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Protest

18.03.2019

„Mering ist bunt“ setzt ein Zeichen gegen Rechts

Das Meringer Aktionsbündnis „Mering ist bunt“ setzte am Samstag ein Zeichen gegen Rechts.
Bild: Heike John

Am Samstagnachmittag ruft das Aktionsbündnis zur Gegenkundgebung der Identitären am Marktplatz auf. Wie viele Leute kommen.

Laute Musik, Reden, Applaus, vereinzelt Buhrufe. Ungewohnt viel Leben gab es für zwei Stunden am Samstagnachmittag am Meringer Marktplatz. Am Donnerstagabend war durchgedrungen, dass eine Kundgebung zum Thema „Identität“ im Zentrum der Marktgemeinde angemeldet worden sei. Ganz kurzfristig beschloss das Aktionsbündnis „Mering ist bunt“ dem etwas entgegenzusetzen und rief seine Mitglieder zum zahlreichen Erscheinen auf.

Einen Tag nach dem Attentat im neuseeländischen Christchurch auf zwei Moscheen bot sich Passanten folgendes Bild: Zwei Infostände mit gelben Schirmen der Gruppe „Identitäre Bewegung“ mit 20 bis 25 Menschen. Gegenüber an der Busbucht vor der Sparkasse der Stand von „Mering ist bunt“ mit gut 70 Leuten, die in Gruppen zusammenstanden, diskutierten, informierten. Dazu Musik und Schilder mit Bekenntnissen zur Vielfalt. „Machen wir diesen Leuten klar, dass wir sehr gut ohne sie zurechtkommen. Lasst uns hier Zivilcourage zeigen und friedlich gegen den Identitätsstand protestieren“, so hatte „Mering ist bunt“-Sprecher Peter Hörmann im Vorfeld aufgerufen.

Einsatzwagen der Polizei in Mering im Hintergrund

Die „Identitäre Bewegung“ verbindet mehrere aktionistische, völkisch orientierte Gruppierungen, die ethnopluralistisch-kulturrassistische Konzepte vertreten. Sie gehen von einer geschlossenen „europäischen Kultur“ aus, deren „Identität“ vor allem von einer Islamisierung bedroht sei.

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Vertreter aller Parteien, der Kirche, verschiedener Vereine und nicht nur Meringer waren der Aufforderung zur Gegenkundgebung gefolgt. Auf Anraten der Polizei war das Aktionsbündnis angehalten, seinen Stand gegenüber dem Marktplatz aufzubauen, um möglichen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Ein Einsatzwagen der Polizei hielt sich im Hintergrund bereit.

Junge Frau wünscht sich, dass beide Seiten miteinander sprechen

„Die einen hier, die anderen da, jetzt müsste man sich in der Mitte treffen und miteinander sprechen“, wünschte eine junge Frau mit Kinderwagen, die auf einer Bank am Marktplatz das Geschehen beobachtete. „Wenn jemand seine Identität sucht, hilft es oftmals in ein Geschichtsbuch zu schauen“, kommentierte Peter Hörmann am Mikrofon.

„Freiheit – Gleichheit und Brüderlichkeit. Ein langer Kampf für Menschenrechte, für Gleichberechtigung.“ Auswärtige Stimmungsmacher gegen Flüchtlinge, vor allem vor dem Hintergrund des geplanten Ankerzentrums, werden in Mering nicht geduldet, so hieß es aus den Reihen der „Mering ist bunt“-Befürworter.

Ihnen gehe es darum, Mering „bunt“ zu erhalten und rechtsradikale Tendenzen sowie sogenannte verschwörungsideologische Ansätze zurückzudrängen. (jojo)

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