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Auszeichnung

17.10.2019

Merings Schüler setzen ein Zeichen gegen Diskriminierung

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Alle 650 Schüler des Gymnasiums waren bei der feierlichen Verleihung der Auszeichnung Schule ohne Rassismus in der Aula anwesend. Stolz zeigen die Schüler des Gymnasiums Mering ihre Auszeichnung.

Das Gymnasium Mering gehört jetzt zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Zivilcourage gegen Rassismus zu zeigen, dazu bekennen sich die Schüler des Meringer Gymnasiums (GyM). Mit einer feierlichen Urkundenverleihung wurde dieses in das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen. Somit ist das GyM eine von 76 Schulen in Schwaben, die sich gegen die Ausgrenzung von Menschen engagieren.

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Deutschlandweit gehören dem Netzwerk 3208 Schulen an. Auf der Urkunde, die Regionalkoordinator Michael Sell überreichte, steht: „Mit euren Unterschriften setzt ihr ein Zeichen gegen alle Formen von Diskriminierung und Rassismus für ein gewaltfreies und respektvolles Miteinander“. So gut wie alle Schüler unterschrieben vor zwei Jahren das Anliegen, das Schülersprecherin Magdalena Soldo als Anregung von einem Bezirkstreffen nach Mering brachte. Gemeinsam mit ihrem Sprecherkollegen Tobias Siegmund scharte die jetzige Elftklässlerin dafür einen Arbeitskreis um sich.

15-Jährige erzählt in Mering von Erfahrungen mit Diskriminierung

Mit im Team ist die 15-jährige Vernice, die vor sechs Jahren ohne Deutschkenntnisse von den Philippinen nach Mering kam. Auch sie hatte schon die ein oder andere unschöne Begegnung. Vor allem in der Gruppe fühlen sich Menschen stark und sagen schon mal Sätze wie „Geh doch zurück in dein Land“, so die Erfahrung der Neuntklässlerin. „Ich antworte dann immer, Deutschland ist mein Land“, betont sie in akzentfreiem Deutsch. Um dazu zu gehören, sei es unglaublich wichtig, die Sprache zu beherrschen, sagt sie.

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Auch Ricardo Fernando, Ballettmeister des Theaters Augsburg, nennt Deutschland inzwischen seine Heimat. Er kam vor 25 Jahren aus Brasilien und ist Aktionspate des Gymnasiums. Denn das Konzept sieht vor, dass die Teilnehmer sich Unterstützer im außerschulischen Bereich suchen. Wie international es im Ballett zugeht, konnten die b Schülersprecher bei ihrem Besuch am Augsburger Theater feststellen und drehten einen Videoclip. Passend dazu zeigte auch Stefanie Sixt ihren viel beachteten Rassismus-Spot, der zusammen mit FCA, Philharmonikern und Augsburger Balletttänzern gedreht wurde.

Stolz zeigen die Schüler des Gymnasiums Mering ihre Auszeichnung.
Bild: Heike John

Pate Ricardo Fernando äußerte sich begeistert vom Engagement der Meringer Gymnasiasten. Diskriminierung gebe es nicht nur wegen Hautfarbe, Herkunft oder Religion, sondern auch oft wegen des Geschlechts. „Mädels macht was, studiert wie blöd und übernehmt die ganze Macht“ rief er deswegen durchs Mikrofon. Die Schülersprecher ließen auch Simone Strohmayr auf dem Bühnen-Sofa Platz nehmen. Die Landtagsabgeordnete ermutigte, aktiv Demokratie zu gestalten und sie nicht nur im Unterricht durchzunehmen.

Schüler haben die Aktion gegen Diskriminierung in Mering stark gemacht

Besonders stolz ist man an der Schule, dass der Impuls für die Aktion von Schülern in die Schule hineingetragen und von ihnen selbst umgesetzt wurde. Beratungslehrerin Silke Nowotny stand ihnen dabei begleitend zur Seite. „Ihr seid in eurem Engagement gegen Rassismus nicht allein“, betonte Schulleiter Josef Maisch und zeigte ins Publikum. Nicht nur Lehrer, Lokalpolitiker und Gemeindevertreter waren anwesend, sondern auch Wirtschaftspartner der Schule von der Raiffeisenbank Kissing-Mering und von Weka Media. Das überreichte Siegel stellt auch eine Verpflichtung dar, jedes Schuljahr Aktionen gegen Rassismus durchzuführen. In einem ersten Schritt ist die Zusammenarbeit mit dem Verein Internationale Kultur Mering geplant sowie Workshops mit Theaterpädagogin Nicoletta Kindermann vom Staatstheater Augsburg.

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