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Friedberg

11.05.2018

Mozart von einer anderen Seite

Das Stephanus-Quartett in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh in Friedberg: (v. l.) Herbert Hübner, Stefan Kellermann, Abt Emmeram Kränkl, Tobias Lutz.
Bild: Brigitte Glas

Auch die Kirchenwerke des berühmten Komponisten begeistern die Zuhörer. Das beweisen namhafte Musiker in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh in Friedberg.

Mozart lässt sich nicht an Werken wie die Kleine Nachtmusik oder die Zauberflöte festmachen. Seine Kirchenmusik löst auch immer wieder Begeisterung bei den Zuhörern aus. Den Beweis haben das Stephanus-Quartett Augsburg, die Mezzosopranistin Vanessa Fasoli, der Klarinettist Thomas Deisenhofer und Roland Plomer an Orgel und Klavier mit ihrem Konzert „Mozart – Instrumental und vokal“ in Friedberg erbracht.

Gut 120 Zuhörer waren trotz besten Wetters am frühen Sonntagabend in die Wallfahrtskirche Herrgottsruh gekommen, um den ernsten, aber doch sehr bekannten Klängen zu lauschen. Kirchenmusiker Plomer hatte aus dem riesigen Schaffen Mozarts eine sensible Auswahl getroffen. Er spannte den Bogen von Soli für Gesang oder Orgel bis hin zu Bearbeitungen für Streichquartett. So waren unter anderem das Große Laudate Dominum, das Laudamus te aus der c-Moll-Messe oder das Adagio aus dem Klarinettenkonzert zu hören. Das Publikum dankte jeweils mit lang anhaltendem Applaus.

Das Hauptwerk des sonntäglichen Kirchenkonzerts war das Requiem KV 656. Um dieses Werk rankt sich ein ganzes Geflecht von Mythen, in die Abt Emmeram zu Beginn einführte. Graf Walsegg von Stupach gab bei Mozart ein Requiem für seine verstorbene Frau in Auftrag. Da er anonym bleiben wollte, schickte er seinen Auftrag per Boten. Da Mozart über dieser Komposition starb, blieb das Werk unvollendet. Andere Musiker versuchten sich daran, es zu vollenden.

Das Stephanus-Quartett mit Abt Emmeram Kränkl an der Viola, Herbert Hübner und Stefan Kellermann an den Violinen und Tobias Lutz am Cello präsentierten die Teile, die Mozart noch selbst komponiert hatte in einer Bearbeitung für Streichquartett. Hinter dem Stephanus-Quartett Augsburg verbergen sich Berufsmusiker und Musikfreunde des Gymnasiums St. Stephan. Insgesamt waren bei dem Konzert drei Friedberger beteiligt: Leiter Plomer, Kirchenmusiker an Herrgottsruh, der Klarinettist Deisenhofer und Lutz am Cello beim Streichquartett. Letzterer ist in Friedberg als vielseitiger Bürger bekannt. Im Hauptberuf Zahnarzt, engagiert er sich auch als Aufbauhelfer in Kenia mit der von ihm geleiteten Gruppe Ubuntu und ist Cellist in zahlreichen Ensembles. Deisenhofer wirkt als Instrumentallehrer an der Sing- und Musikschule in Augsburg, als Dozent an der Universität und ist als Aushilfe häufig im Rundfunk- orchester München zu hören. Die Künstler bewiesen in der Wallfahrtskirche, dass auch ernste Musik begeistern kann, besonders, wenn sie in solcher Perfektion dargeboten wird. Plomer hat mit seinen Musikern einmal mehr ganze Arbeit geleistet.

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