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Konzert

31.01.2018

(Mo)zärtlich leicht bis leidenschaftlich

Das Trio Animando (von links) mit Christina Gebhardt (Violine), Gisela Auspurg (Violincello) und Halina Bertram (Klavier).
Bild: Christina Riedmann-Pooch

Das Trio Animando zeigt bei seinem Auftritt in Merching viel Gefühl

Viel Beifall gab es für das Trio Animando im gut besuchten Merchinger Pfarrsaal. Mozärtlich leicht begannen die Musikerinnen den Konzertabend. Christina Gebhardt (Violine), Gisela Auspurg (Violincello und Halina Bertram (Klavier) hatten zum Auftakt das Klaviertrio von Wolfgang Amadeus Mozart gewählt.

Wunderbar verträumt setzte Halina Bertram das Larghetto am Klavier um, das mit dem lyrischen Violinspiel und dem weich einsetzenden Cello so gefällig abgerundet wurde. Noch emotionaler steigerte sich der Hörgenuss im Allegretto, das dem Trio ein spontanes „Sehr gut!“ und Bravo-Rufe aus dem Publikum bescherte. Mit Joseph Haydns Klaviertrio in G-Dur, das seinen Beinamen „Zigeunertrio“ von dem letzten Teil, dem Rondo all’Ongarese, erhielt, wählten die Musikerinnen erneut absolute Wohlfühlklassik und überzeugten erneut durch ihre feinsinnige Harmonie im Zusammenspiel. Gespannt durfte man jedoch am meisten auf das eher düstere aber immer mit fast experimentellen Elementen durchsetzte „Dumky“ von Antonin Dvorak sein: Das Klaviertrio Nr. 4 in e-Moll, op. 90. Voller Fülle und mit überraschenden musikalischen Raffinessen lebten die drei Musikerinnen mit großer Leidenschaft dieses aparte Werk, das in ihren Händen wie ein mitreißender Soundtrack zu einem Thriller auf die Zuhörer wirkte. Dramatische, fast unheilschwangere, klagende Celloklänge durchsetzt von kraftvollen, prickelnden Klavierakkorden, die sich immer wieder mit einer nahezu jubelnden Violinstimme in slawische überschäumende Tanzelemente voller Lebenslust auflösen. So einfallsreich die Sätze komponiert wurden, so dicht und leidenschaftlich interpretierte das Trio den Facettenreichtum und die unerwarteten musikalischen Wendungen des Stückes: Düster klagende, fast wie in einem grauen Nebel gefangene Passagen, die sich zunächst immer tiefer in eine dramatische musikalische Erzählung steigern, wurden durch die lyrischen, temperamentvollen Striche der Saiteninstrumente und das perlende Klavierspiel durchbrochen wie Sonnenstrahlen, die sich urplötzlich aus dem Nebelgrau lösen und schließlich in einem fast monumentalen Klagteppich enden. Das Trio Animando verabschiedete sich mit einem Hauch von Wehmut mit Astor Piazollas Tango „Oblivion“.

Das nächste Konzert der Reihe „Klassik im Pfarrsaal“ findet am 22. April mit dem Pianisten Valerij Petasch statt.

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