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Steindorf

13.06.2017

Mit der Ziach bewegt sie ihre Zuhörer

Marion Ettemeyer praktiziert inzwischen als Heilpraktikerin. 
Bild: Gudrun Kölz

Früher war Marion Ettemeyer aus Hofhegnenberg Zahnärztin. Inzwischen heilt sie die Menschen auf andere Weise.

Für einige Lacher, aber auch nachdenkliche Momente, sorgten die Lieder in boarischer Mundart über „Gstankwolkn, Schwoaßsockn, Pommes und Staubflockn“. Die ehemalige Zahnärztin Marion Ettemeyer gab sie Ende letzten Jahres im „Wigwam“ des Halbblutindianders Ferd Bernheim, genannt Berry oder Brave Eagle, in Hofhegnenberg auf ihrer Ziach zum Besten. Neben ihrem Beruf als Heilpraktikerin ist das Musizieren ihre Leidenschaft. Schon die kleine Marion, 1956 in Nordrhein-Westfalen geboren, hat von Kindesbeinen an musiziert, wie Ettemeyer erzählt. Gerne mit ihren musikalischen Eltern und Geschwistern und als Jugendliche dann als Geigerin im Bayerischen Landesjugendorchester Augsburg.

„Vor drei Jahren haben wir von einem Nachbarn eine kleine Ziach geschenkt bekommen.“, erzählt die Hofhegnenbergerin. Auf dem ziemlich ramponierten Instrument probierte sie zu spielen. „Ich habe immer schon gern Gedichte geschrieben. Und da gerade ein runder Geburtstag meiner Mutter anstand, habe ich ihr ein Geburtstagsgedicht vertont. So begann das mit dem Liederschreiben“, sagt Ettemeyer und fügt hinzu: „Bald darauf lief mir meine große vierreihige Ziach über den Weg, die mich mit ihrem tiefen Klang begeisterte. Und dann habe ich mir alles nach und nach selbst beigebracht. Gedichte zu schreiben und die Melodien zu finden, ist eine meiner erholsamsten Freizeitbeschäftigungen geworden.“

Bis vor zwölf Jahren praktizierte die Zahnärztin in eigener Praxis in München. Sie bildete sich fort, unter anderem in Akupunktur, Hypnose und Craniosacraler Therapie, einer alternativmedizinischen Behandlungsform. Durch die Arbeit mit vielen Patienten mit traumatischem Beschwerdehintergrund und aus Interesse an der Verknüpfung von körperlichen und emotionalen Symptomen ergab sich nach und nach ihre spezielle Art der Behandlung. „Ich unterstütze meine Patienten im Umgang mit ihren seelischen und körperlichen Verletzungen und Narben. Diese Art der Arbeit ist organisatorisch schwierig mit dem Ablauf einer normalen Zahnarztpraxis zu vereinbaren.“ Deshalb hat Ettemeyer den Beruf Zahnärztin an den Nagel gehängt, und sich letztendlich 2005 als Heilpraktikerin in München Pasing und Hofhegnenberg niedergelassen.

Parallelen zu ihrer beruflichen Entwicklung finden sich auch in ihrer Musik: „Ich bin hier, um daran zu erinnern, dass es hinter jeder Wegbiegung eine neue Welt gibt. Dass Töne unser innerstes und gutes Ich berühren und öffnen. Dass die Musik in dir dich nährt und heilt“, sagt sie. Das Lied „Abnd“ zum Beispiel entstand nach dem Tod ihres Hundes Totò. Als Andenken an sein großes Herz – „hingegeben, selbstvergessen, bewegt, strahlend“.

„Meine Texte bewegen und machen den Alltag vergessen“, erklärt die Ziachspielerin. Wie sie selbst sagt, dichtet, verdichtet und singt sie, was ihren Kopf bewegt und was in ihrem Herzen ist. „Worte sortieren sich in mir auf ihre eigene leichtfüßige Weise. Aus ihnen heraus öffnen sich die Melodien von allein.“ Am Sonntag, 16. Juli, tritt sie das nächste Mal um 18 Uhr in der Kleingartenanlage „Zum Brunnengarten“ an der Schleißheimer Straße in München auf.

Kontakt Die Sängerin würde sich sehr über Musikanten und Sänger freuen, die zusammen mit ihr musizieren möchten, Telefon 0151/15739755.

Weitere Infos im Internet unter

www.ziachzuagroast.de

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