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Vorstellung in Berlin

23.10.2014

Meringerin verfasst deutsch-mongolische Lyrik-CD

Erleichtert, aber gleichzeitig glücklich war Solongo Treml, als die CD-Aufnahme in der Monolei fertig war und gönnte sich erst einmal einen Kaffee.
Bild: Heike Scherer

 Solongo Treml reist für offiziellen Festakt nach Berlin in die Botschaft

Einen Eindruck von ihren Gedichten hat die gebürtige Monogolin Solongo Treml den Meringern bereits bei der Paarkunst vermittelt. Mit den Lyrikübertragungen aus ihrer Muttersprache ins Deutsche hat sie eine ganze CD zusammengestellt. Zur offiziellen Vorstellung am 7. November findet ein großer Festakt in der mongolischen Botschaft in Berlin statt.

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Solongo Treml lernte schon seit ihrem neunten Lebensjahr Deutsch bei Missionaren. Da sie sehr viel Spaß und Erfolg hatte, entschied sie sich bei ihrem Deutschlandaufenthalt im Jahr 1995 – sie war gerade elf Jahre alt – später Germanistik zu studieren. Ihr gefiel das Bundesland Bayern besonders gut und es war schon damals ihr Traum, hier einmal zu wohnen. Seit 2008 ist sie jetzt Meringerin und fühlt sich hier heimisch.

Wichtige Amtspersonen im Wittelsbacher Land, die bereits im Besitz der CD sind, äußerten sich nur positiv. „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist“, zitierte ein Politiker den französischen Autor Victor Hugo. Auch Mitglieder der Frauenunion und des Frauenbundes sagten, sie wären zu Tränen gerührt gewesen, nachdem sie die Gedichte angehört hätten.

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Bereits seit 2008 hielt Solongo Treml auf Einladung Vorträge über die Mongolei in Mering, Kissing und Königsbrunn. Dabei trug sie auch ihr mit 13 Jahren selbst geschriebenes Gedicht „Wenn ich Mutter wäre“ auf Deutsch vor. Später übersetzte sie noch andere Gedichte von berühmten mongolischen Schriftstellern, z. B. „Seid lieb zueinander“ von O. Dashbalbar. Die Zuhörer fragten immer wieder, ob sie diese Gedichte in einem Buch erwerben könnten. So kam Solongo Treml auf die Idee, eine erste Lyrik-CD in den Sprachen Deutsch und Mongolisch mit einem Booklet zum Mitlesen der Texte herauszugeben und erwarb in der Mongolei die Berechtigung und das Patent für die CD.

Ein halbes Jahr lang arbeitete sie daran, die Texte in ein gutes Deutsch zu übersetzen. Im Mai reiste sie in die Mongolei, um die in Mering eingenommenen Spendengelder für die behinderten Kinder zu übergeben und ihren 30. Geburtstag am 5. Mai mit der Familie zu feiern. Statt Geschenken und einer großen Feier spendete sie auch das Geburtstagsgeld für die behinderten Kinder in ihrer Heimat. Bei dieser Reise nahm sie mit Landsleuten die CD „Alive“, was übersetzt „Lebendig“ bedeutet, in einem professionellen Studio auf. Die Gedichte in deutscher Sprache las sie selbst, die mongolischen Gedichte übernahmen Regisseurstudenten von der Filmuniversität in Ulaanbaatar. Die Musik spielte eine berühmte nationale Musikgruppe mit dem Namen „Jonon“. Auf dem Cover sieht man altmongolische Schriftzeichen, die „am Leben sein“ bedeuten.

Fünf Gedichte vermitteln dem Hörer Lebensweisheiten, die ihn nachdenklich machen und zur Ruhe kommen lassen. „Die Mongolen sind nicht nur Nomaden, sondern haben auch eine besondere Bildung und Kultur“, sagt Solongo Treml und möchte es ihren deutschen Freunden vermitteln. Als Andenken an ihren Onkel, bei dem sie aufwuchs, gründete sie die Otgonbayar Stiftung zur Unterstützung behinderter Kinder und hilfsbedürftiger Personen. „Oft fehlt nur ein einziges gutes Wort. Dann sagt es. Denn draußen scheint zwar die Sonne. Aber drinnen im Haus ist es kalt. Und so ist es auf dieser Welt nicht nur einmal.“ ist ein Ausschnitt aus dem ersten Gedicht „Seid lieb zueinander, solange ihr noch lebt“. Diese Hör-CD in deutsch-mongolischer Sprache ist die allererste Aufnahme dieser Art und ein großer Beitrag in der deutsch-mongolischen Kultur.

Die offizielle Veröffentlichung der CD in der mongolischen Botschaft in Berlin wird zu einem wichtigen Kulturereignis, zu dem bedeutende Künstler, Professoren und Vereinsvorstände aus Deutschland, der Mongolei und auch aus Polen anreisen. Auf diese Weise schafft die in Mering lebende Solongo Treml eine Brücke zwischen der deutschen und mongolischen Kultur.

Erscheinungsdatum Die CD „Alive“ ist ab 12. November auf Amazon erhältlich. Alle Einnahmen dienen allein wohltätigen Zwecken. Weitere Informationen oder Kritiken sind über die E-Mail: solongo.treml@gmail.com möglich und gerne erwünscht.

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