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Merching

28.09.2019

Merching diskutiert über höhere Elternbeiträge

Für das Haus für Kinder in Merching wird über eine Gebührenerhöhung diskutiert.
Bild: Christina Riedmann-Pooch

Die Räte sind sich nicht einig. Manchen ist die geplante Anhebung im Haus für Kinder noch zu moderat.

Seit 2011 sind die Gebühren im Merchinger Haus für Kinder unverändert geblieben. Zwar hat der Gemeinderat 2017 schon beschlossen, die Elternbeiträge zu erhöhen – diesen Beschluss aber bislang nicht durchgesetzt. Und auch als es in der jüngsten Gemeinderatssitzung wieder um das Thema ging, konnten sich die Räte noch zu keiner Entscheidung durchringen.

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Dass die Kommune die Kinderbetreuung in jeder Hinsicht unterstützt, war immer signalisiert worden. Seit diesem Jahr bezuschusst die Gemeinde den kirchlichen Träger des Hauses für Kinder entsprechend im festen Verhältnis von 80:20. Dennoch steht jetzt zumindest eine moderate Erhöhung der Elternbeiträge zur Debatte. In dem Vorschlag, der dem Gemeinderat zur Abstimmung vorlag, ging es um eine Erhöhung von 7 Euro im Monat bei den Kindergartenkindern und um monatlich 10 Euro mehr im Krippenbereich. Hintergrund sind der Umbau der Kinderkrippe und der notwendige Neubau.

Eltern werden durch staatlichen Zuschuss entlastet

Eine Rolle spielt auch eine gesetzliche Neuerung. Eltern von Krippen- und Kindergartenkindern erhalten künftig einen Elternbeitragszuschuss in Höhe von 100 Euro vom Staat. Zieht man diesen ab, bleiben nach der bisherigen Gebührenordnung Kinder mit einer Buchungszeit von bis zu sieben Stunden täglich beitragsfrei für die Eltern.

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Bisher ist der Elternbeitrag für bis zu fünf Stunden täglich mit 83 Euro pro Monat angesetzt und in der Krippe für unter Dreijährige mit 175 Euro. Im Vergleich mit anderen Kommunen liegt Merching dabei ziemlich im Mittelfeld. So fallen für ein Kind mit vergleichbarer Buchungszeit in Ried 73,33 Euro, in Schmiechen 78 Euro und in Egling 115 Euro an.

Josef Kinader meinte dazu, dass Egling mit höheren Kosten und damit Rücklagen für den Kindergarten wesentlich vorausschauender handle. „Langfristig werden die Gebühren nicht ausreichen. Man muss an die Gemeinde denken – sie muss handlungsfähig bleiben.“ Denn das Betriebskostendefizit des Hauses für Kinder, das im Jahr 2018 knapp 36000 Euro ausmachte, bereitete den Räten zusätzlich Sorge.

Höhere Beteiligung der Eltern soll Standard im Haus für Kinder sichern

Wolfgang Teilfelhart war die Erhöhung zu niedrig er befürchtete, dass man das Defizit so immer weiter mitziehen würde. Christian Niedermeier führte aus, dass man jetzt ein Zeichen setzen müsse, um die längerfristige Entwicklung stemmen zu können. Denn dass man den hohen Standard des Hauses für Kinder in Merching, das einen hervorragenden Ruf genießt, halten wolle, stand für die Räte außer Frage. Schließlich wird aktuell die Kinderkrippe erweitert und der Bau eines neuen Gebäudes ist bereits angedacht. Für die Eltern sei es zum jetzigen Zeitpunkt auch zumutbar, da sie durch die neue Gesetzesregelung ohnehin stark entlastet werden.

Helmut Luichtl sah sogar die Gefahr, dass die Eltern die hochwertige Einrichtung nicht mehr so schätzen könnten, wenn sie sich an der Betreuung finanziell nicht mehr beteiligen müssen. Wolfgang Teifelhart stellte schließlich den Antrag, das Defizit von 2018 zu schätzen, auf die Kinder zu verteilen, die monatlichen Beträge einzubeziehen, mit dem staatlichen Zuschuss zu verrechnen und dadurch die Erhöhung zu kalkulieren. Dies sorgte für weitere rege Diskussionen, in deren Verlauf Eduard Lutz, damals Mitglied im Kindergartenausschuss, herausstellte, dass man beim Bau der Kinderkrippe und die Jahre danach ganz andere Verhältnisse hatte: „Man musste noch 2011 fast dafür werben, Kinder für die Einrichtung zu bekommen und sprach sich auch deshalb für moderate Preise aus.- Mit dem staatlichen Entschluss, dass für jeden Plätze bereit gestellt werden müssen, hat sich die Situation komplett verändert.“

Lesen Sie auch den Artikel: Merchings Kinderkrippe wird umgebaut

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