den ganzen Arbeitsprozess. Vom Zuschneiden und Bemalen der Bretter über das Platzieren der Nägel bis hin zum Spannen der Fäden. Meist benutzt sie ein Schwarz-Weiß-Motiv als Vorlage. „Ohne die Corona-Krise hätte ich vielleicht nie damit angefangen“, überlegt Richter.

850 Nägel und vier Tage Arbeit für ein Kunstwerk

Inzwischen befasst sie sich seit zwei Monaten mit der Kunstform, und das blieb nicht unbemerkt. Nachbarn, Freunde und Bekannte kamen mit den verschiedensten Motiven zu ihr und baten sie darum, diese in Kunstwerke zu verwandeln. Das war nicht immer einfach, aber durch ihre Zielstrebigkeit und ihren Hang zur Perfektion schaffte sie es immer, den Bildern gerecht zu werden. Dabei ist es ihr relativ egal, was für ein Motiv von ihr verlangt wird. Ob Symbole wie Herzen, afrikanische Wildtiere oder die Skyline von Friedberg, Martina Richter setzt es gekonnt um.

Am liebsten ist es ihr jedoch, wenn sie nur ein vages Thema bekommt und ihrer Kreativität freien Lauf lassen kann. „So motiviert, wie ich gerade bin, könnte ich Tag und Nacht daran arbeiten“, erzählt Martina Richter. Gar nicht so weit hergeholt, wenn bedacht wird, dass der Zeitaufwand für die reine Fädelarbeit eines Werks von ein paar Stunden bis zu mehreren Tagen reichen kann. Zum Beispiel erforderte „die Blume des Lebens“, eines ihrer ersten Projekte, 850 Nägel und vier Tage Konzentration.

Mittlerweile hat Richter sogar Anfragen aus dem Ausland. Was als Hobby begann, könnte sich nach der Krise zu einer dauerhaften Beschäftigung entwickeln. Auch da die berufstätige Mutter inzwischen weiß, dass diese spezielle Kunstform in Europa kaum vorkommt. „Dabei wollte ich mich einfach nur nicht über Corona aufregen und das Beste daraus machen“, erzählt Martina Richter lachend.

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