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Protest

25.10.2015

Menschenkette stellt sich auf gegen die Osttangente

Aus Friedberg, Bobingen, Königsbrunn, Mering und Kissing kamen 150 Menschen, um sich gegen eine Osttangente auszusprechen.
Bild: Heike Scherer

Etwa 150 Teilnehmer zeigen, in welcher Breite die Landschaft bei Kissing durchschnitten würde. So geht es weiter.

Von Heike Scherer

Freie Landschaft ist bisher da, wo am Samstag Schilder hochgehalten wurden wie „Sie überqueren die geplante vierspurige Autobahn“. Damit diese als Osttangente nicht Wirklichkeit wird, stellten sich etwa 150 Teilnehmer zu einer Menschenkette bei Kissing auf. Diese sollte bei der Kissinger Heide verdeutlichen, wie breit eine vierspurige Osttangente an Kissing vorbei führen würde. Aufgerufen hatte dazu das „Aktionsbündnis keine Osttangente“ (AKO). Den Organisatoren ging es darum zu zeigen, wie die Landschaft durch die Straße durchschnitten würde.

Radtour mit den Enkelkindern

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Auch Eva-Maria Schilling war deswegen von Mering-St.-Afra mit ihren Enkeln Anna und Alex nach Kissing geradelt. „Ich bin erst vor einem Jahr aus München nach Mering gezogen und möchte für mich und meine Enkel die Natur und gute Luft erhalten“, erklärt sie ihre Teilnahme an der Aktion. Rosemarie Klaus aus Kissing ist zwar Anwohnerin an der B2, doch trotzdem gegen die Osttangente. „Hier sind unsere Naherholungsgebiete und die Kissinger Heide.“ Der Bund Natur-schutz habe Ausgleichsflächen für den Bahnausbau erhalten, die durch die Osttangente alle zerstört würden. Die vierspurige Straße werde noch mehr Verkehr anziehen, glaubt Claudia Riesinger und wünscht sich offizielle Zahlen über eine konkrete Entlastung für Kissing. Auch andere Teilnehmer glauben nicht, dass der innerörtliche Verkehr abnehmen würde. Obwohl sich die Anwohner seit über zehn Jahren über den Durchgangsverkehr beschwerten, wurden noch weitere Geschäfte gebaut, die auch auswärtige Kunden anfahren.

Etwa 10000 Unterschriften gegen das Projekt

Das Aktionsbündnis hat mittlerweile etwa 10000 Unterschriften gegen das Straßenbauprojekt gesammelt. Würde die Osttangente verwirklicht, entstünde eine autobahn-ähnliche, vierspurige Verbindung zwischen der Autobahn A8 bei Derching und der Bundesstraße B17 bei Oberottmarshausen. Derzeit prüft das Bundesverkehrsministerium das Projekt. Das „Aktionsbündnis keine Osttangente“ will bestehende Naturschutz-, Wasserschutz-, Naherholungsgebiete und landwirtschaftliche Nutzflächen für künftige Generationen erhalten.

 Aktionsbündnis-Sprecher Wolfhard von Thienen aus Mering hofft, dass das Projekt nach der Prüfung im Bundesverkehrsministerium nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. Andernfalls wäre dies eine klare Vorentscheidung für der Osttangente, befürchtet Wolfhard von Thienen. Für ihn ist es ein Wahnsinnsprojekt: „Dessen erklärter Zweck ist es, überregionalen Verkehr zu bündeln und anzuziehen und durch unsere Region zu führen.“

Folgende weitere Aktionen sind geplant: Eine Kabarettveranstaltung gibt es in Kissing. Markierungen und Hinweisschilder werden die Dimension des Bauwerkes verdeutlichen. Außerdem sollen die Listen mit 10000 Unterschriften gegen das Projekt in Kürze übergeben werden.

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