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Tag der offenen Tür in Mering

25.09.2016

Mit einer Handdruckspritze fing alles an

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2 Bilder
Das richtige Feuerlöschen konnten die Besucher beim Tag der offenen Tür üben.
Bild: Peter Stöbich

Vor großer Zuschauerkulisse zeigt die Meringer Feuerwehr ihr Können. Vize-Kommandant Andreas Regau erklärt, was ihm an seiner Aufgabe so gut gefällt

Mering Äußerst eindrucksvoll hat die Meringer Feuerwehr am Wochenende ihre Schlagkraft unter Beweis gestellt: Beim Tag der offenen Tür wurde vor einer großen Zuschauerkulisse ein schwerer Verkehrsunfall simuliert, bei dem die verletzten Insassen aus dem Wrack geschnitten werden mussten.

Für die zahlreichen Kinder wurde eigens angesagt, dass den geschminkten Opfern nicht wirklich etwas fehlt, denn wie im Ernstfall rückten die Helfer sehr realistisch mit Blaulicht und Sirene an. Mit vereinten Kräften und dank vieler Übungen klappte alles wie am Schnürchen: Das Autodach wurde aufgeschnitten, die Verunglückten auf dem Platz vor dem Feuerwehrhaus versorgt - ideale Bedingungen bei Sonnenschein am Samstag, aber in der Realität sieht die Situation oft anders aus. Denn ob es stürmt oder schneit und auch nachts heißt es für die freiwilligen Helfer „Wenn die Katastrophe kommt, sind wir bereit“. So steht es in einer Broschüre, die alle Besucher über die vielfältigen Aufgaben informierte.

137 Jahre ist es her, dass Freiherr Edmund von Boutteville der Meringer Wehr eine Handdruckspritze stiftete. Dagegen war die Beschaffung einer Saug- und Druckspritze im Jahr 1885 schon ein deutlicher Fortschritt, denn man musste das Löschwasser jetzt nicht mehr in die Druckspritze einschütten, sondern konnte an einer Wasserstelle ansaugen. Für den Betrieb der Pumpe waren damals acht Mann notwendig, die aufgrund der anstrengenden Tätigkeit im Ernstfall mehrmals ausgewechselt werden mussten. Eine Fotoausstellung dokumentierte beim Tag der offenen Tür die Jahre von 1909 bis 1969.

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Heute kosten die sieben Fahrzeuge der Meringer Wehr samt Anhängern, Alu-Boot und Drehleiter mehrere Millionen. „Technisch und personell sind wir bestens ausgestattet“, freut sich Kommandant Johann Kroner, der nach Jahrzehnten an der Führungsspitze kommendes Jahr seinen Posten zur Verfügung stellen will. Einschließlich der Jugendlichen und der Löschgruppe Baierberg verfügt die Wehr über rund hundert Aktive, darunter 32 Atemschutzträger.

„Dank des starken Zuzugs nach Mering bekommen wir immer wieder mal ausgebildete Verstärkung“, so Kroner. Zweiter Kommandant Andreas Regau arbeitet sogar bei der Berufsfeuerwehr München und sagt: „Menschen in Not helfen zu können, macht große Freude!“ Wie breit das Aufgabenspektrum ist, zeigt ein Blick auf die jüngsten Einsätze: Angebrannte Speisen in Mering, Rettungskorbeinsatz in Kissing, Chlorgasaustritt in Friedberg, Absperren bei Verkehrsunfall, Wasserschaden, Türöffnung bei akuter Gefahr – kurz gesagt, geht es immer ums Bergen, Löschen, Retten und Schützen und das alles nicht selten unter Lebensgefahr in der Freizeit.

Während die Jugendwehr das Löschen einer brennenden Hütte zeigte, konnten sich die zahlreichen Besucher mit dem richtigen Umgang mit einem Feuerlöscher vertraut machen. Für die Kinder war besonders interessant, dass sie sich hinters Steuer der Einsatzfahrzeuge setzen oder einen Blick vom großen Schlauchturm werfen konnten. Die Führungen durchs Gebäude wurden musikalisch von der Hauskapelle begleitet – Mering hat als einzige Feuerwehr im Landkreis auch eine eigene Blaskapelle.

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