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Mering

23.10.2020

Mehr Platz für Urnenbestattungen in Mering

Die Baumurnen-Erdgräber unter der Trauerweide sind eine beliebte Bestattungsform auf dem Meringer neuen Friedhof.
Bild: Heike John

Plus Am neuen Meringer Friedhof werden Urnenerdgräber und Stelen errichtet. Doch bei dieser Form der Beisetzung müssen Angehörige bestimmte Regeln beachten.

In den Wochen vor Allerheiligen wollen auf den beiden Friedhöfen in Mering die Bürger die Gräber ihrer Angehörigen schön gestalten. Auch der Bauhof ist derzeit dabei, die öffentlichen Bereiche in Ordnung zu bringen, die Wege vom Laub zu befreien und die Beete im Eingangsbereich herbstlich zu bepflanzen. Viel Arbeitszeit haben die Mitarbeiter von Bauhofleiter Claudius Hirner aber auch schon in den letzten Wochen vor allem auf dem neuen Friedhof an der Meringerzeller Straße investiert.

Denn 40 weitere Urnenstelen sowie 24 sogenannte Baum-Urnenerdgräber wurden dort errichtet. „Im neueren Teil des Friedhofs wird sowohl das System mit den kreisförmig angeordneten Baumurnen erweitert als auch die Anlage der Urnenstelen weiter im Südosten“, gibt Bernhard Bordon von der Gemeindeverwaltung Auskunft.

40 Erdurnen in Mering sind bereits belegt

Unter der Trauerweide vor den Urnennischen wurden bereits 24 weitere Hülsen für die Baum-Urnenerdgräber versenkt. Die 40 bisherigen sind schon belegt. „Dieser Bereich der Erdurnen soll aber etwas umgestaltet werden, denn die Umrandung mit Gras hat sich nicht bewährt“, erklärt Bordon. Statt pflegeleichtem Rasen sprießt das Unkraut, sodass man sich nun entschieden hat, die Umgebung der Urnen einzukiesen.

Die Urnen mit dem Baumsymbol auf der runden Platte sind für Begräbnisse beliebt. Trauernde Angehörige sind jedoch angehalten, möglichst keine Blumentöpfe, Figuren oder Gestecke neben oder auch auf die kreisrunden Grabplatten zu stellen. Doch viele halten sich nicht daran und sie erschweren damit den Bauhofmitarbeitern die Pflege rundherum.

14 Tage nach der Beerdigung muss alles weggeräumt werden

Laut Bernhard Bordon gibt es für diese Urnenerdgräber die Vorgabe, dass Blumenarrangements bis zu 14 Tage nach der Beisetzung stehen bleiben dürfen. Dann erfolge die Aufforderung, alles wegzuräumen. Im Bereich der Urnenstelen Richtung Feuchtbiotop „Am Zwanzger“ wurde der vierte und letzte Bauabschnitt mit vier Blöcken geschaffen. Zehn Stelen haben in einem Block Platz, insgesamt werden nach Fertigstellung dann 16 Blöcke zur Verfügung stehen.

Nicht nur das Setzen der Fundamente hat der Bauhof übernommen, sondern auch die Pflasterung und gesamte Umgebungsgestaltung. „Als 2013 die ersten Urnen dort in den Stelen vergeben wurden, wusste man noch nicht, wie gut es angenommen wird“, erinnert sich Bernhard Bordon. Die ersten nicht in die Erde eingelassenen Urnensysteme überhaupt, die Nischenurnen gleich links vom Eingangsbereich des neueren Teils, wurden 1988 noch unter Marktbaumeister Ernst Karl geschaffen.

Anfangs waren Urnenbegräbnisse in Mering eine Seltenheit

Als man 1985 erstmals mit Urnenbegräbnissen begann, kamen auf hundert jährliche Bestattungen zehn Urnenbegräbnisse. Heutzutage ist es genau umgekehrt und nur noch zehn Prozent der Meringer entscheiden sich für eine Erdbestattung. Dies geht aus den Unterlagen von Bernhard Bordon und seiner Kollegin Ute Meyer hervor, die im Meringer Rathaus unter anderem für das Friedhofswesen zuständig sind.

Das System der Urnenwände werde jedoch am Meringer neuen Friedhof nicht mehr weitergeführt, da es zu massiv und gestalterisch nicht gefällig wirke. Ebenfalls sollen in der Umgebung keine stark wurzelnden Bäume mehr wie die Eiche oder der große Nadelbaum gepflanzt werden.

Erstmals Urnenstelen auch für den Alten Friedhof

Auch auf dem alten Friedhof an der Luitpoldstraße werden nun erstmals Möglichkeiten für Urnen geschaffen. Bisher gab es dort nur Urnenbestattungen in schon bestehende Erdgräber. Nun sind kleine Urnenerdgräber mit den Maßen 0,60 auf 1,10 Meter sowie drei Stelen für jeweils zehn Urnen vorgesehen. Dafür wurde die erste freie Fläche bereits mit Fundamenten ausgestattet. Der Standort ist links vom Eingang, wo eine ganze Reihe Gräber aufgelassen wurden.

Die Fundamente für die drei vorgesehenen Urnenstelen am Meringer alten Friedhof stehen schon.
Bild: Heike John

Die Fundamente stehen schon, doch im Moment fehlen zur Aufstellung der Stelen laut Bernhard Bordon noch die Haushaltsmittel. Es gebe immer wieder Meringer, vor allem Alteingesessene, die gerne ein Grab am alten Friedhof hätten, weiß Bernhard Bordon. Dort stehen so gut wie keine neuen, nur aufgelassene Gräber zur Verfügung. Aufgrund der besonderen Bodenbeschaffenheit mit sehr viel Lehm sei die Ruhefrist jedoch weitaus länger als am neuen Friedhof. Laut der Untersuchung eines geotechnischen Labors könne diese bis zu 45 Jahre betragen.

Rund 600 Gräber liegen auf dem alten Meringer Friedhof an der Luitpoldstraße, doppelt so viele sind es auf der neuen Ruhestätte an der Meringerzeller Straße. Die Nutzungsrechte an Grabstätten, egal ob Erd- oder Urnengrab, sind zunächst einmal auf 15 Jahre begrenzt und können verlängert werden.

Weniger Kies aus Rücksicht auf Senioren und Behinderte

Jedes Jahr gibt es in Mering etwa hundert Bestattungen und rund hundert Gräber werden jährlich nach ihrer Ablaufzeit noch einmal verlängert. Die ältesten Urnengräber überhaupt liegen auf der Nordostseite des neuen Friedhofs und sind derzeit ungefähr zur Hälfte belegt. Dort werden auch Sozialbestattungen, etwa für Wohnsitz- oder anderweitig Mittellose vorgenommen. Drei bis vier sind es im Jahr.

In der Vergangenheit wurden die Kieswege auf den beiden Friedhöfen für eine schöne Optik oft sehr stark aufgekiest. Senioren- und Behindertenvertreter wiesen jedoch darauf hin, dass diese für Menschen mit Rollatoren schwer begehbar seien. Nun wurden die Hauptwege neu befestigt. „Unser Bauhof ist da sehr rührig“, lobt Bernhard Bordon.

Die Mitarbeiter trieben überdies einen immensen Aufwand, um dem Unkraut auf den Kieswegen Herr zu werden. Früher wurde auf den Hauptwegen gespritzt, nun versucht man umweltfreundlicher zu agieren und rückt dem hartnäckigen Bewuchs mit dem Wasserdampfgerät zu Leibe. Jetzt vor Allerheiligen stören sich viele Friedhofsbesucher an verwilderten Nachbargräbern, weiß Bernhard Bordon. Die Pflege eines Grabes sei in der Satzung jedoch nicht vorgeschrieben. Das Problem sei, dass viele Grabinhaber mittlerweile nicht mehr ortsnah wohnen.

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