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Mering

30.06.2020

Mering will Freundschaft zu Israel intensivieren

Mit großem Interesse nahm Michaela Engelmeier (2. von links) an der Führung im KZ-Außenlager durch Manfred Deiler, Präsident der Holocaustgedenkstätte Stiftung in Landsberg, teil.

Plus Der Besuch der Generalsekretärin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gibt Auftrieb zur Vertiefung der Städtepartnerschaft mit Karmiel. Deshalb kommt sie zuerst nach Mering.

Wäre die Corona-Pandemie nicht dazwischengekommen, dann hätten elf Schüler der zehnten Klasse des Meringer Gymnasiums die Woche vor Ostern in Israel verbracht. Wie bereits im Vorjahr hatte die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Städtefreundschaft Mering-Karmiel eine Schülerfahrt mit berufspraktischen Aspekten ins sogenannte Heilige Land organisiert. „Das weltweit grassierende Virus machte unsere Pläne zunichte“, bedauert Josef Maisch. Zu gern wäre der Schulleiter in diesem Jahr auf der Reise mit von der Partie gewesen, denn er hält große Stücke auf das Projekt, das Initiator Günter Wurm und seine Mitstreiter von der ARGE im Rahmen der Städtefreundschaft angestoßen haben.

Dies betonte er im angeregten Gespräch mit Michaela Engelmeier, der Generalsekretärin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) bei einem Treffen in Mering. Erst im April dieses Jahres übernahm die ehemalige Bundestagsabgeordnete das Amt und sie macht sich nun auf, alle 52 regionalen Arbeitsgemeinschaften kennenzulernen. Dass ihr erster Weg sie gleich zur DIG Augsburg-Schwaben und somit auch nach Mering führte, ist Günter Wurm zu verdanken. Seit der Unterbergener im Rahmen des Schmiechener Ferienprogramms ein Israelfest organisierte und 2014 die Städtefreundschaft zwischen Mering und der Stadt Karmiel im Norden Israels einfädelte, ist er unermüdlich für die Völkerverständigung im Einsatz.

Viel Einsatz ist für die Freundschaft zu Israel nötig

Die aus Berlin kommende DIG-Generalsekretärin zeigte sich beeindruckt vom großen Engagement der ARGE Städtefreundschaft in Mering. „Was hier geleistet wird, um Verständnis für Israel als das unbekannte Land zu wecken, ist bemerkenswert“, betonte sie. Der wachsende Antisemitismus beunruhige sie enorm und man müsse unbedingt etwas dagegensetzen. Etwa die Chance, als junger Mensch ein unglaublich innovatives Land kennenzulernen und festzustellen, dass dort ganz normale Menschen leben, wie Schulleiter Josef Maisch sich ausdrückte. „Der in unserem Gymnasium angebotene Austausch ist etwas, was ankommt“, so seine Erfahrung. „Die Kinder berichten voller Begeisterung von ihrer Reise und die Eltern merken, ‚ich kann mein Kind durchaus in dieses Land schicken‘“. Den noch in den Kinderschuhen steckenden Israelaustausch wertet er ähnlich wertvoll wie die Städtepartnerschaft mit Ambérieu. „Frankreich galt einmal als Erzfeind Deutschlands, nun pflegen wir beste Beziehungen.“ Um dies auch mit Israel zu erreichen, ist noch viel Einsatz nötig.

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Viele blicken auf die Freundschaft zwischen Mering und Karmiel

„Wir investieren unglaublich viel Energie“, berichtet Günter Wurm. Auch seine Frau Annemarie und Sohn Benedikt sowie ARGE-Mitglied Peter Holthaus und Sprecher Michael Krämer waren beim Gespräch mit der DIG-Generalsekretärin dabei. Ihr berichteten die Organisatoren von finanziellen und bürokratischen Hürden für einen Jugendaustausch. In Augsburg besichtigte der Gast aus Berlin auch die Synagoge. Auf dem Besuchsprogramm stand zudem eine Besichtigung im Kauferinger Außenlager des KZ Dachau, der sich auch Merings vormaliger Bürgermeister Hans-Dieter Kandler anschloss. Unter seiner Ägide wurde 2014 Merings Städtefreundschaft mit Karmiel eingefädelt. Günter Wurms großer Wunsch ist es, aus der Freundschaft langfristig eine Städtepartnerschaft erwachsen zu lassen. Nicht zuletzt ergäben sich dadurch bessere Fördermöglichkeiten des Jugendaustauschs, so bestätigte Michaela Engelmeier. „In Bayern gibt es nicht viele Städte mit Beziehungen zu Israel, selbst in Augsburg und München nicht, darum schauen viele auf uns in Mering“, betonte Günter Wurm nicht ohne Stolz.

 

Zu einem gemeinsamen Gespräch kam Merings Bürgermeister Florian Mayer mit der Generalsekretärin der DIG zusammen. „Wir haben vor, möglicherweise noch Ende dieses Jahres eine Reise nach Karmiel zu planen“, teilte er mit. „Ich würde mir dann einen Gegenbesuch aus Karmiel im Rahmen unseres Festes zum 1000-jährigen Bestehen Merings wünschen.“

In Bayern ist Mering ein Vorreiter

Vorab lernte Mayer schon via Videokonferenz Karmiels Bürgermeister Moshe Koninsky kennen. „Ich hatte hier einen positiven Eindruck für eine gute Freundschaft in Zukunft.“ Er begrüßt vor allem den Jugendaustausch. „Dass wir als kleiner Markt bei derartigen Beziehungen auch bayernweit Vorreiter sind, zeigt, dass wir in Sachen Völkerverständigung gut aufgestellt sind. Ich verweise hiermit auch auf die Arbeit von ,Mering ist bunt‘ und den Verein Internationale Kultur Mering.“ Das Thema der Städtefreundschaft und deren Weiterentwicklung habe er in der letzten Bürgermeister- und Fraktionssprecherrunde thematisiert und die Fraktionen gebeten, intern zu diskutieren, wie man diese in der Zukunft weiterentwickeln wolle.

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