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Mering

18.04.2019

Musikalischer Hochgenuss zu Ostern in Mering

Der Kirchenchor St. Michael unter der Leitung von Christian Schwarz (Bildmitte) ist zusammen mit vom Förderverein finanzierten Solisten an den Osterfeiertagen im Einsatz.
Bild: Ralf Romer

In der Karfreitagsliturgie führt der Kirchenchor St. Michael eine gesungene Passion auf. Wie der Förderverein die Gestaltung der Messen unterstützt.

In der Karfreitagsliturgie führt der Kirchenchor St. Michael Mering zusammen mit einigen Solisten am kommenden Freitag, 19. April, unter der Leitung von Christian Schwarz wieder eine gesungene Passion auf. Zu hören ist sie um 15 Uhr in der Pfarrkirche St. Michael.

Diesmal hat der Meringer Kirchenmusiker die „Lukas-Passion“ von Heinrich Schütz (1585 bis 1672) ausgewählt. Sie ist die erste seiner insgesamt drei Passionsvertonungen und er komponierte sie um das Jahr 1664. „Mehrere Gründe haben mich bewogen, dieses Werk auszusuchen“, erklärt Christian Schwarz. „Zum einen sind sowohl die Johannes- als auch die Matthäuspassion häufig aufgeführte Werke, deshalb ist es längst an der Zeit auch einmal die weniger bekannte zu Ohren zu bringen.“ Zum anderen sei es der Reiz der Tonart. „Meisterhaft und geschickt komponierte Dissonanzen helfen dem Hörer das Passionsgeschehen bildlich vor Augen zu sehen“, so führt er aus.

Verein wurde in Mering vor über 25 Jahren gegründet

Am Ostersonntag wird beim Hochamt um 10.30 Uhr in St. Michael die „Missa brevis in B-Dur“ von Georg Valentin Röder (1776 – 1848) zu hören sein. Es ist eine Messe für Chor, Orchester und Solisten von einem weniger bekannten Komponisten. Ab 1830 war Röder Musikdirektor in Augsburg, wo er auch in Zusammenarbeit mit dem Dichter Christoph von Schmid stand, der bis heute durch seine Dichtungen „Ihr Kinderlein, kommet“, „Beim letzten Abendmahle“ und „Am Pfingstfest um die dritte Stunde“ bekannt geblieben ist. Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert waren Röders Werke im süddeutschen und österreichischen Raum beliebt und weit verbreitet.

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Damit die Pfarrgemeinde sich immer wieder derartige musikalische Hochgenüsse leisten kann, wurde vor über 25 Jahren der Förderverein Meringer Kirchenmusik gegründet. Denn während beispielsweise die Kosten für die am Karfreitag vom Chor und Solisten gesungene Passion von der Pfarrei übernommen werden können, wird die Orchestermesse am Ostersonntag vom Förderverein finanziert. Denn die von den Diözesen zur Verfügung gestellten Mittel für Kirchenmusik reichen in den meisten Pfarreien nicht aus, um übers Jahr verteilt Gottesdienste musikalisch zu gestalten. „Aus diesem Grunde hat sich unser Verein vor vier Jahren nun konkret entschieden, die Kosten für die musikalische Gestaltung der Hochämter an Ostern, Weihnachten und dem Patrozinium zu übernehmen“, erklärt Elke Müller. Sie ist die zweite Vorsitzende und wurde bei der Jahreshauptversammlung im März genauso wie der Vorsitzende Rolf Geißler sowie Schatzmeister Josef Halla und Schriftführer Gernot Müller in ihrem Amt bestätigt. Anlässlich der Neuwahlen wurde eine stolze Summe an bisheriger Unterstützung hochgerechnet. „Der Verein zählt zwar derzeit nur 57 Mitglieder. Umso mehr sind wir stolz, in den letzten vier Jahren gut 60000 Euro in die Kirchenmusik investiert zu haben“, hieß es.

Meringer Förderverein veranstaltete bereits rund 30 Konzerte

Neben der Förderung und Finanzierung der Festgottesdienste veranstaltete der Förderverein in den vergangenen vier Jahren rund 30 Konzerte. „Egal um welche Art von Gestaltung es sich handelt, fallen in den meisten Fällen Kosten für Gesangssolisten und Instrumentalisten an, die sich je nach Werkgröße im vierstelligen Bereich bewegen“, erklärt Elke Müller. All diese Projekte seien jedoch nur durch die finanzielle Unterstützung regionaler Sponsoren möglich, so ist dem Förderverein bewusst.

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