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Mering

28.09.2020

Meringer Autor will mehr Farbe ins Leben bringen

Der Meringer Autor Moritz Waldner hat mit „Bunte Dimensionen“ ein spirituelles Buch geschrieben.
Bild: Edigna Menhard

Plus Moritz Waldner hat mit „Bunte Dimensionen“ ein spirituelles Buch geschrieben. Der Meringer kennt bereits von seinen Eltern schamanische Zeremonien und Rituale.

Auf dem Cover des neu erschienenen Buches „Bunte Dimensionen“ ist ein Adler vor einer Bergwelt abgebildet, im Hintergrund ist eine Schlange zu sehen. Damit will der Meringer Autor Moritz Waldner eine Botschaft vermitteln: „Der Adler steht im Schamanischen für das Überbewusste, die Schlange für das Unterbewusste und die Berge für das Jetzt und Hier.“

Der Meringer war schon viel in der Welt unterwegs

Geschrieben habe er das Buch, weil er Menschen helfen möchte, ihre Herzenswünsche zu leben. Bunte Dimensionen habe er es betitelt, weil die Welt nun mal bunt sei, erklärt er. Das müsse man aber erst erkennen, denn in der Schule bekäme man analytisches Schwarz-Weiß-Denken beigebracht. „Ich will den Menschen zeigen, wie sie mehr Farbe ins Leben bringen.“

Und wie das geht, veranschaulicht er durch seine eigene Lebenserfahrung. Denn obwohl er gerade erst 24 Jahre alt geworden ist, hat der Autor und Texter schon einiges erlebt: Aufgewachsen ist er in Inning am Ammersee, wo ihn seine Eltern bereits mit schamanischen Zeremonien und Ritualen in Kontakt gebracht haben.

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Nach der Schulzeit flog er erst mal nach Indonesien und Thailand. Dort hielt er inne, merkte, dass er sich selbst komplett vergessen hatte, weil er sich nur um alle anderen gekümmert habe. Er sinnierte über den Sinn des Lebens und warum in Deutschland alles so reglementiert sei. Das war mit der Auslöser, dass er sich daran machte, die Welt zu entdecken.

Der 24-jährige Autor arbeitete in Peru auf einer Pilzfarm

Er reiste nach Peru, wo er auf einer Pilzfarm arbeitete, lernte dort aber auch Heil- und Schwitzhüttenzeremonien kennen und beschäftigte sich mit dem holotropen Atmen. Das sei eine Kreisatemtechnik, durch die man Erfahrungsbereiche entdecken könne, die dem Bewusstsein sonst nicht zugänglich seien. Er bereiste Nicaragua: „Ich lernte, inwieweit eine andere Kultur die Grenze für die eigenen Wünsche sein kann“, sagt Waldner und erzählt dann konkreter, dass er dort ausgeraubt wurde, weil er betrunken über die Straße gelaufen sei.

Danach sei ihm das nie wieder passiert, obwohl er auch lange in Mexiko gelebt habe und in gefährlichen Gebieten unterwegs war. Dort hat er nicht nur die freundlichen Menschen in Mexiko-Stadt zu schätzen gelernt, sondern auch in der Region Puebla bei einem Schamanen im Wald gelebt.

Er will das Wissen der Schamanen weitergeben

Waldner half diesem, eine Webseite zu bauen, dafür bekam er von seinem Mentor ein persönliches Training. Außerdem war er viel in Europa unterwegs – Spanien, der Schweiz, Kroatien, Österreich. Finanziert hat er sich selbstständig als Texter oder er schraubte als passionierter Kletterer in Kletterhallen Routen. Viel Geld hat er in dieser Zeit nicht gebraucht, erzählt er. „Ich habe mir ausgerechnet, dass ich bei all den Reisen vielleicht zehn Euro am Tag ausgegeben habe. Mexiko war mit 18 Euro am Tag etwas teurer, andere billiger.

In Indonesien habe ich gerade mal 2,50 Euro für ein Hostel gezahlt – mit Frühstück. Seine Gedanken, seine Erkenntnisse hat er nun aufgeschrieben, und angereichert mit eigenen Bildern und Gedichten im Self-Publisher-Verlag Tredition veröffentlicht. Er wollte weitergeben, wie sich das Wissen der Schamanen, Mönche, Philosophen, Priester und Querdenker in unser modernes Leben integrieren lässt.

Dabei ordnet er seine Erfahrungen in vier Themenbereiche. Das erste Thema: Freiheit. Er kritisiert, hier das „Pseudojammern“ in Deutschland. Viele beklagten sich, dass sie gerne frei wären und am Strand liegen oder durch die Welt reisen möchten, aber stattdessen arbeiten müssten. Sie glaubten, woanders sei es besser. „Das ist es aber nicht“, sagt er. Wir sollten uns glücklich schätzen, so ein privilegiertes Leben hier zu führen. Denn auch in Peru oder Indonesien arbeiten die Leute hart, damit sie sich Miete und Essen leisten können.

In Deutschland mag er die Freiheit

„Hier in Deutschland mag ich besonders die Freiheit, dass ich an den Strand gehen kann, mich hinsetzen kann, ohne dass es nach Müll stinkt, die Freiheit, dass ich nachts mit meiner Freundin hier laufen kann und wir nicht alle 50 Meter von irgendjemanden angesprochen werden, die Freiheit, dass ich in meiner Sprache arbeiten kann, dass ich einen Job habe.“

Als zweiten Themenbereich widmet er sich der Disziplin. Für ihn bedeute das nicht, dass man getaktet jeden Tag das Gleiche machen müsse, sondern das, wonach einem ist. Aber hier solle man sich nicht ablenken lassen und konzentriert bei der Sache bleiben. Er selbst versuche, täglich zu meditieren, auch wenn er manchmal keine Lust dazu habe. Ein weiteres Thema, das ihn beschäftigt, ist die Akzeptanz. So solle man die Vergangenheit akzeptieren und manche Dinge hinnehmen, wie sie sind.

Diese Erkenntnis ist wichtig für ihn, weil er lange mit Vergangenem haderte. Zwei Fälle von Selbstmord gab es in seiner unmittelbaren Umgebung. „Das sind Themen, mit denen ich mich beschäftigen muss, weil es Teile meines Lebens sind und ich sie nicht wegreden kann.“ Auch das Glück, sein vierter Themenbereich, sieht er mit besonderem Blickwinkel: Jeder könne sich entschließen, glücklich zu sein. Denn man habe die Wahl: „Man kann aufwachen und knatschig sein, oder man kann aufwachen und sich freuen über das, was man mache und über die Menschen, die einen umgeben.“

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