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Nachhaltigkeitsfest in Mering

26.06.2017

Mering denkt an die Zukunft

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3 Bilder
Großes Interesse bei den kleinen Besuchern weckten die beiden Schafe, welche Erlebnisbäuerin Eva Schelle-Lichtenstern aus Egling mitgebracht hatte.
Bild: Heike Scherer

Viele Besucher zieht es zum Nachhaltigkeitsfest im Meringer Lippgarten. Hier dreht sich alles um das Thema Ressourcen sparen.

 Schon von Weitem war das Blöken der beiden Schafe im Meringer Lippgarten zu hören. Die Kinder waren begeistert. Doch nicht nur Tiere gab es beim Zukunftsmarkt. Ein umfangreiches Programm mit Vorträgen, Mitmach-Aktionen, musikalischer Unterhaltung und Speisen bot das Meringer Bündnis für Nachhaltigkeit. Viele Gäste kamen gleich nach dem Familiengottesdienst in St. Michael in den Lippgarten zum Mittagessen, andere nutzten den sonnigen Nachmittag, um bei Musik und Vorträgen ihren Kaffee zu trinken.

Schon ein halbes Jahr vor der Veranstaltung hatten die sechzehn Organisatoren mit Rudolf Kaiserswerth und Michael Dudella, dem Hauptverantwortlichen von der Katholische Arbeitnehmerbewegung Augsburg, mit den Planungen für den zweiten Zukunftsmarkt begonnen.

Mit ihrem hellblauen Velomobil fährt Karin Luber aus Kissing täglich in 18 Minuten zu ihrer Arbeitsstelle nach Friedberg. Geschwindigkeiten zwischen 40 und 90 Kilometern pro Stunde seien damit möglich, erklärte sie. Viele Besucher stiegen in das Liegefahrrad und waren begeistert.

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Gleich nebenan befand sich der Stand des Naturmuseums Königsbrunn. Bei einem Quiz testeten Kinder und Erwachsene, ob sie die Zapfen von Fichte, Kiefer, Lärche und Tanne den Bäumen richtig zuordnen können oder wissen, in welcher chronologischen Reihenfolge die Haustiere Hund, Pferd, Schaf und Meerschweinchen von Menschen gewählt wurden.

Gesponnene Wolle und Solidarische Landwirtschaft

Luigi Bertele, der im Fahrradgeschäft Berchtold in Steindorf arbeitet, stellte das Job-Rad vor, ein Dienstfahrrad-Konzept. „Im Jahr 2016 haben wir zwanzig solcher Räder verkaufen, wodurch man Steuer sparen kann. Darunter waren 18 E-Bikes“, sagte er. Erst seit Februar gibt es die Solidarische Landwirtschaft Blumenthal „Solawi“, die bereits vierzig Mitglieder zählt und auch in Merching eine weitere Auslieferungsstelle hat. Saisonales Gemüse wird von drei Gärtnern in Blumenthal biologisch angebaut und einmal in der Woche an die Mitglieder ausgegeben. „Bei der direkten Verbindung zwischen dem Verbraucher und dem Landwirt werden Risiko und Verantwortung geteilt“, sagte Kathrin Schaefer.

Sieglinde Sedlmair aus Schmiechen spann Wolle in verschiedenen Farben. Sie betreibt wie auch Eva Schelle-Lichtenstern aus Egling einen Erlebnisbauernhof für Gruppen jeden Alters und ist bis August ausgebucht.

Rosengelee und Apfel-Lavendel-Aufstrich

Außergewöhnliche Aufstriche wie Rosengelee oder Apfel-Lavendel-Gelee probierten die Besucher bei Regina Martin, der Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins Mering. Der 1901 gegründete Verein bietet nicht nur Informationen für Garten und Balkon, sondern hält auch interessante Rezepte und eine monatliche Veranstaltung für seine Mitglieder bereit. Die bundesweite Initiative Foodsharing, die Elke Thiergärtner in Augsburg vertritt, soll bald auch in Mering aufgebaut werden. Gemeint ist damit, Essen, das man selbst nicht verbrauchen kann, an andere weiterzugeben. „Wir holen Lebensmittel in Geschäften ab, die ansonsten weggeworfen werden. Allein in Augsburg retteten wir seit unserem Bestehen 25 Tonnen Lebensmittel“, sagte sie. Viel Applaus erhielten sieben weibliche und zwei männliche Models, welche die von Gisela Listl neukreierten Kleidungsstücke der Marke „Gwand-Art“ auf der Bühne präsentierten. Wer sein Lieblingsstück nicht wegwerfen möchte, kann sich bei ihr etwas Neues schneidern lassen. Aus 16 ausrangierten Krawatten nähte sie einen Rock, aus alten Jeans entstanden nicht nur hübsche Kleider, sondern auch Küchenschürzen, die beim Kuchenverkauf zum Einsatz kamen.

Müllvermeidung spielt große Rolle in Mering

Erstmals besuchte Margit Henschel aus Mering den Zukunftsmarkt und war von diesen Kleidungsstücken besonders angetan. Aus Augsburg reiste Chris Litzel mit zwei Freunden an, um sich vor allem über die Themen Foodsharing und Artenvielfalt zu informieren. Schon zum zweiten Mal kam Elena Raab, die sich nach Ideen, die im Alltag umsetzbar sind, umsehen wollte.

Für Jutta Wiegleb, ebenfalls das zweite Mal dabei, spielte die Müllvermeidung eine große Rolle. Sie nehme immer eine Tüte zum Einkaufen mit und arbeite seit über 20 Jahren ehrenamtlich im Kleiderladen Mering, was auch der Nachhaltigkeit diene, sagte sie.

Sehr zufrieden zeigte sich der Hauptverantwortliche Dudella mit dem Verlauf des Tages. Die Aussteller, darunter viele neue Teilnehmer, kamen nicht nur aus Mering, sondern auch aus Augsburg, Aichach und Königsbrunn. Einige Besucher waren enttäuscht, dass der dritte Zukunftsmarkt erst wieder im Jahr 2019 stattfinden wird. Künftig wird er im zweijährigen Turnus veranstaltet.

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