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Roman

09.01.2017

Meringer Autor sieht düstere Zukunft

Der Autor, Rollenspieler und Musiker Michael Erle mit seinem neuen Zukunftsroman lebt in Mering.
Bild: Manuela Krämer

Vom Miteinander, riskanten alternativen Technologien und einem multikulturellen Deutschland handelt das Buch von Michael Erle. Aus Liebe zog er in die Gemeinde.

Der Meringer Autor Michael Erle wirft einen Blick in die Zukunft. In seinem Science-FictionRoman geht es darum, wie Menschen in 70 Jahren mit neuen Herausforderungen umgehen. „Wie reagiert eine Gesellschaft, die dringend Leute braucht, die mit anpacken?“ Das Buch „Sturm über dem Rheintal“ dreht sich um ein mögliches Leben nach dem Klima-Kollaps.

Nach Mering zog Erle erst kürzlich „aus Liebe“ und fügt hinzu: „Gibt es einen schöneren Grund?“ Düster ist hingegen sein neues Buch. Vom Verlag wird es als Dystopie, als Zukunftsvision mit negativem Ausgang, vorgestellt. Der packende Roman regt zum Nachdenken über unser heutiges Leben an. Hoffnung scheint es, laut Erle, nur in einer multikulturellen Gemeinschaft zu geben, in der sich alle aktiv mitmachen. Der Autor, der sich auch als Journalist, Musiker und Rollenspieler betätigt, beschreibt sich als „Fan von allem Schrägen“. Vor etwa sechs Jahren begann er seinen Sci-Fi-Roman über eine beklemmende aber durchaus vorstellbare Zukunft in Deutschland zu schreiben. Es ist nicht sein erstes Werk: Michael Erles Veröffentlichungen erstrecken sich von Science-Fiction und Fantasy über Thriller bis hin zu Musical-Libretti.

Im aktuellen Roman sind die drohende Klimakatastrophe und der Zusammenbruch von Staaten bereits eingetroffen. Nun umkreist ein stabiles Sturmsystem die Erde. Die Menschen, die überlebt haben, existieren nur im Rhythmus dieses Sturmes. Sie nennen ihn den „braunen Fleck“, weil er als solcher auf den Satellitenkarten zu erkennen ist. Dort, wo er vorüberzieht, müssen sich die Bewohner in Bunker zurückziehen, daher sind technisch ausgefeilte Frühwarnsysteme und die digitale Kommunikation lebensnotwendig. Inmitten dieser Situation in Deutschland des 21. Jahrhunderts lebt die Heldin Etienne ein typisches Teenagerleben.

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Als in der Nähe ihres Heimatortes im Rheintal eine dieser überlebenswichtigen Technologien ausfällt, macht sie sich mit ihren Freunden auf, um diesen Funknetzknoten zu reparieren. Die Expedition scheint zu gelingen, doch Etienne entdeckt einen seltsamen Kult mit mystisch-rassistischen Zügen. Plötzlich scheint nichts mehr so, wie es war.

Warum die Geschichte zwischen Rhein und Bodensee spielt? Weil sich hier schon immer unterschiedliche Völker angesiedelt hätten, begründet dies der Autor. Hier trafen Römer auf Germanen, lebten Franzosen neben Deutschen. Das Alpenvorland und das nahe Elsass seien Paradebeispiele für stetigen Wandel und Integration. Multikulturell stellt sich Erle unsere Zukunft vor, doch er stellt Bedingungen im Roman. Wichtig sei, wie wir mit Zuwanderung und dem Zerfall von Bündnissen umgingen. Wie verständigen wir uns? Wie leben wir nach Brexit, Grexit und Co.? Sind Landesgrenzen in 70 Jahren noch sinnvoll?

Michael Erle selbst ist mehrsprachig aufgewachsen und sieht darin einen Schlüssel für erfolgreiche Integration. Nur wer sich miteinander verständigen könne und dies aktiv tue, schaffe es, in einer Krisensituation zu überleben. Wobei Erle nicht nur die Sprache, sondern auch das Verständnis für andere Denkweisen meint.

Geht der Roman gut oder schlecht aus? Hier mag sich der Autor, der auch in einer Münchner Band spielt, nicht festlegen. „Die Heldin ist eine andere geworden“, deutet er vage an. Weil Erle in Mering lebt, möchte er auch hier aktiv werden. Ob das eine Lesung oder ein Auftritt mit seiner Band „Stereo Monument“ sein wird, bleibt offen. Ein weiteres Buch? Ist schon in Arbeit. Ein Fantasy-Roman soll es diesmal werden. Die Leser dürfen gespannt sein.

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