Newsticker

Corona-Zahlen in Deutschland: Rund 11.000 Neuinfektionen gemeldet
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Mit Geißfuß und Grabstichel

Vernissage

12.05.2015

Mit Geißfuß und Grabstichel

Die Meringer Künstlerin Anneliese Hirschvogl stellt im Rathaus von Stadtbergen aus.
Bild: Peter Stöbich

„SchichtSicht“ nennt die Meringerin Anneliese Hirschvogl ihre aktuelle Ausstellung

Vorzeichnen, schneiden, einfärben, walzen, trocknen – die alte Kunst des Holzschnitts erfordert viel Geschick und Geduld. Beides besitzt Anneliese Hirschvogl aus Mering, die zwei Dutzend ihrer Werke noch bis zum 8. Juni im Rathaus von Stadtbergen präsentiert.

Die vielfach ausgezeichnete Künstlerin (unter anderem erster, zweiter und dritter Platz bei der Kissinger Kunstförderpreisausstellung) hat ihre aktuelle Ausstellung „SchichtSicht“ genannt, „wobei die Schicht-Technik die Textur der Papiere und die dabei entstehenden tiefgründigen Räume meint“, erläutert sie. Werden diese erkennbar, weisen sie auf das Thema „Sicht“ hin. Hirschvogl: „Sicht in Bild- und Titelfindung beinhaltet meist auch die Sehnsucht nach Licht.“ Wie ihre meisten Arbeiten sind auch die Collagen und Holzschnitte im Rathaus-Foyer buchstäblich viel-schichtig und tragen zum Nachdenken anregende Titel wie Ein- oder Nachsicht.

Der Holzschnitt ist ein Hochdruckverfahren, bei dem ein reliefartiger hölzerner Druckstock verwendet wird, um Grafiken zu erzeugen. Zur Herstellung des Druckstocks werden von einem glatt gehobelten Holzbrett mit Schneidemessern die nicht druckenden Teile entfernt und die erhabenen Teile danach eingefärbt und abgedruckt. „Die Liebe zur Natur ist unverkennbar in den Holzschnitten“, sagt sie, „ist doch das Material direkt aus ihr herausgeschnitten!“ Geißfuß und Grabstichel sind nur zwei von zahlreichen Spezialwerkzeugen, mit deren Hilfe Hirschvogl vielfarbige, teils übereinander liegende Motive herstellt. Die in Dachau geborene Künstlerin setzte sich schon in Jugendjahren mit Akt- und Kopfzeichnen auseinander und nahm Unterricht in München. Die angeeigneten Praktiken vervollständigte sie mit persönlichem Stil. In den 80er-Jahren erwarb sie den Telekolleg-Abschluss „Moderne Kunst“.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Welt war offen für freies Schaffen

Nach dem Ausbau des eigenen Ateliers war die Welt offen für freies Schaffen und Ausstellungen. Hirschvogl ist langjähriges Mitglied im Berufsverband bildender Künstler (BBK) Augsburg Schwaben-Nord sowie in den Kunstvereinen Aichach und Bobingen. Gemeinsam mit Kollegen stellt die Meringerin einen Teil ihrer Arbeiten auch bis 31. Mai in der BBK-Galerie im Augsburger Abraxas aus.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren