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Mering

22.11.2019

Merings Köchinnen stehen wieder am eigenen Herd

Am schön gedeckten Tisch schmeckt's allen und gerne lässt sich die gesellige Runde von Marike Happach auch noch Kaffee zum Nachtisch einschenken .
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Am schön gedeckten Tisch schmeckt's allen und gerne lässt sich die gesellige Runde von Marike Happach auch noch Kaffee zum Nachtisch einschenken .
Foto: Heike John

Seit Anfang des Monats ist der offene Mittagstisch ins evangelische Gemeindezentrum zurück gekehrt. Der Umzug birgt noch so manche Herausforderung für das Team.

Der alte Hockerkocher hat nun ausgedient. Über zehn Jahre lang bereitete die ehrenamtliche Frauengruppen schmackhafte Eintöpfe in dem großen gasbetriebenen Kochtopf samt Unterbau zu. Anfang des Monats ist der Offene Mittagstisch nun in das neu erbaute evangelische Gemeindezentrum umgezogen und hat eine große Küche mit Induktionsherd zur Verfügung.

Vor zehn Jahren, im Frühjahr 2009 initiierte Susanne Weiß in der St.-Johannes-Gemeinde den Offenen Mittagstisch. Die Idee dahinter war zum einen, Menschen mit schmalem Geldbeutel wie den Tafelkunden im benachbarten Benefiziatenhaus ein preiswertes Essen zu bieten. Der andere Gedanke war das gemeinsame Mittagessen in Gemeinschaft.

Während der Zeit des Neubaus des Gemeindezentrums fand der Offene Mittagstisch Unterschlupf im Papst-Johannes-Haus. Die Tafel war längst in das Ludwig-Gebäude in der Zettlerstraße umgezogen. In der Michaelsstuben wurde serviert, in der angrenzenden Küche bereiteten die ehrenamtlichen Kochteams die Mahlzeiten zu. „Für dieses Ausweichangebot der katholischen Kirchengemeinde waren wir sehr dankbar“, betont Susanne Weiß.

Ungekannter Luxus für die Meringer Köchinnen

Im Oktober konnte nun nach längerer Bauphase das neue Martin-Luther-Haus eingeweiht werden und somit die Köchinnen quasi an den heimischen Herd zurückkehren. „Eigener Herd ist Goldes Wert“ besagt ein altes Sprichwort. In diesem Sinne können sich die wöchentlichen ehrenamtlichen Kochteams nun richtig zuhause fühlen. Die mit gut 25 Quadratmetern sehr geräumige Küche, die vom Förderverein der St.-Johannes-Gemeinde eingerichtet wurde, bietet nun einigen Luxus, den die Köchinnen vorher so nicht kannten. „Wir haben nicht nur einen Herd mit vier Platten, sondern daneben noch ein zweites großes Induktionskochfeld“, erklärt Susanne Weiß, die seit einiger Zeit Vorsitzende des Fördervereins ist.

Daneben gibt es eine leistungsfähige Spülmaschine, die sehr schnell den Abwasch erledigt, und auch ein Backofen steht zur Verfügung. „Wir müssen dieses moderne Küchenreich erst für uns erobern“, stellte eines der Kochteams bei seinem Einsatz am vergangenen Dienstag fest. Was ist in welchen Schränken und welche Möglichkeit bietet sich für das Essensangebot des Mittagstischs? „Gut möglich, dass es künftig auch mal Aufläufe aus dem Backofen geben wird“, sagt Marike Happach. Ihre Leidenschaft fürs Kochen teilt sie in der Gruppe mit Evelyne Rupp und Gabi Rosen. Im Wechsel mit weiteren Teams sind die drei mindestens einmal im Monat für das soziale Koch-Engagement im Einsatz.

Große Fenster erfüllen die Besucher am Mittagstisch noch mit Scheu

Natürlich muss sich noch alles einspielen. Die neue Umgebung ist auch für die Kundschaft gewöhnungsbedürftig. Der große weiß getünchte Saal mit den hohen Decken hallt doch ziemlich. „Hier können wir dann auch noch die Zwischenwand mit den einzelnen Elementen einziehen und oben über der Trennwand wird noch eine Glasscheibe eingebaut“, erklärt Susanne Weiß. Die großen Fenster lassen zwar viel Licht in den Saal, sorgen bei manchem Besucher aber auch zunächst für eine gewisse Scheu. „Wenn mich meine Nachbarn hier sehen, dann sagen die sicher, langt der die Rente nit, dass die hier zum Essen gehen muss“, mutmaßt eine Besucherin.

Dabei ist es vor allem die Gemeinschaft, die alle Kostgänger hier genießen. „Als ich das erste Mal hier hergehen wollte, da sagten Bekannte zu mir, das ist doch nur für Bedürftige“, erinnert sich Anita Meinl. „Aber die Geselligkeit hier beim Essen ist einfach super“. Ein ganzer Stammtisch hat sich im Laufe der Jahre gefunden und fühlt sich auch in der neuen Umgebung zufrieden. Auch Günter Scheuermeyer mit seiner Truppe von der Seniorengymnastik hat sich um einen Tisch versammelt. „Wir konnten nach dem Turnen gleich hier im Saal bleiben, das ist doch praktisch“, findet er.

Rosa Waitzmann genießt das angeregte Gespräch mit ihren Tischnachbarn und Marike Happach serviert ihnen selbst gebackene Kuchen und Kaffee – alles für einen Euro. Die in dem großen Saal aufgestellten vier langen Tische reichten am vergangenen Dienstag kaum für den großen Zuspruch. Rund 50 Besucher nahmen im Laufe der zwei Stunden Platz und ließen sich Nudeln mit Hackfleischsoße samt Salat zum Preis von einem Euro schmecken. Mehr geben darf jeder.

Offener Mittagstisch Jeden Dienstag von 11.30 bis 13.30 Uhr im neuen evangelischen Gemeindehaus Martin-Luther-Str. 3 in Mering. Die Räumlichkeiten samt gut ausgestatteter Küche können auch für Feierlichkeiten gemietet werden. Gesucht werden ehrenamtliche Köche/Köchinnen zur Verstärkung der Teams. Kontakt über das Pfarramt, Tel. 08233/9653.

Lesen Sie auch den Artikel: Mittagstisch in Mering: Gute Hausmannskost in geselliger Runde

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