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Mering

31.07.2019

Meringer Ankerfiliale soll eine Vorzeigeeinrichtung sein

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Am Mittwoch stellte sich Innenminister Joachim Herrmann den Fragen der Medien zur Meringer Ankerdependance und zur bayerischen Flüchtlingspolitik.
Bild: Peter Fastl

Innenminister Joachim Herrmann will den Schutz von allein reisenden Frauen mit Kindern und Familien verbessern. In Mering löst er ein Versprechen ein.

Es ist ein grauer verregneter Vormittag in Mering. Die Securityleute an der Ankerdependance, die seit gut einer Woche in Betrieb ist, suchen unter dem provisorischen Pavillon vor dem ehemaligen Fabrikgebäude an der Hörmannsberger Straße Schutz vor dem Regen. Alles ist ruhig. Der Tagesablauf für die Flüchtlingsfamilien aus der Türkei, Nigeria und Gambia hat sich eingespielt. Doch noch kehrt kein richtiger Alltag für die 52 Asylbewerber ein. An diesem Nachmittag steht „hoher Besuch“ aus München an. Innenminister Joachim Herrmann hat sich angekündigt. Er will sich ein Bild von der neuen Ankerdependance, der ersten im Landkreis Aichach-Friedberg, machen.

Zudem löst Herrmann ein Versprechen ein. Bürgermeister Hans-Dieter Kandler (SPD) war mit dem Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko (CSU) vor einigen Monaten nach München gereist, um auf die schwierige Situation in Mering aufmerksam zu machen. Damals versprach Herrmann, dass Mering nicht nur belastet, sondern auch entlastet werde. Kandler nimmt ihn am Mittwochnachmittag beim Wort und spricht die Situation der vier Häuser an der Hartwaldstraße an, die ursprünglich für 90 Flüchtlinge gedacht waren und bis jetzt leer stehen. Hier will er gemeinsam mit der Kreiswohnbaugesellschaft Familien unterbringen, die aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes in der Marktgemeinde keinen bezahlbaren Wohnraum finden.

Kandler und Tomaschko kommen mit fröhlichen Minen aus dem Gespräch. Sie überlassen es Innenminister Herrmann zu verkünden, dass das Thema Hartwaldstraße geregelt sei. „Es gibt nur noch kleine Detailfragen zu klären, aber vonseiten des Innenministeriums ist der Weg frei“, sagt Herrmann.

Schutz für alleinreisende Frauen mit Kindern und Familien

Er bleibt außerdem dabei, dass in der Ankerfiliale in Mering auch auf längere Sicht Familien untergebracht werden sollen. Die Einrichtung soll sogar speziell dafür ausgebaut werden. „Es wird eine professionelle Kinderbetreuung geben“, informiert Tobias Hilgers von der Regierung von Schwaben, die die Einrichtung betreibt. Herrmann weiter: „Wir werden mit solchen Konzepten weiter daran arbeiten, den Schutz alleinreisender Frauen mit Kindern und Familien vor Gewalt auszubauen.“ Herrmann macht sich bei einem Rundgang ein Bild von der Situation. Er will genau wissen, wie die Menschen untergebracht sind und wie ihre Zeit dort gestaltet ist.

Bürgermeister Hans-Dieter Kandler lobt die Zusammenarbeit mit der Regierung von Schwaben: „Sie lassen uns wirklich nicht alleine und haben jetzt bewiesen, dass wir auf sie zählen können.“ Vor allem, dass vonseiten der Regierung von Schwaben gleich die Nachbarn eingeladen wurden, um sich die Einrichtung näher anzuschauen, verdiene hohes Lob.

Ankerdependance in Mering ist eine Aufgabe für die nordschwäbische Polizei

Regierungspräsident Erwin Lohner ist am Mittwoch ebenfalls vor Ort und freut sich über die positiven Entwicklungen. Denn auch er weiß um die Sorgen und Bedenken, die diese Einrichtung bei der Meringer Bevölkerung ausgelöst hat. Polizeipräsident Michael Schwald vom Präsidium Schwaben Nord berichtet, dass es in der ersten Woche rund um die Ankerdependance keine Vorfälle gegeben habe. Zur personellen Ausstattung der Polizeiinspektion Friedberg sagt er: „Ich sehe die Ankerdependance nicht als reines Aufgabengebiet für die Kollegen in Friedberg, sondern als eine Aufgabe der gesamten Polizei in Nordschwaben.“

Neben der Dependance in Mering mit maximal 150 Personen gibt es im Regierungsbezirk noch die Einrichtungen in Neu-Ulm (250 Personen), zwei in Kempten mit jeweils 190 Asylbewerbern und die Standorte in Augsburg an der Berliner Allee (derzeit 100, später 200 Personen), Inningen (90 Personen) sowie am Kobelweg mit 140 Flüchtlingen. Herrmann unterstützt das sogenannte „schwäbische Modell“, das ein Behördenzentrum in Augsburg mit sieben Dependancen vorsieht. Dennoch seien auch die großen Ankerzentren ein Erfolg. „Damit erhalten doch auch die Asylbewerber selbst eine schnellere Entscheidung, wie es bei ihnen weitergeht.“

Lesen Sie dazu auch: So sieht es in der Meringer Ankerdependance aus

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