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Mering

15.09.2020

Merings Kolpingkapelle meldet sich nach Corona-Pause zurück

Die Kolpingkapelle meldete sich mit einem Freiluftkonzert zurück aus der Zwangspause.
Bild: Ralf Hermle, Photokunst Hermle

Mit einem Freiluftkonzert auf dem Marktplatz in Mering kehrt die Kolpingkapelle aus der Zwangspause wegen des Coronavirus zurück. Das Publikum ist begeistert.

Wer am Samstagnachmittag einen Spaziergang durch den Meringer Innenort unternahm, der hörte nach vielen Monaten zum ersten Mal wieder Blasmusik live und in (oranger) Farbe. Die Kolpingkapelle Mering hatte zum Sommerkonzert der besonderen Art geladen. Der Marktplatz wurde in eine Bühne und einen weitläufigen Zuhörerbereich verwandelt.

Was auf den ersten Blick wie ein unkompliziertes Platzkonzert wirkte, bedurfte in diesen Zeiten auch einer besonderen Vorarbeit: Eine mit großen Abständen versehene Orchesterbestuhlung unter Berücksichtigung baulicher Beschränkungen, ein kontrollierter Innenbereich mit Gästeregistrierung sowie ein in den Pausen tätiges Desinfektionsteam wurden federführend durch Vorstandsmitglied und Saxofonist Mathias Stößlein organisiert.

Kolpingkapelle: Der Meringer Marktplatz wird zur Bühne

Nach der Begrüßung durch Vorsitzenden Klaus-Dieter Ruf war es endlich so weit: Es wurde wieder Musik gemacht. Die Music-Kids, die kleinste und jüngste Formation des Vereins, sowie das Nachwuchsorchester postierten sich auf dem Marktplatz und sorgten unter der Leitung von Petra Paul für einen gelungenen Auftakt.

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Das Nachwuchsorchester wusste das Publikum mit dem „Greenbrier March“, „Plaza de Toros“ und „Smoke on the Water“ zu überzeugen. Zwischen den Stücken wurde der Fokus jeweils auf die andere Seite des die Bühne teilenden Brunnens gelenkt: Dort hatten die kleinen Music-Kids mit „Aura Lee“ und „Frère Jacques“ ihren großen Auftritt. Dieses kurzweilige Wechselspiel stellte die Weichen für die zwanglose und entspannte Atmosphäre, die den gesamten Nachmittag über anhalten sollte. Als Zugabe musizierten die beiden Orchester noch einmal gemeinsam und zitierten mit der „Ode an die Freude“ den Balkonmusikhit der vergangenen Monate.

Mering: Kolpingkapelle gibt Sommerkonzert

Den Zuhörern wurde daraufhin eine kleine Umbaupause gewährt. Immer mehr von ihnen hatten sich inzwischen auf dem sonnigen Plateau des Marktplatzes, an den Rändern der Münchener Straße sowie im kühlen Schatten der Herzog-Wilhelm-Straße versammelt. Auch im angrenzenden Wirtshaus zum Andechser und dessen möblierten Ausläufern auf dem Marktplatz selbst konnte man dem musikalischen Comeback lauschen.

Nach der Pause setzte das Jugendorchester unter der Leitung von Andreas Bolleininger das Sommerkonzert fort. Mit dem Marsch „Flying Eagles“ eröffneten sie ihre Runde und boten damit einen kleinen Vorgeschmack auf die später folgende traditionelle Blasmusik. Anschließend ging es mit dem „Tiger Rag“ ins Dixieland, bevor man sich mit „I Want It That Way“ plötzlich zur Jahrtausendwende zurückversetzt fühlte. Doch auch einen Hit aus den letzten Jahren hatte das Jugendorchester parat: Mit „High Hopes“ war der runde Abschluss des Auftritts gefunden.

Corona: Meringer Kolpingkapelle probte in Ausweichquartier

Während der Vorbereitung auf das Konzert sahen sich die Musiker aller Orchester im Übrigen auch veränderten örtlichen Bedingungen gegenüber: Als der Probenbetrieb Ende Juni unter strengen Auflagen wieder aufgenommen werden konnte, welche in den gewohnten Probenräumlichkeiten mangels Platzes nicht umsetzbar waren, zog die Kolpingkapelle für ihre Proben mit Sondererlaubnis von Merings Pfarrer Thomas Schwartz in das Papst-Johannes-Haus um, welches unter Einhaltung aller Abstandsregeln Raum für knapp 60 Musiker bietet.

In dieser Größenordnung war auch die Bühne auf dem Marktplatz konzipiert, die im dritten Teil durch das große Blasorchester nun vollends ausgefüllt wurde. Dirigent Philipp Kufner hatte ein großes und abwechslungsreiches Programm aus traditioneller und moderner Unterhaltungsmusik erarbeitet, in dem nicht an Symbolik gespart wurde: Mit Stücken wie „Die Sonne geht auf“, „Jubelklänge“, dem „Böhmischen Traum“ und dem „Gruß an Böhmen“ (im tschechischen Original „Probuzení“, was so viel wie „Erwachen“ bedeutet) wurde die Rückkehr der Musik gefeiert. Ob die Polka „Ein halbes Jahrhundert“ ebenfalls symbolisch zu interpretieren ist und auf das halbe Jahr Zwangspause anspielen sollte, wurde hingegen nicht geklärt.

Der Marsch „Hoch Heidecksburg“ sowie die „Südböhmische Polka“ und die „Fasanenpolka“ rundeten den traditionellen Teil nahezu ab, ehe der „Maxglaner Zigeunermarsch Reloaded“ den perfekten Übergang in die Moderne schaffte. Dort schallte zunächst das „Rock Opening“ über den Marktplatz. Als letztes offizielles Stück gab es die „80er- Kult(tour)“ zu hören. Mit dem „Best of Beatles“ als Zugabe verabschiedete sich die Kolpingkapelle endgültig vom Marktplatz.

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