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Mering

26.12.2020

Meringer Kunstschaffende werden für ihre Kapelle ausgezeichnet

Für ihre Kapelle bei der Ludwigschwaige wurden Architekt Alen Jasarevic und Künstler Josef Zankl, die beide in Mering leben, mit einem Preis ausgezeichnet.
Bild: Heike John

Plus Die kleine Wegkapelle bei Buttenwiesen ist bei Ausflüglern beliebt. Für ihre Schöpfer Josef Zankl und Alen Jasarevic gibt es nun eine besondere Anerkennung.

Preise und Auszeichnungen für ihre kreative Arbeit haben sowohl Bildhauer Josef Zankl als auch Architekt Alen Jasarevic in ihren vielen Schaffensjahren in hoher Zahl gesammelt. Nun kommt für die beiden Meringer Kunstschaffenden ein weiterer Preis dazu. Für Entwurf, Bau und Ausgestaltung ihrer Wegkapelle bei der Ludwigschwaige wurden sie jüngst mit einem Anerkennungspreis der Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche „Artheon“ ausgezeichnet.

Dieses Berliner Netzwerk von Theologen, Künstlern, Galeristen und Ausstellungsmachern prämiert seit 1996 Projekte, die exemplarisch sind für einen Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst, Theologie und Kirche und die im künstlerischen Prozess neue Sichtweisen und Fragestellungen eröffnen. Die Wegkapelle – das im Auftrag der Denzel Stiftung gestaltete spirituelle Bauwerk in den Donauauen nahe Buttenwiesen – ist bei Ausflüglern sehr beliebt. Bereits das dritte Gästebuch, das in der Kapelle ausliegt, ist inzwischen gefüllt.

Meringer erfolgreich unter hundert Mitbewerbern

Für den Wettbewerb wurden rund hundert Arbeiten eingereicht. Neben einem Hauptpreis, der nach München für die Gestaltung zweier Chor- und fünf Oratorienfenster in der Heilig-Kreuz-Kirche in Giesing ging, wurden drei Anerkennungen ausgesprochen, darunter für die beiden Meringer. Diese freuen sich sehr über diese Auszeichnung.

Architekt Alen Jasarevic.
Bild: Heike John

Die Jury würdigte die Schlichtheit der Gestaltungsidee für die Kapelle, die Alen Jasarevic aus Weißtannenholz in der Form zweier betender Hände entwarf. Im Zusammenspiel mit der aufwendigen Arbeit des Bildhauers Josef Zankl erschaffe sie einen eindrucksvollen Raum, in dem sich Natur und spirituelle Erfahrung verbinden, so heißt es in der Würdigung.

„Es ist schön, eine Anerkennung für unsere lange und intensive Beschäftigung mit der Kapelle zu bekommen“, sagt Josef Zankl. Mehrere Monate arbeitete er bis zu zehn Stunden täglich an der Strukturierung des Innenraums und setzte dafür rund zwei Millionen Hohleisenschnitte.

Integriert in die Landschaft und zugleich etwas unerwartet Neues bietend, lädt die Kapelle Fußgänger und Radfahrer zum Halten, Rasten und zur Kontemplation an diesem besonderen Ort ein. Die prämierte Kapelle zwischen den beiden Weilern Ludwigschwaige und Bartlstockschwaige ist eine von sieben Kapellen, die von der Siegfried und Elfriede Denzel Stiftung für den Landkreis Dillingen und das Donauries in Auftrag gegeben wurden.

Bildhauer Josef Zankl
Bild: Heike John

Die von Alen Jasarevic entworfene und umgesetzte schlichte Konstruktion besteht aus nur 14 Zentimeter starken Sperrholzplatten, die außen in ein Schindelkleid gehüllt sind. Die industrielle Fertigung des Holzbaus wird innen kontrastiert durch die künstlerische Arbeit von Josef Zankl. Die beiden Preisträger erlebten ihre Zusammenarbeit als äußerst befruchtend und wollen auch künftig gerne wieder einmal ein gemeinsames Projekt verwirklichen.

Gut beschäftigt sind beide auch derzeit. Alen Jasarevic, der Bauten für die Gemeinschaft als einen der Schwerpunkte seines Architekturbüros nennt, ist derzeit in Mering mit dem Neubau des Sportheims und des neuen Papst-Johannes-Hauses beauftragt.

Josef Zankl hat zusammen mit Norbert Kiening die Gestaltung der momentan laufenden 72. Großen Schwäbischen Kunstausstellung im Augsburger Glaspalast organisiert. „Zudem beschäftigt mich ein geladener Kunst-am-Bau-Wettbewerb nun fast zwei Monate lang“, erzählt der Bildhauer. Das Ergebnis ist noch offen, die Juryentscheidung fällt erst am Anfang des nächsten Jahres.

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