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Mering

27.11.2019

Meringer Tafel versorgt 112 Kinder

Bei der Meringer Tafel und in Kleiderladen steigen die Besucherzahlen.
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Bei der Meringer Tafel und in Kleiderladen steigen die Besucherzahlen.
Foto: Eva Weizenegger

Die Nachfrage in Mering steigt. Auch der Kleiderladen platzt aus allen Nähten. Ingrid Engstle und ihr Helferteam hoffen auf Unterstützung durch die Kommune.

Ingrid Engstle sitzt am Mittwochnachmittag im Büro der Tafel. Die Einrichtung hat eigentlich geschlossen. In den Nebenräumen hat der Kleiderladen geöffnet. Es drängen sich die Kunden in dem Verkaufsraum. Ingrid Engstle kommt kaum dazu, ihre Büroarbeit zu erledigen. Immer wieder klopft es. „Ich bräuchte nur mal schnell“ oder „Ich will nicht stören, aber...“ Auf all die Fragen und Anliegen antwortet die 67-Jährige ruhig und geduldig. Sie weiß mit Rat und Tat zu helfen. Seit 28 Jahren ist sie ehrenamtlich für die Tafel und den Kleiderladen aktiv.

Ihren Enthusiasmus hat sie nicht verloren, doch sie sei durchsetzungsstärker geworden. „Jedenfalls fällt das meinen Kindern auf“, sagt Engstle und lacht. Ihre Kinder sind mittlerweile erwachsen und Ingrid Engstle hat zwei Enkelkinder. „Für sie nehme ich mir die Zeit“, sagt die Tafelleiterin bestimmt.

Schon wieder klopft es an der Tür: „Ich wollte nur mal kurz Hallo sagen“, sagt die ältere Dame, die sich gerade im Kleiderladen mit einer warmen Winterjacke und ein paar Gläsern aus dem Geschirrverkauf eingedeckt hat.

Seit zwei Jahren befinden sich sowohl die Tafel als auch der Kleiderladen mit dem Geschirrverkauf in den neuen Räumen im ehemaligen Werk der Firma Ludwig Leuchten in der Zettlerstraße. Vorher war die Tafel im früheren Mesnerhaus der evangelischen Kirchengemeinde St. Johannes untergebracht. „Der Umzug hat sich bewährt und wir sind froh über die neuen, größeren Räume“, blickt Engstle zurück. Im Januar 2018 wurde der Tafelladen eingeweiht.

Tafelcafé kommt in Mering gut an

„Jetzt ist auch die Stimmung unter unseren Kunden besser, die nicht mehr beengt warten müssen“, sagt Engstle. Auch das Helferteam hat nun mehr Platz für die Warenlagerung und Ausgabe. „Mittlerweile hat sich ebenfalls das monatliche Tafelcafé für unsere Kunden sehr bewährt“, sagt Engstle. Ein Team um die Pfarrgemeinderätin Antonia Rottenkolber gibt immer am letzten Dienstag im Monat Kaffee und Kuchen für die Besucher aus.

Ein Blick in die Bücher zeigt, dass diese Woche dienstags 104 Kunden in der Tafel Waren bekommen haben. „Sie benötigen diese nicht nur sich selbst, sondern auch für ihre Familien“, erklärt Engstle. 112 Kinder werden durch die Spenden versorgt. Der Ausländeranteil beläuft sich derzeit auf 44 Personen. „Zu uns kommen Menschen, die Hartz vier oder Sozialhilfe beziehen, die über eine kleine Rente verfügen oder die Geringverdiener sind“, erklärt Engstle. Die Flüchtlinge aus der Ankerdependance werden mit in der Unterkunft mit Lebensmitteln versorgt und sind deshalb nicht berechtigt, in der Tafel Waren zu beziehen.

Meringer Kleiderladen steht jedem offen

Der Kleiderladen mit dem Geschirrverkauf steht jedoch allen offen. „Es kommen auch viele zu uns, die nachhaltig einkaufen wollen und hier Geschirr oder Kleider wie in einem Second-Hand-Laden erstehen“, schildert Engstle. Das werde von Engstle und ihrem Team durchaus gewünscht, denn mit den Einnahmen könne man wieder Menschen in sozialen Notlagen unter die Arme greifen. Die Kunden kommen aus einem großen Einzugsgebiet zum Meringer Kleiderladen. „Das Kerngebiet ist Mering, aber wir versorgen auch Menschen aus Egling oder Prittriching“, weiß Engstle.

Die Nachfrage nach Kleidung für Erwachsene und Kinder steigt, seitdem die Ankerdependance in Mering eröffnet wurde. „Anfangs mussten wir zu unseren neuen Kunden sagen, dass nicht alle auf einmal in die Räume können, es war einfach zu eng“, schildert Engstle. Sie hofft, dass noch weitere Räume angemietet werden können. „Wir würden gerne noch ausweichen in den Bereich, der ehemals als Kleiderladen diente und direkt angrenzt an unsere Räume“, sagt Engstle. Die 67-Jährige ist auch nach 28 Jahren jede Woche im Einsatz für die Menschen in Not.

„Solange ich kann, bin ich für die Tafel und den Kleiderladen da“, sagt sie. Doch sie betont, dass sie auf die Unterstützung durch ihr Team und Diakon Tino Zanini, der mit ihr in die Leitungsfunktionen eingebunden ist, bauen kann. Zurzeit arbeiten 48 Helfer in der Tafel und zehn im Kleiderladen, wobei einige auch in beiden Einrichtungen tätig sind. Gesucht sind Fahrer für die Tafel, die mit ihrem Auto die Waren bei den Supermärkten dienstags Morgen abholen.

Spenden Die Tafel freut sich über Windeln für Kinder, Waschmittel, Hygieneartikel, Kaffee und weitere nicht verderbliche Waren. Die Tafel ist dienstags ab 11.30 bis 15.30 Uhr geöffnet, der Kleiderladen mittwochs ab 14.30 bis 16.30 Uhr.

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