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Mering

26.06.2017

Moskauer Ensemble überzeugt mit Stimmgewalt

Das Ensemble aus Moskau hatte ein breites Repertoire vom Barock bis zur Gegenwart mitgebracht, mit dem es ein vielseitiges und abwechslungsreiches Konzertprogramm in Mering gestaltete.
Bild: Manuela Rieger

Gäste aus Russland bekommen viel Applaus in der Meringer Pfarrkirche St. Michael. Was sie dem Publikum bieten.

Sie bewiesen ein breites Repertoire: Von sanftem Rauschen bis zum Sturmbrausen reichte die Bandbreite, die Maria Ariya (Sopran), Natalia Dubrovskaya (Mezzosopran) und Nikolay Borchev (Bariton) aus Moskau in die Pfarrkirche St. Michael mitbrachten. Bereichert wurde der Abend in Mering durch Anna Shkurovskaya (Harfe) und Olesya Kravchenko (Orgel).

Das Moskauer Ensemble brachte Werke von Monteverdi, Vivaldi, Luzzi, Saint-Saëns, Franck, Viardot, Glasunov, Rimsky-Korsakov, Gurilov, Strodanov und vieles mehr zu Gehör. Die fünf Musiker bauten das Konzert aus geistlicher und weltlicher Musik von Barock bis hin zur Moderne auf.

Zu Beginn ein tief frommes Laudamus Te aus Antonio Vivaldis Gloria. Stimmgewaltig der vibratofreie Sopran in Einheit mit der Mezzosopranistin und dem Bariton. Ob im Solo, im Duett oder Terzett, dem Publikum gefiel es. Störend war der dauernde Applaus, obwohl Pfarrer Thomas Schwartz in seiner Begrüßung darum gebeten hatte, erst zum Schluss zu applaudieren.

Aus der geistigen Stimmung hervor stieg dann der klare Sopran mit dem Bariton in „Ombra mai fu“ aus der Barockoper „Xerxes“ von Georg Friedrich Händel. Im Instrumentalstück von Bach brausten erstmals die Bässe auf und erfüllen die Kirche mit vibrierendem Orgelklang.

Nach Monteverdis Pur ti mio und einem Ave Maria von Luigi Luzzi der erste Höhepunkt: Schwebender Klang von der Orgelempore und im Altarraum die Harfenistin mit einem Stück von Filippo Gragnani. Gesang und Instrumente wechselten vom Altarraum zur Orgelempore und zurück. Valerij Kikta aus der Ukraine komponierte Kirchenmusik und davon waren zwei Lieder zu hören. Die Sänger manchmal Solo, im Duett oder Terzett wussten ebenso zu überzeugen wie die Instrumentalisten. Eine Pastorale von Camille Saint-Saëns oder ein Gesang des Fischers von Gabriele Fauré, ein Chloris von Reynaldo Hahn oder zum Schluss noch einmal ein Ave Maria von Iraida Yusupova. Dieses Konzert war außergewöhnlich für Mering und hätte viel mehr Besucher verdient.

In dem Harfensolo aus dem Ballett Raimondo von Alexander Glasunov spürte der Zuhörer den ruhigen, stetigen Atem der Komposition und bei der Träumerei von Pauline Viardot durfte er sich zurücklehnen und von der Welt träumen. In der Fuge mit Variationen von César Franck noch einmal geballte Harfenklänge im Zusammenspiel mit der Orgel. Im nächsten Atemzug erreichte der geistige Wind mit Fedor Stroganovs abschließender Toccata eindeutig Orkanstärke und ging in den tosenden Applaus der Zuhörergemeinde über. Damit legte sich der Sturm und die Konzertgäste wurden vom Nachklang der Orgel in den Abend getragen.

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