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19.06.2009

Merings Feuerwehr feiert am Wochenende gleich doppelt

Mering Doppelten Anlass zum Feiern gibt es am Wochenende bei der Meringer Feuerwehr: Den Verein der freiwilligen Helfer gibt es jetzt seit 140 Jahren in der Marktgemeinde, die Blaskapelle hat inzwischen auch schon sechs Jahrzehnte "auf dem Buckel". Beide zusammen freuen sich am morgigen Samstag über eine Mehrzweckhalle voller Gäste und auf einen schönen Festabend. Zuvor jedoch wird der Tradition gemäß um 17 Uhr in St. Michael eine Floriansmesse zelebriert.

Hervorgegangen ist die Freiwillige Feuerwehr Mering am 6. Juni 1869 aus dem Katholischen Arbeiterverein, der anlässlich des 30. Geburtstags noch als Gratulant auftritt, wie ein gerahmtes Bild im Gerätehaus zeigt. Schon am 30. Juni 1871 fand die Weihe der ersten Fahne statt. Die Chronik berichtet, dass es in diesem Jahr sehr viele Brände gab. In einer solchen Nacht, als gleich mehrere Häuser in Flammen standen, musste gar die Juniorsfeuerwehr ausrücken, 50 Schulbuben. Diese griffen mangels Wasser auch zu anderen Löschmittelalternativen: Odel und Jauche. Der greise Lehrer Nistinger kommentierte dies tags darauf mit den Worten: "Buben, ich weiß alles, werd's mir nur nicht hochmütig, denn heute stinkts glei vor Stolz."

Zum Zehnjährigen eine Saug- und Druckspritze

Zum Zehnjährigen, 1879, stiftete Edmund Freiherr von Boutteville eine Handdruckspritze - diese ist heute der historische Stolz der Wehr, 1885 wurde eine erste Saug- und Druckspritze beschafft. Die Alarmierung zu Brandeinsätzen erfolgte durch das Läuten der Kirchenglocken (Sturmläuten) und die Trompetensignale der Vereinssignalisten. Stolz Spalier stehen hieß es für die Feuerwehrkameraden am 16. September 1889: Seine Königliche Hoheit, Prinzregent Luitpold, stieg in Mering aus seinem Sonderzug. Eine fahrbare Leiter, Messinghelme mit Kopfschmuck - so nach und nach wurde Manches angeschafft. 1896 knüpfte man freundschaftliche Bande zur FFW Brauau am Inn.

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Da das Jahr 1911 als brandreichstes der bisherigen Geschichte vermerkt ist, war man im Markt Mering sehr froh, als ein Jahr später die erste zentrale Wasserversorgung in Betrieb ging. Beim Brand des "Zehentstadels" beim Mering Schloss am 11. Oktober bewährten sich neue Hydranten dann bestens. Und so gingen die Jahre weiter dahin, die Aufgaben wurden andere und vielfältiger.

Die Heimat der Meringer Wehr wechselte oft: Bis 1931 war man in der Grundschule beheimatet - die Tore und das Gewölbe gibt es heute noch. Dann war man einige Zeit auf dem Lechner-Grundstück an der Kirchstraße, ein Blechstadel stand dort. Anno 1995 zog die Wehr um ins Haus an der Bachstraße, das 1981 erweitert wurde und 2004 wurde das jetzige hochmoderne Domizil bezogen.

Waschküche als erster Übungsraum

Eine Waschküche wiederum war am 1. Oktober 1949 der erste Übungsraum für elf Musikanten im Alter von 14 bis 23 Jahren. Praktisch aus dem Nichts und ohne Notenmaterial haben sich auf Initiative von Gründer Wolfgang Selder Anton Sirch, Franz Heim, Franz Vötter, Gregor Schmied, Georg Sommerreißer, Josef Rawein, Michael Rawein, Reinhard Pechler, Josef Brunnhuber und Erwin Jünger an das Vorhaben gemacht, zusammen zu musizieren. Der damalige Kommandant der Meringer Wehr, Georg Sommerreißer senior, stellte aus seinem Privatbesitz die ersten Instrumente und Noten zur Verfügung.

Mittlerweile 60 Jahre alt, hat sich der Verein zu einem Klangkörper mit derzeit 23 aktiven Musikanten entwickelt. Unter dem Vorsitzenden Harald Nerlich und der musikalischen Leitung seines Bruders Stefan hat die Kapelle auch in diesem Jahr ein umfangreiches Programm auf dem Terminkalender. So wurden im Mai diesen Jahres anlässlich eines Besuches der Musikkapelle aus Barbian/Südtirol die Kontakte wieder aufgefrischt.

Im Juli startet die Feuerwehrkapelle dann zusammen mit dem Trachtenverein wieder für vier Tage nach Ambérieu, Merings französischer Partnerstadt in der Nähe von Lyon.

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