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Familien in Mering

24.04.2015

Mering hat mit die teuersten Kindergärten

Die Elternbeiträge für die Meringer Kindergärten- und Krippen wurde wieder erhöht.
Bild: Archiv Heike John

 Der Gemeinderat erhöht wieder die Elternbeiträge. Vor allem die Krippenplätze sind teuer. Der Geschwisterrabatt bleibt vorerst ungewöhnlich

 Zwölf statt bisher elf Monatsbeiträge müssen die Eltern für die Betreuung ihrer Kindern in den Meringer Kindergärten und Krippen bezahlen. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Bei gleich bleibender Höhe des Einzelbeitrags bedeutet dies eine deutliche Steigerung des jährlichen Gesamtbeitrags. Mering liegt damit im Vergleich der umliegenden Kommunen wieder ganz an der Spitze.

Für eine Buchungszeit von 3 bis 4 Stunden zahlen die Eltern in Meringer Kindergärten 80 Euro im Monat, jede zusätzliche Stunde kostet 8 Euro mehr. Bei der Krippe sind es 190 Euro und die Summe erhöht sich pro zusätzlicher Stunde Buchungszeit um 25 Euro.

Bei einem Halbtagsplatz bis zu fünf Stunden beläuft sich dies im Jahr nun auf 1056 Euro. Im Vergleich ist das noch im Bereich des Üblichen. Im Friedberger Kindergarten St. Franziskus kommt man insgesamt auf den selben Betrag. Und in den Kissinger Kindergärten Schatzkiste und Alte Schule sind es sogar 1128 Euro. Vergleicht man jedoch einen Ganztagsplatz mit bis zu neun Stunden täglich, liegt Mering mit jährlich 1440 Euro ganz vorne, in den Kissinger Kindergärten sind es 1272 Euro, in St. Franziskus Friedberg 1164 Euro.

Richtig tief in die Tasche greifen müssen die Eltern bei der Krippenbetreuung. Hier lag Mering bereits vor der Erhöhung im absoluten Spitzenfeld. Danach zahlen Eltern für bis zu fünf Stunden 2580 Euro im Jahr, in den genannten Kissinger Einrichtungen sind es 2136 Euro, in der Friedberger Kita „Guter Hirte“ 1980 Euro. Brauchen Eltern einen Ganztagsplatz mit bis zu neun Stunden, steigt die jährliche Belastung auf 3780 Euro an und liegt damit weit über allen anderen verglichenen Krippen.

Bürgermeister Hans-Dieter Kandler verwies darauf, dass der Markt Mering immer wieder Leistungen erbringt, die über seine geforderten Pflichtaufgaben hinaus gehen. So erinnerte er an die Forderung der Elternbeiräte, einen Springer an den Kindergärten einzustellen. Der Gemeinderat war diesen Wunsch nachgekommen. Für den Markt Mering bedeutet dies ca. 25000 Euro Mehrkosten im Jahr. Doch bereits damals hatte der Bürgermeister klar gemacht, dass sich solche Entscheidungen auch in den Elternbeiträgen nieder schlagen.

Dass die Systematik auf ein Zwölfmonatssystem umgestellt wird, hat praktische Gründe. Denn der Freistaat Bayern zahlt Fördergelder, um den Eltern ein vergünstigtes letztes Kindergartenjahr zu gewährleisten. Diese werden pro Monatsbeitrag ausgezahlt. Insofern wird den Eltern der Vorschulkinder in Mering derzeit nicht die volle Förderung zuteil. Außerdem erleichtert die Umstellung die Vergleichbarkeit, weil die meisten Kindergärten so abrechnen.

Im Gemeinderat vorgestellt waren drei mögliche Varianten. Die Monatliche Grundgebühr von 80 Euro war dabei die höchste. Sie bringt dem Markt Mering jährlich gut 21000 Euro mehr in die Kasse. Dafür plädierte der Bürgermeister: „Qualität hat ihren Preis!“. Generell sahen die Gemeinderäte die Notwendigkeit der Preisanhebung ein. Für Debatten sorgte einmal mehr Merings wohl einzigartige Regelung zum Geschwisterrabatt. Während es in den meisten Einrichtungen fürs zweite Kind eine Ermäßigung gibt, müssen in Mering drei Sprösslinge einer Familie zeitgleich dieselbe Einrichtung besuchen, damit es Rabatt gibt. „Da muss man ja jedes Jahr ein Kind kriegen, um das zu schaffen“, kritisierte Erich Lutz (CSU). „Warum?! Wir hatten schon mal eine Familie mit Drillingen, die waren da sehr froh drum!“, entgegnete Kandler. Er hält einen Geschwisterrabatt grundlegend für unlogisch. „Das zweite Kind ist in der Betreuung doch auch nicht weniger aufwändig als das erste!“ sagte er. Petra von Thienen (Grüne) sprach sich ebenfalls für eine Ermäßigung ab dem zweiten Kind aus. Es gehe darum, Familien zu entlasten, für die das tägliche Leben in vielerlei Hinsicht teuer ist. Letzten Endes versprach der Bürgermeister auf Anregung von Götz Brinkmann zu überprüfen, wie viele Familien mit drei Kindern es im Verhältnis überhaupt gibt. Die Erhöhung der Gebühren wurde dann mit nur einer Gegenstimme beschlossen.

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