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Ortsentwicklung

26.02.2018

Merching interessiert sich für einen Dorfladen

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2 Bilder
Das Bild ist aus dem alten Laden der Familie. Das Datum ist nicht genau bekannt. Das Foto ist aber wohl vor 1960 entstanden.
Bild: Archiv Familie Storch

Experte Wolfgang Gröll informiert im Gemeinderat über Konzepte zur Ansiedlung. Er sieht in den Geschäften Zentren für verschiedene Dienstleistungen.

Wer in Merching Lebensmittel für den täglichen Bedarf einkaufen will, muss bei sehr vielen Dingen mindestens in den Nachbarort fahren. Zwar gibt es gerade im Ortsteil Steinach durch die Eigeninitiative einiger Landwirte gut sortierte Hofläden, doch die Nahversorgung mit Lebensmitteln und Dingen für den täglichen Bedarf können die Geschäfte in Merching nicht ganz abdecken, auch wenn es zwei Bäckereien, einen Blumenladen, eine Bank, die Postfiliale, die Apotheke und den Getränkemarkt gibt.

Schon in der letzten Legislaturperiode hatte Anita Menge das Modell eines Dorfladens angedacht, im jetzigen Rat hatte man diverse Möglichkeiten überlegt, auch wie es wäre, einen Discounter anzusiedeln. Ende der 1980er-Jahre hatte Merching sogar noch mehrere Dorfläden: Zum Beispiel die Bäckerei Storch samt Mini-Supermarkt.

Nun stellte auf Initiative von Christina Haubrich der Berater Wolfgang Gröll Konzepte in engem Bezug zur Ortsentwicklung im Gemeinderat vor. Er beschäftigt sich seit Mitte der 1990er-Jahre schwerpunktmäßig damit. Jeden Standort entwickelt er mit und für die jeweilige Gemeinde vor Ort und nach deren ganz eigenen Wünschen und Bedürfnissen, wie er erklärt. Bayern und insbesondere das Allgäu seien bei der Nahversorgung mit Dorfläden deutschlandweit führend, unterstrich er mit seinem Slogan „Wer weiter denkt, kauft näher ein“.

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Dass ein moderner Dorfladen – außer der persönlichen Beziehung zum Kunden – nichts oder wenig mit dem altbekannten „Tante Emma-Laden“ zu tun habe, unterstrich er mit mehreren Beispielen: So könne ein Dorfladen vielmehr ein Zentrum für diverse Dienstleistungen sein, die vor Ort fehlen – nach Wahl auch inklusive Café oder Bistro. Durch die ortsspezifische Entwicklung und Möglichkeit der Teilhaberschaft für die Einwohner wäre ein Dorfladen ganz nah an die örtlichen Bedürfnisse angepasst, ortsansässige Betriebe könnten eingebunden werden und davon profitieren, und auch gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen werden.

Gerade kurze Wege seien ein großer Vorteil für die Kunden, ein kleiner Laden habe zudem das Plus, dass man nicht durch einen großflächigen Discounter (etwa 400 Quadratmeter im Schnitt) laufen müsse. Dies sei vor allem für ältere Kunden ein großer Vorteil. Die Annahme, dass ein großer Discounter billig und ein Dorfladen teuer sein müsse, entkräftete er mit konkreten Beispielen. Zudem führte er Dorfläden mit einem beeindruckenden, hochwertigen Sortiment an, die auf das Engagement und den Ideenreichtum der Mitarbeiter zurückzuführen seien, wie er sagte. Dass das Konzept funktionieren kann, untermauerte er anhand einiger Beispiele – sogar trotz nah gelegener Discounter im Nachbarort.

Ein Dorfladen sei keine Modeerscheinung, sondern ein Trend: Dies ließe sich auch daran erkennen, dass sehr viele junge Kunden eine gesunde, hochwertige Ernährung schätzten. Der Lebensmittel-Einkauf im Internet sei laut den neuesten Prognosen lediglich bei 2,5 Prozent aller Konsumenten gefragt. Für Merching wären die ersten Schritte, die Bürger detailliert in einer separaten Veranstaltung über ein derartiges Projekt zu informieren, um herauszufinden, ob ein Dorfladen tatsächlich erwünscht ist, und später gegebenenfalls einen Arbeitskreis bilden. Dorfläden, die meist als genossenschaftliche Systeme im Ort verwirklicht wären, hätten im Moment eine extrem hohe Überlebensquote, meinte Gröll abschließend. Der Rat will die Thematik „Dorfladen“ auf der nächsten Klausurtagung intensiver diskutieren.

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