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Baindlkirch

13.10.2019

Mit der Polaroidkamera durch  Baindlkirch

Ortsplan und Polaroidkamera waren beim Rundgang der einzelnen Arbeitsgruppen durch Baindlkirch stets griffbereit.  
Bild: Heike John

Plus Ein Spaziergang durch den Rieder Ortsteil ist der Auftakt der Vorbereitungsplanung. Was die Baindlkircher dabei alles entdecken.

Die Baindlkircher können sich glücklich schätzen. Es gibt einen Dorfladen am Ort und auch eine Landarztpraxis. Von der Infrastruktur ist der Rieder Ortsteil gut aufgestellt. Eine Ortsmitte sucht man jedoch vergebens. Und wie steht es um Versammlungsorte für die Dorfgemeinschaft? Aus diesem Blickwinkel heraus beschloss die Gemeinde Ried, den Prozess der Dorferneuerung zu starten.

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„Wir haben schon viele Projekte wie etwa die Gestaltung der Dorfmitten in Hörmannsberg, Sirchenried und nicht zuletzt in Ried selbst durchgeführt und wir sind bereit, auch hier in Baindlkirch die Pläne der Dorferneuerung mit Bürgerbeteiligung umzusetzen“, erläuterte Bürgermeister Erwin Gerstlacher. Er und auch seine Mitarbeiterin Sieglinde Kistler vom Bauamt waren mit dabei, als rund 30 Personen zum Dorfrundgang aufbrachen.

Baindlkirch ist ein engagierter Ort

Mit der Bestandsaufnahme und Bewertung der vorhandenen Strukturen in Baindlkirch beginnt die auf gut anderthalb Jahre angesetzte Vorbereitungsplanung. Der Arbeitskreis bildete sich bei der Auftaktveranstaltung im Juli, bei der rund 70 interessierte Bürger teilnahmen.

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Von der Kirche St. Martin aus machten sich die Arbeitsgruppen an ihre Aufgabenstellung.
Bild: Heike John

„Baindlkirch ist ein besonders engagierter Ort. Das ist uns in dieser Form noch nie begegnet“, stellte Vanessa Steidle fest. Die Landschaftsarchitektin und ihre Kollegin Franziska Felgentreu haben sich mit ihrem gemeinsam betriebenen Münchner Büro bereits seit einigen Jahren auch auf Dorferneuerung fokussiert und begleiten den Rieder Ortsteil auf seinem zukunftsträchtigen Schritt.

Drei Gruppen, drei Blickpunkte, drei Handlungsfelder, so lautete die Devise, als sich Baindlkircher Urgesteine und Neubürger auf den Rundgang durchs Dorf machten. Ein Aspekt war die Dorfgemeinschaft und Soziales, ein weiterer die Thematik Infrastruktur und Energie und ein dritter Gesichtspunkt Natur, Umwelt, Freizeit. Mit Ortsplan, Klemmbrett, Abfragelisten und Stiften sowie Polaroidkamera ausgestattet ging es los.

Was macht Baindlkirch so besonders?

Welches sind die prägenden Merkmale, die Baindlkirch als Dorf so besonders machen? Wo sind Orte mit Aufenthaltsqualität, die wichtig für die Dorfgemeinschaft sind? Prägnante Motive, die die Atmosphäre des Ortes widerspiegeln und stimmungsvolle Aufenthaltsorte wurden auf dem knapp zweistündigen Dorfspaziergang mit der Polaroidkamera für die spätere Auswertung festgehalten.


Die Landschaftsarchitektinnen ermutigten die Teilnehmer, über ihre eigenen Vorstellungen hinaus offen zu sein und Neues zuzulassen. Mit von der Partie war Martin Braun vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben. „Wir wollen gemeinsam etwas entwickeln und aus unserem Ort mehr machen“, begründete Claudia Mayer von der Gemeinschaft zur Erhaltung der Lebensqualität Ried ihr Engagement.

Heimat- und Geschichtsbewusstsein soll bei der Dorferneuerung ebenfalls eine Rolle spielen. Hier beim Ortsspaziergang am alten Feuerwehrhaus
Bild: Heike John

Gute Wohnqualität ist den Baindlkirchern wichtig

„Wir wohnen bereits in dritter Generation im Ort und eine gute Wohnqualität ist uns wichtig für die Zukunft unserer Kinder“, erklärte Gottfried Kurz, der sich zusammen mit seinem Sohn Andreas dem Arbeitskreis anschloss.

Historisches kenntlich zu machen, um auch für neuzugezogene Bürger den Charakter des Dorfes zu zeigen, ist für Kariene Eikelmann von der Bürgergemeinschaft ein weiterer Aspekt, den sie bei der Dorferneuerung berücksichtigt wissen möchte. Der Erhalt des alten Feuerwehrhauses spielt dabei eine große Rolle. Egal aus welchem Blickwinkel der Spaziergang durchs Dorf stattfand, am Ende kam man zusammen.

Momentaufnahmen des Dorfspaziergangs. Die Polaroidaufnahmen prägnanter Orte wurden als weitere Arbeitsgrundlage eingeklebt.
Bild: Heike John

Dies zeigte die Nachbesprechung der Ergebnisse bei einer abschließenden Sitzung im Gasthaus Giggenbach. Der Hauptfokus der Dorferneuerung wird auf einem barrierefreien Zugang zu Friedhof und Kirche liegen und einer Nutzung des Areals rund um Pfarrwiese und Pfarrweiher zur Gestaltung einer Dorfmitte.

Zum Maitanz auf die Pfarrwiese

Ob der Maibaum in Höhe der beiden ebenfalls ortsprägenden Gaststätten im Zuge der Maßnahmen irgendwann einmal auf der Pfarrwiese seinen Standort beziehen und dort zum Maitanz einladen wird, steht noch in den Sternen. Auch wie das alte Schulhaus und weitere Versammlungsorte für ein Vereinsleben am Ort fit gemacht werden, kann erst in weiteren Planungsschritten festgelegt werden.

Der Dorfspaziergang war das erste von vier Arbeitskreistreffen im Vorbereitungsprozess zur Dorferneuerung. Das nächste Arbeitstreffen nach dieser Bestandsaufnahme ist für Anfang nächsten Jahres geplant und dient der Bewertung, Analyse und Profilierung.

Jetzt geht es in Kleingruppen weiter

In einem weiteren Treffen werden Leitlinie und Entwicklungsziele festgelegt, danach erfolgt das Erstellen eines Maßnahmenkatalogs und Planungskonzeptes. Inzwischen ist der Arbeitskreis aufgerufen, sich in Kleingruppen weiter mit der Bestandserhebung und -bewertung zu befassen und die Gesichtspunkte Freizeit, Heimat und Versorgung vertiefen.

Termin Als nächster Termin steht als sogenannte „vorgezogene Maßnahme“ das Aufstellen von Sitzbänken an ausgewählten Orten im Dorfbereich auf dem Plan. Am Samstag, 2. November, werden die Fundamente vorbereitet und am Samstag, 9. November, die Bänke montiert. Treffpunkt ist jeweils um 9 Uhr am Hof von Max Widmann.

Lesen Sie dazu auch unseren Bericht Rieds Mitte ist jetzt preisgekrönt

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