1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Mering feiert seine Freundschaft mit Karmiel

Israeltag

18.06.2018

Mering feiert seine Freundschaft mit Karmiel

Copy%20of%20DSCF2253.tif
4 Bilder
Diese drei Mitarbeiterinnen der Europäischen Janusz Korczak Akademie haben beim Israeltag in Mering über Veranstaltungen in München informiert.
Bild: Heike Scherer

600 Besucher kommen zum Israeltag in die Marktgemeinde. Ihnen wird ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Auftritten geboten

„Wir sind alle Brüder und Schwestern“ sang die Speedfolkband The Revelling Crooks aus Augsburg auf der Bühne und die Besucher fassten sich an den Händen und tanzten gemeinsam durch die Mehrzweckhalle. Beim großen Israeltag in Mering kamen 600 Besucher – aus dem Landkreis Aichach-Friedberg, aus München, Saarbrücken, dem Allgäu und vor allem aus Karmiel. Mit der israelischen Stadt verbindet die Marktgemeine eine Freundschaft. Die Besucher konnten sich ein Bild von dem Land, der Kultur und den Menschen machen.

„Einen so schönen Tag wie heute habe ich in den 45 Jahren, die ich in Mering wohne, noch nie erlebt“, sagte eine Bürgerin laut dem Initiator und Hauptorganisator Günter Wurm. Merings Bürgermeister Hans-Dieter Kandler erklärte, dass seine Kommune mit dem fünften Israelfest fortschrittlich und beispielgebend sei für andere Städte und Gemeinden. In wenigen Tagen werden nun zusätzlich fünfzehn Jugendliche und der Bürgermeister aus Karmiel, Adi Eldar, anreisen, um die Menschen, Kultur, Wirtschaft und Organisationen in Deutschland näher kennenzulernen.

Mit einem Lied bitten sie um Frieden

„Lass Wunder geschehen“, gaben die Sängerinnen Franzi Rosenhammer und Sabine Koller mit ihrem ersten Lied als Motto des großen Israeltages vor. Viel Beifall bekamen sie für das Stück „The Prayer“, in dem sie um den Frieden in aller Welt und vor allem auch in dem Staat Israel baten.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der Vizegeneralkonsul Liran Sahar aus München erinnerte an die Gründung Israels vor 70 Jahren und bezeichnete die Veranstaltung deshalb als ein besonderes Erlebnis. Es sei inzwischen Normalität, dass sich Bürger aus Israel und Deutschland regelmäßig besuchen und im anderen Land arbeiten. Auch zwischen Akademikern und Künstlern bestehe eine fruchtbare Partnerschaft. „Durch die Freundschaft und die Jugendbegegnung zeigen Sie Mut und den Glauben an die Beziehungen“, sagte er. Das engagierte mehrköpfige Team der Arge Städtefreundschaft Mering-Karmiel hatte das Fest seit Januar geplant. Landrat Klaus Metzger dankte den Mitgliedern für ihre herausragende Arbeit und den „in ganz Bayern einzigartigen Tag“. Sophia Stadler aus Mering war zum ersten Mal mit ihrem Mann und den Kindern gekommen und von den Stimmen des Ella Ensembles zu Tränen gerührt. „Sie singen von Seele zu Seele. Ich habe bei Reisen nach Südamerika bereits viele Israelis aus den verschiedensten Ländern kennengelernt. Gerne möchte ich das Land einmal selbst bereisen“, sagte sie. Ihre Schwägerin Sabine Klein arbeitet beim Bayerischen Jugendring, der Reisen junger Menschen nach Israel unterstützt. An ihrem Stand konnten sich die Besucher darüber informieren und Steine mit Stiften bunt bemalen. Erika Young aus Kissing und ihre Meringer Freundin Gabriele Wahl gefielen vor allem die jiddischen Lieder der temperamentvollen Band The Revelling Crooks sehr gut. Als Mitglied des Kissinger Gospelchores Emmausvoices genoss sie auch Gospels wie „You raise me up“ oder „Hallelujah“, die der israelische Chor Ella Ensemble zum Besten gab. Auch russische und südamerikanische Lieder trugen die Sängerinnen vor.

Über verschiedene Themenfelder wird informiert

In Kurztalkrunden mit dem Moderator Christian Seebauer aus Dachau erzählte der CSU-Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko, welche Lebensfreude und Offenheit der Menschen er in Tel Aviv erlebt hat. Gemeinderätin Barbara Häberle hatte bereits eine israelische Jugendliche beherbergt und sagte, dass sie die gleichen Interessen, Probleme und Vorstellungen für die Zukunft wie deutsche junge Menschen habe. Wie groß das Interesse von deutschen Studenten an Israel sei, berichtete Marianne Krüger-Jungnickel von der Technion Haifa in Berlin. Um mehr Schulen für Patenschaften mit Israel zu animieren, habe sie kürzlich Studenten aus Karmiel im bayerischen Landtag empfangen, erzählte die SPD-Abgeordnete Simone Strohmayr.

Katja Tsafrir vom jüdischen Nationalfonds KKL berichtete, dass im Mering-Hain in Galiläa bereits 180 Bäume stünden. Sie würde sich aber über weitere Spender auf der Internetseite jnf-kkl.de freuen. Mitarbeiter der Europäischen Janusz Korczak Akademie informierten über Veranstaltungen der jüdischen Bildungseinrichtung in München.

Aber nicht nur Musik und Informationen über Israel erlebten die Gäste. Anita Würmseer hatte mit ihrem Start-up-Unternehmen Veganani das typisch-israelische Rezept „Shakshuka“ mit Couscous, Kichererbsen, Hummus und einem Sesambrötchen vorbereitet. Die Kinder konnten auf einem Pony oder Kamel durch die Ortsmitte von Mering reiten oder orientalische Märchen im Beduinenzelt von Heinrich Weigl hören.

Hier gibt es weitere Bilder.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren