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Mering

09.07.2010

Mehr als nur Fleisch und Würstchen

Einer der Schwerpunkte des Seminars ist das indirekte Grillen, das Bettina Seitz (rechts) direkt an den Geräten demonstrierte. Fotos: Sandra Lepper
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Einer der Schwerpunkte des Seminars ist das indirekte Grillen, das Bettina Seitz (rechts) direkt an den Geräten demonstrierte. Fotos: Sandra Lepper

Von wegen auf den Grill wird nur Fleisch und Wurst angebrachten. Wie langweilig! Dass man noch ganz andere Leckereien auf den Grill legen kann, lernten Teilnehmer in Mering bei einem Grill-Seminar. Von Sandra Lepper

Werden Sie ein Grillmeister! Dieser Aufruf hört sich verlockend an, zumal es viele Menschen im Sommer zum Essen nach draußen zieht. Doch was gibt es da noch zu lernen? Der Grill wird angeheizt, mit Gas oder Holzkohle, und die Rollenverteilung ist auch oft klar geregelt. Während die Frau für das Drumherum wie Salate und Brot sorgt, ist der Mann Herr des Grills und für Fleisch, Würstel und Co. zuständig. Dass das aber auch ganz anders aussehen kann, demonstrieren Martin Guggumos und Bettina Seitz. Die Firma Guggumos lud auf ihrem Grundstück in Mering zum Grillmeister-Seminar, geleitet von der Inhaberin der Koch-, Back- und Grillschule Mühlenhof Culinaria. Seit rund zehn Jahren gibt Seitz verschiedene Grillseminare und steht inzwischen etwa viermal pro Woche am Grill.

Beim Meringer Seminar stand vor allem die Vielfältigkeit im Vordergrund. Mit der passenden Ausrüstung kann man den Grill im Sommer als kleine Outdoorküche benutzen. Und Bettina Seitz zeigte den Teilnehmern, wie das geht. 14 Grillbegeisterte aus der Umgebung wurden zunächst zur Begrüßung mit einer Schürze ausgestattet. Seitz erklärte an verschiedenen Stationen die nötigen Vorbereitungen für das mediterrane Vier-Gänge-Menü. Jeder Teilnehmer suchte sich eine Station aus und in kürzester Zeit waren die Zutaten bereit. Weiter ging es zum Kernpunkt des Seminars: Wie macht man all diese Gerichte auf dem Grill? Und nebenbei kam auch der Hauptstreitpunkt schlechthin auf: Gas oder Holzkohle? Auf die zweite Frage gibt es keine endgültige Antwort und es wird auch immer Geschmackssache bleiben. Für das Seminar wurden beide Arten verwendet und Seitz erklärte, dass man auch an einem Gasgrill mit kleinen Tricks den typisch rauchigen Geschmack des Holzkohlegrills erzeugen kann.

Das Grillen des Menüs zeigte die Expertin mit einer Reihe von Hilfsmitteln. Der erste Gang, Pizzetten, kam mit einem Pizzastein auf den Rost. Beim zweiten Gang, Saltimbocca vom Schwertfisch auf Gnocchi mit Frühlingsgemüse, kam eine Schale für die Kartoffelbällchen zum Einsatz, mit einer Auflage für den Fisch, der erst kurz angebraten und dann indirekt weitergegrillt wurde. Und hier liegt auch schon des Rätsels Lösung. Hat man einen Grill mit Deckel, so kann man zwischen direktem und indirektem Grillen variieren und all das zubereiten, was man auch im Backofen macht. So wurde auch das gefüllte Schweinefilet zubereitet, das im dritten Gang zusammen mit Rosmarinkartoffeln und Antipastigemüse auf den Teller kam. Das entspannt, weil man keine ständige Angst haben muss, das Fleisch könne anbrennen. "Den Leitspruch ,chill and grill' sollte man sich zu Herzen nehmen", gab Bettina Seitz den Hobbyköchen nach dem Dessert - Pancakes mit gegrillten Früchten - mit auf den Weg.

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Die überwiegend männlichen Teilnehmer verfolgten mit großer Spannung die Ausführungen der Expertin und zeigten keine Hemmungen, von einer Frau am Grill zu lernen, im Gegenteil. Wolfgang Heckl, Paul Kuhnert und Christian Pflanz bekamen die Teilnahme am Seminar zum Vatertag bzw. Geburtstag geschenkt und waren sichtlich beeindruckt. Mit vollem Tatendrang unterstützten die Herren die Seminarleiterin und fühlten sich mehr als wohl. "Was braucht ein Mann zum Glücklichsein? Eine Carrera-Bahn und einen Grill", bemerkte einer der Teilnehmer und erntete zustimmendes Gelächter. Dass Grillen aber keine reine Männerdomäne ist, zeigte sich nicht nur an der weiblichen Expertin, sondern auch an den zwei Damen, die sich unter die Teilnehmer mischten. Andrea Reiter aus Ried ist sogar selbst zu Hause fürs Grillen zuständig. Sie fand das Seminar sehr informativ, gerade im Bezug auf direktes und indirektes Grillen. "Ich wäre nie darauf gekommen, solche Sachen auf den Grill zu legen."

Eigenen Grill aufrüsten oder neues Gerät kaufen

Um am Seminar teilzunehmen, muss man kein Profi sein. Aber auch Experten können noch das ein oder andere dazulernen. Hilfreich ist zudem eine gute Ausstattung. Denn um das vorgestellte Vier-Gänge-Menü auch wirklich nachgrillen zu können, braucht man das ein oder andere Accessoire, wie Schalen, Gussplatten oder -pfannen und einen Pizzastein. Wer das nicht hat, kann entweder den eigenen Grill aufrüsten oder lässt sich beim Seminar von der großen Auswahl an hochwertigen Geräten zum Kauf eines neuen inspirieren. Für alle technischen Fragen stand Martin Guggumos zur Verfügung. Seit 2005 hat die Firma ihren Bestand an Grills und Zubehör erweitert. Auf Vorschlag einiger Kunden wurde die Grillseminar-Reihe ins Leben gerufen. Am 20. Juli findet ein weiteres Grillmeister-Seminar statt, für das noch Plätze verfügbar sind. Von Sandra Lepper

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