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Soziales

03.04.2019

Merching lehnt Beteiligung an Eglinger Seniorenprojekt ab

Die Beratungsdienstleistung reicht dem Gemeinderat nicht aus. Andere Zusammenarbeit soll gestärkt werden

Anders als Schmiechen und Steindorf, die keine Mitglieder des Bürgernetzes Mering sind, wird sich Merching nicht am Projekt „Haus Lebenswert“ in Egling beteiligen. Hierbei handelt es sich um ein Projekt zur Gemeinwohlarbeit, das für ältere, vorwiegend pflegebedürftige oder demente Bürger geplant ist. Bei diesem vom Verein für das Wittelsbacher Land geförderten Projekt hätte sich Merching für das erste Teilprojekt mit rund 17900 Euro beteiligen können. Der Merchinger Rat entnahm den Informationen, dass dafür eine reine Beratungsleistung durch einen Projektmanager für die Merchinger Bürger bei Fragen rund um Pflege und Betreuung für zunächst drei Jahre gewährleistet worden wäre. Interessant wäre für die Merchinger eine mögliche Unterbringung von Senioren gewesen: Für diejenigen, deren Pflege nicht mehr im häuslichen Umfeld geleistet werden kann, oder die Personengruppe, die sich nicht mehr alleine selbst versorgen kann. Doch dies sei selbst im Falle einer Beteiligung nicht gegeben – fraglich sei auch, ob überhaupt ein Merchinger Bürger zum Zuge käme, denn das Einzugsgebiet soll von Moorenweis über Geltendorf mit Eresing bis nach Merching reichen.

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Werner Schrom erinnerte an die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Meringer Bürgernetz, bei dem auch viele Merchinger tatkräftig mithelfen und davon profitieren. Alles, was im Bürgernetz geboten sei, vom Fahr- über den Besuchsdienst bis zur Freizeitgestaltung oder auch die Beratung decke zu 100 Prozent die Wünsche, die bei der jüngsten Befragung der Merchinger Senioren geäußert wurden. „Was bringt dieses Projekt mehr? Einen Projektmanager. Nein, den brauchen wir nicht“, unterstrich er. Besser sei es, die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Meringer Bürgernetz noch mehr zu intensivieren.

Dies fand auch Monika Scheibenbogen: „Wir sind mit dem Bürgernetz bestens in Mering aufgehoben.“ Irritiert war sie allerdings durch den Standort in Egling, der ja außerhalb des Landkreises Aichach- Friedberg liegt und den der Verein Wittelsbacher Land kräftig finanziell unterstützen wird. Eigentlich wäre es nahe liegender gewesen, in Merching ein derartiges Projekt zu fördern, meinte sie.

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Bernd Waitzmann empfand das Angebot grundsätzlich „moralisch und sozial“ gut. Er entnahm dem Schreiben aber, dass dieses Projekt, insbesondere die Wohngemeinschaft für Senioren, primär Eglinger Bürgern zugutekäme, damit sie innerhalb der Dorfgemeinschaft bleiben könnten. Für Merching bliebe eigentlich nur das „Abfallprodukt“ einer Beratung und das bestärke ihn, lieber die Bande nach Mering zu stärken.

Allein Josef Kinader war etwas unschlüssig, wie er das Ganze einordnen sollte, er fühlte sich durch die Unterlagen unzureichend informiert. Dies sei sehr schade, denn eigentlich wäre eine derartige Einrichtung etwas Wunderbares. Er hatte durchaus den Eindruck gewonnen, dass auch eine Belegung in der Seniorenwohngemeinschaft für Merchinger möglich gewesen wäre. Einige Ratsmitglieder regten an, lieber selbst über den Bau einer Seniorenunterkunft nachzudenken, denn grundsätzlich sei dies eine tolle Idee. Aber Egling sei einfach von Merching aus eher ungünstig zu erreichen – im Gegensatz zu dem nahe gelegenen Mering, äußerte sich etwa Helmut Luichtl. Die Planung eines Seniorenhauses sei es durchaus Wert anzudenken, meinte auch Josef Failer. Aber einen Berater brauche man dazu nicht, bekräftigte Eduard Lutz: „Wenn wir das wollen, machen wir das selbst – und zwar von der Pike auf.“ (crp)

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