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Aichach-Friedberg

06.01.2021

Mit welchen Problemen Vereine im Lockdown kämpfen

Strenge Auflagen gelten für die Volleyballerinnen des TSV Friedberg. Überhaupt haben es die heimischen Sportvereine schwer.
Foto: Sabine Roth

Plus Durch Corona gibt es viel weniger Neumitglieder in Vereinen. Vorsitzende sehen weitere Probleme. Manche Sportarten profitieren aber von der Pandemie.

Mitglieder von Sportvereinen hatten es dieses Jahr nicht leicht. Unzählige Hygienekonzepte mussten ausgearbeitet, genehmigt und eingehalten werden. Nach der zwischenzeitlichen Trainingserlaubnis legt der zweite Lockdown Mitte November erneut das sportliche und soziale Vereinsleben im Wittelsbacher Land lahm.

Beim SV Mering fürchtet man den sportlichen Winterschlaf

Da dieses Jahr öffentlichkeitswirksame Sport-Höhepunkte wie die Fußball-Europameisterschaft ausgefallen sind, gebe es beim SV Mering Probleme beim Nachwuchs, so der Vorsitzende Georg Resch. Bei den größeren Abteilungen Fußball, Handball und Tanzsport sei der Effekt "gravierend". Insgesamt habe es etwa fünf bis zehn Prozent weniger Beitritte gegeben. Coronabedingt ausgetreten seien Mitglieder hingegen nur vereinzelt. Resch freut sich über die Solidarität, appelliert aber an seine Mitglieder, auch weiterhin dem Verein die Treue zu halten. "Ich bemühe mich selbst um jeden Einzelnen, der mit dem Gedanken spielt, wegen der Pandemie aus dem Verein auszutreten."

Dem SV Mering wurden die Hallenkosten für die Dauer des Lockdowns von der Gemeinde und dem Landkreis erlassen. Beiträge für Dach- und Fachverbände seien hingegen gleichgeblieben, so Resch. Problematischer als die finanzielle Lage sieht er die Möglichkeit, dass die Sportler während des Lockdowns in einen pandemiebedingten Winterschlaf verfallen könnten. "Wir bauen deshalb auf unsere Trainer, die in engem Kontakt mit den Spielern stehen und dafür sorgen, dass sie sich fit halten."

Auch dem Kissinger SC gehen Neumitglieder ab

"Normalerweise haben wir pro Jahr 100 bis 120 Eintritte, dieses Jahr waren es rund 60 weniger. Das tut natürlich weh", so Marion Lang, Vorsitzende des Kissinger Sportclubs. Austritte habe es mit Ausnahme der Abteilungen Turnen und Gymnastik fast keine gegeben. Wenn die coronabedingten Einschränkungen längerfristig in Kraft bleiben, sieht Lang größere finanzielle Probleme auf den Verein zukommen. "Die Hallengebühren haben wir bis dato in voller Höhe bezahlen müssen. Ich hoffe aber, dass die Gemeinde uns mit den Kosten in Zukunft entgegenkommt."

Um an Mitglieder und Fans während der schweren Zeiten ein Lebenszeichen zu senden, hat die Fußballabteilung des Vereins sich etwas Besonderes einfallen lassen: Auf der Anlage des Clubs steht ein beleuchteter Weihnachtsbaum nebst einem drei Meter langen Transparent, auf dem Spaziergängern ein frohes Fest und ein guter Rutsch ins neue Jahr gewünscht werden.

Schon im ersten Lockdown gab es beim TSV Friedberg Training per Videoschalte, so wie hier von Kunstturner Markus Schmid. Das machen viele Vereine.
Foto: Sabine Roth

Outdoor-Sportarten haben von Corona profitiert

Reihenweise austretende Mitglieder gab es auch beim Golf nicht. Alexander Burkhart, der die Anlage des Golfclubs Tegernbach managt, spricht gar von einem "Boom" der Sportart während Corona. Dennoch seien dieses Jahr insgesamt weniger Mitglieder beigetreten, so Burkhart.

Der zweite Lockdown trifft die Golfer weniger hart als andere Sportarten. "Im Winter machen wir ohnehin kein Geschäft und können auch keine neuen Mitglieder gewinnen", erklärt Burkhart. Entscheidend sei, ob im Frühjahr Schnupperkurse und der alljährliche Tag der offenen Tür stattfinden können. "Wenn nicht, dann haben wir wirklich ein Problem", so der Manager der Tegernbacher Anlage.

Der TC Friedberg freut sich über mehr Neueintritte als normal.
Foto: Sebastian Richly (Symbolbild)

Mehr Neueintritte bei Friedberger Tennisclub

Dem Tennisclub Friedberg bescherte die Pandemie dieses Jahr zahlreiche Neumitgliedschaften. "Im Vergleich zum Vorjahr gab es heuer etwa 50 Prozent mehr Vereinsbeitritte", so Clubpräsident Stephan Pasdera. Bisher gebe es noch keine Austrittswelle, jedoch sei unklar, wie sich die Lage bis zum Jahresende gestalte. "Viele Mitglieder beschließen oft erst um die Weihnachtsfeiertage, ihren Vertrag zu kündigen", so Pasdera.

Abonnements für die Hallennutzung während der Wintersaison werden Mitgliedern des TC Friedberg zurückerstattet. Pasdera zufolge können die dadurch entstehenden Mehrkosten aber durch die entfallenen Ausgaben für die Organisation von Wettbewerben ausgeglichen werden. "Bisher haben wir noch keinen Euro Staatshilfen in Anspruch genommen, aber auch wir werden jetzt versuchen, die verfügbaren Corona-Programme zu nutzen", so der Clubpräsident.

BC Rinnenthal stellt Weihnachts-Herausforderung

"Wir hatten das Glück, dass wir in den Sommerferien Schnupperkurse anbieten konnten", so Christian Treffler, Vorsitzender des BC Rinnenthal. "Trotzdem haben wir heuer nur die Hälfte der üblichen Neumitgliedschaften." Besonders die Skiabteilung leide unter Nachwuchsproblemen.

Um seinen Sportlern auch unter Corona-Bedingungen etwas bieten zu können, hat sich der Verein eine virtuelle Herausforderung für seine Mitglieder einfallen lassen. Unter dem Motto "Zam fit bleim" sind Mitglieder eingeladen, auf einer fünf oder zehn Kilometer langen Route zu walken, zu joggen, oder sich anderweitig sportlich zu betätigen. Wer anschließend ein Bild von sich an den Verein schickt, erhält ein Mitmachgeschenk aus dem vereinseigenen Fanshop.

Lesen Sie auch den Kommentar zum Artikel: Corona-Krise: Sportvereine brauchen treue Mitglieder

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