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Mering

14.05.2020

Meringer Autor lebt seine schwäbische Seite

Der Meringer Autor Peter Glowotz hat unter dem Pseudonym Max Abele seinen ersten Regionalkrimi veröffentlicht. Schon zuvor hat er drei Bücher geschrieben.
Bild: Klaus Fies

Plus Der Meringer Peter Glowotz bringt sein viertes Buch heraus. Für den Regionalkrimi „Nur tote Schwaben schweigen“ legt er sich extra ein neues Pseudonym zu.

Kommissar Eugen Querlinger ist ein ziemlich spezieller Typ von eher rauem Charme. Der wird besonders lebendig, wenn Autor Peter Glowotz – alias Max Abele – selbst aus seinem neuesten Werk „Nur tote Schwaben schweigen“ vorträgt. Bisher sind allerdings nur die Zuhörer in der Kissinger Bücherei in den Genuss gekommen, wo der mittlerweile in Mering lebende Schriftsteller traditionell seine erste Lesung abhält. Alle weiteren Veranstaltungen sind vorerst der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen.

Der Zeitpunkt war denkbar ungünstig, doch Glowotz lässt sich nicht entmutigen. Er arbeitet schon am zweiten Teil, denn der Krimi um den Ulmer Kripo-Kommissar ist als eine Reihe angelegt. Der 68-jährige Schriftsteller beschreitet damit wieder einmal neue Wege. Bisher hat er unter seinem eigenen Namen einen zeitgenössischen Thriller sowie unter dem Pseudonym Peter Orontes zwei historische Krimis veröffentlicht. „Die Tochter der Inquisition“ wurde mit dem Literaturpreis „Goldener Homer“ ausgezeichnet.

Peter Glowotz hat sich intensiv mit der Inquisition beschäftigt

Dafür hatte sich Glowotz intensiv mit der Geschichte der Waldenser und deren Verfolgung durch die Inquisition beschäftigt. „Was ich da in den Archiven an Dokumenten gefunden habe, ist mir richtig an die Nieren gegangen“, erzählt er. Auch daraus ist bei ihm der Wunsch erwachsen, sich einmal einem leichteren Genre zu widmen. Weil dieses aktuelle Werk stilistisch völlig anders ist, hat er sich auch ein neues Pseudonym zu gelegt. „Ich fand, zu diesem Buch braucht es auch einen schwäbischen Namen. Max Abele passt einfach“, sagt Glowotz. Auch der Verlag sei der Ansicht gewesen, dass sich das Buch unter diesem Namen besser vermarkten lässt.

Seinem ersten Regionalkrimi widmet sich der Meringer mit einer Freude, die der Leser in der Charakteristik der Personen und in den ironischen Wortwitzen deutlich spürt. „Dieses Buch zu schreiben, hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht“, sagt der Autor selbst.

Bei allem Humor kommt die Spannung jedoch nicht zu kurz. Seine Hauptperson, Kriminalhauptkommissar Querlinger, hat es nämlich mit einem kuriosen Serienmörder zu tun, der seine Opfer mit Vogelnamen belegt und seine Taten bei der Kripo in holprigen Reimen ankündigt. Dabei ist er zur Frustration des Hauptkommissars und seiner Kollegen der Polizei immer mindestens einen Schritt voraus. Langsam fügen sich für die Ermittler und den Leser die Hinweise zusammen. Und die führen in die Vergangenheit zu einem folgenschweren Klassentreffen.

Meringer Autor sorgt für Spannung

Bei allen Unterschieden in seinen Werken: Peter Glowotz versteht es, für Spannung zu sorgen. „Ich habe schon als Kind gerne Abenteuer-Romane gelesen“, bekennt er. Bis er sich selbst ans Schreiben machte, sollte es allerdings noch viele Jahre dauern.

Glowotz ist in der Nähe von Pfullendorf aufgewachsen. Er hat eine Lehre zum Schriftsetzer absolviert, bevor er Grafikdesign studierte. Er arbeitete in verschiedenen Werbeagenturen und landete so auch in Ulm, wo er vier Jahre lebte und seine Liebe zur schwäbischen Sprache und Mentalität entdeckte, die er nun in seiner neuen Krimireihe auslebt. Später war er in München beschäftigt und zog mit seiner Frau und den beiden Söhnen nach Kissing. Mittlerweile wohnt der Autor in Mering und arbeitet schon lange auf selbstständiger Basis im Bereich Kommunikationsdesign und Text.

Erst im Alter von 50 Jahren schrieb er sein erstes Buch. Seitdem sprudeln die Ideen. Im Moment sitzt er an der Fortsetzung mit seinem Kommissar Querlinger. „Ich kann mir aber auch vorstellen, noch mal etwas ganz anderes als Krimis zu schreiben“, sagt er.

Gerade hier, wo viele den Verfasser persönlich kennen, wird der ein oder andere nach autobiografischen Zügen suchen. Ist Peter Glowotz etwa ein Grantler? Steht er auch unterm Pantoffel seine Frau und muss genussfeindliche Diäten halten? „Da gibt es keine Ähnlichkeiten“, beteuert Glowotz. Nur eine einzige Eigenschaft habe er mit seiner Hauptperson gemeinsam: „Der Querlinger hasst rote Beete – genauso wie ich!“.

„Nur tote Schwaben schweigen“ von Max Abele ist im Emons Verlag erschienen und hat 384 Seiten. Es kostet 14 Euro.

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