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Konzert

11.11.2019

Musik bei Kerzenschein in Mering

Das Ensemble Musica Obligata wusste das Publikum beim Konzert bei Kerzenschein in der Meringer St.-Johannes-Kirche zu überzeugen mit Musik für tiefe Stimmen und Instrumente.
Bild: Manuela Rieger

Der Kulturherbst startet stimmungsvoll mit dem Ensemble Musica Obligata

Wenn die Augen nicht so viel sehen, kommen andere Sinne umso mehr zu ihrem Recht. So auch beim Konzert bei Kerzenschein in der St.-Johannes-Kirche. Im durch unzählige Kerzen stimmungsvoll illuminierten Gotteshaus lohnte das Spitzen der Ohren am Samstagabend. Denn die Musiker der evangelischen Kirchengemeinde Mering hatten sich unter der Gesamtleitung Christoph Teichners ein Programm mit Werken der wahrhaft Großen aus dem Barock, aber selten gehörten Komponisten, zusammengestellt.

Antonio Lotti, in Hannover geboren, stieg vom Sänger zum Organisten an San Marco auf und weilte auf Einladung des Kurfürsten in Dresden. Lotti zählt zu den beherrschenden Erscheinungen im Musikleben seiner Zeit. Von diesem Komponisten spielte eine Sonata in vier Sätzen. Christoph Teichner führte durch das Programm Tutti Bassi und wusste Einiges zu erzählen.

Anschließend belebte ein Salve Regina des aus der Schweiz stammenden und vor allem in Augsburg aktiven Johann Melchior Gletle das Programm, dessen Vokalkonzert in seiner harmonisch-souveränen Verbindung von Wort und Musik den Kompositionen bekannterer Zeitgenossen – genannt sei auch der bestens bekannte Johann Rosenmüller – kaum nachsteht. Gesungen von Christian Teichmann (Tenor), der Altistin Elisabeth Lottner und Florian Schmid (Bass).

Eine Hoheliedvertonung von Giovanni Felice Sances folgte, und anschließend spielte das Ensemble eine Sonata von Joseph Bodin de Boismortier. Tenor Teichner sang eine Lamentatio von Joseph Hector Fiocco, auch hier überwog eine pietätvolle, gemessene Gestimmtheit. Versöhnt mit den meist strengen Werken wurde das Publikum mit einem Zuversicht ausstrahlenden Lied von Johann Rosenmüller: Meine Seele harret nur auf Gott. Das fünfköpfige Ensemble Musica Obligata spielt dabei auf Augenhöhe. Die Instrumentalisten spielen agil, entfalten eine fein gesponnene Linearität, die in der Summe eine wunderbare Ensemblevirtuosität aufscheinen lässt. Dabei werden die verschiedenen Farben von Elisabeth Mergner mit ihrem Fagott, den beiden Cellisten Katrin Meingast und Mathias Schick sowie Christian Nees am Kontrabass und dem Organisten Guido Erdmann sehr dezidiert zur Entfaltung gebracht. Die Sänger ergänzen das Quintett auf vorzügliche Weise und erhielten für ihre Darbietung langen Applaus.

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