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Mering

19.12.2020

Meringer Schulzentrum: Gemeinderat hält am Verkehrskonzept fest

Mehr Sicherheit für die Schüler soll das neue Verkehrskonzept für die Straßen rund um das Meringer Schulzentrum bringen.
Bild: Gönül Frey (Archivbild)

Plus Die neue UWG-Fraktion wollte das teure Vorhaben in Mering noch einmal auf den Prüfstand stellen. Doch im Marktgemeinderat findet sie dafür keine Mehrheit.

Busse, Autos und dazwischen die Meringer Schüler - vor allem in der Früh und mittags ist am Meringer Schulzentrum viel los. Der Markt Mering hat deswegen bereits Anfang 2019 ein umfassendes Verkehrskonzept beschlossen. Die neu im Gemeinderat vertretene Fraktion der UWG stellte dieses, vor allem aufgrund der hohen Kosten von rund 1,5 Millionen Euro, noch einmal auf den Prüfstand. Die Unabhängigen setzten sich alternativ für rasche Verbesserungen durch temporäre Maßnahmen ein.

Nach der neuen Vorgehensweise bei solchen Anträgen, hatte der Marktgemeinderat erst einmal darüber abzustimmen, ob er sich überhaupt näher damit auseinandersetzen möchte und die Verwaltung das Thema entsprechend vorbereiten soll. Bürgermeister Florian Mayer bat deswegen darum, zu diesem Zeitpunkt noch nicht vertieft in die inhaltliche Diskussion einzusteigen.

UWG hofft auf Unterstützung für Sofortmaßnahmen am Schulzentrum

UWG-Sprecher Mathias Stößlein bat darum, getrennt abzustimmen. Der Antrag der Unabhängigen listet nämlich drei Beschlussvorschläge auf: Erstens Sofortmaßnahmen zur Erhöhung der Schulwegsicherheit, Zweitens eine vorläufige Aussetzung des beschlossenen Verkehrskonzeptes und Drittens, falls sich für die Aussetzung keine Mehrheit findet, die Umsetzung des Konzepts im Wesentlichen ohne die teuren Straßentiefbaumaßnahmen. Er habe den Eindruck, dass zumindest die temporären Maßnahmen auf eine breitere Zustimmung stoßen, erklärte Stößlein." Und wenn sich da nur ein paar Kleinigkeiten rasch umsetzen lassen, dann haben wir zumindest etwas bewirkt", appellierte er.

Michael Metz warb eindringlich auch für den dritten Teil des UWG-Antrags. Er verwies darauf, dass die Planung seiner Ansicht nach in der Praxis einige Probleme aufwerfen könnte, vor allem für die Eltern der Kita St. Margarita aber auch für die Schulkinder selbst. "Ich bitte sehr darum, dass die Umsetzung nicht gleich in Stein gemeißelt wird", sagte er. Man könnte sich Spielraum offen halten, um auf neue Entwicklungen zu reagieren und würde auch die klamme Haushaltskasse nicht so massiv belasten.

Meringer Bürgermeister will zeitnah mit dem Bau beginnen

Bürgermeister Florian Mayer erklärte in einer kurzen Stellungnahme, warum er eine weitere Beschäftigung mit dem Antrag in Gänze ablehnt, obwohl er grundsätzlich für temporäre Maßnahmen offen sei. Man habe sich jahrelang intensiv mit der Verkehrsproblematik auseinander gesetzt.

Eine Luftaufnahme vom Schulzentrum mit Realschule und Gymnasium an der Tratteilstraße in Mering.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archivbild)

Nun sei es an der Zeit, das Vorhaben endlich zu verwirklichen. Er habe noch einmal, wie es Wunsch der UWG war, zwei Vororttermine durchgeführt. "Es gab in beiden Fällen keine neuen Erkenntnisse". Insofern sieht der Bürgermeister keinen Ansatzpunkt, die Entscheidung noch einmal neu aufzurollen. "Und wenn wir jetzt ausschreiben, können wir zeitnah mit dem Bau beginnen",sagte er. Der Bürgermeister betonte zudem, dass der Gemeinde die Schulwegsicherheit sehr am Herzen liege. Deswegen werde es im neuen Jahr erstmals eine Verkehrsschau alleine zum Thema Schulwegsicherheit geben.

Ähnlich wie der Bürgermeister positionierte sich die SPD-Fraktion. "Die SPD steht geschlossen hinter dem bisherigen Projekt", sagte Sprecher Andreas Widmann. Man sei schon bereit, Beschlüsse noch einmal zu überprüfen, aber nur wenn es grundlegend neue Informationen gebe. Das sei hier nicht der Fall und er sehe keinen Sinn darin, das Thema in einer Endlosschleife immer wieder und wieder durchzuarbeiten. Widmann führte die Meringer Sportanlage als mahnendes Beispiel an: "Hier sieht man, was passiert, wenn man zu lange redet und zu lange nichts tut".

CSU verzichtet auf Wortmeldung zum Verkehrskonzept

Dem stimmte Grünen-Sprecherin Petra von Thienen voll zu. "Ich will keine Verzögerungen bei diesem Projekt haben und wir stehen als Fraktion voll zu unserer damaligen Abstimmung". Deswegen werde man den UWG-Antrag ablehnen.

Mehr Sicherheit für die Schüler soll das neue Verkehrskonzept für die Straßen rund um das Meringer Schulzentrum bringen.
Bild: Gönül Frey (Archivbild)

Die CSU verzichtete vollständig auf eine Wortmeldung. Viele Fraktionsmitglieder, allen voran Sprecher Georg Resch, hatten sich bei der ursprünglichen Abstimmung gegen das Verkehrskonzept ausgesprochen. Und als die UWG-Fraktion erstmals ihre Anträge vorlegte, hatte Resch sein Unbehagen mit dem geltenden Beschluss auch offen geäußert. Nun verzichtete er darauf, in Opposition zu seinem Bürgermeister Florian Mayer zu treten. Mit dem wohl unauffälligsten Handzeichen in der Geschichte des Meringer Gemeinderates stimmte er jedoch gemeinsam mit der UWG-Fraktion für deren Antrag. Insgesamt wurde dieser in allen drei Punkten mit 14:8 Stimmen abgelehnt.

Im folgenden Verlauf der Sitzung beschloss der Gemeinderat dann, im Zuge der Bauarbeiten auch gleich noch die 46 Jahre alte Wasserleitung in der Ambérieustraße auszutauschen. Wie der Bürgermeister gegenüber unserer Zeitung mitteilt, soll bei der Neugestaltung des Straßenraums endlich auch die Ambérieuglocke wieder einen Platz finden. Diese lagert, wie berichtet, schon seit längerem im Meringer Bauhof.

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