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Veranstaltung

13.09.2020

Musiksommer stillt Friedbergs Hunger auf Kultur

80 Jazz-Begeisterte erfreuen sich an den kleinen Konzerten des Friedberger Musiksommers, die nun doch stattfinden konnten.
Bild: Anna Faber

Plus Bei vier familiären Konzerten kommen jeweils gut 80 Zuhörer voll auf ihre Kosten. Auch wenn diesmal einiges anders war.

Eine ganz spezielle Atmosphäre herrschte bei den vier Konzerten des 18. Friedberger Musiksommers, die wegen Corona im kleinen Rahmen im Friedberger Pfarrzentrum stattfanden. Zunächst konnten am Freitag um 19 und um 21 Uhr jeweils 80 Jazz-Begeisterte in nahezu familiärer Atmosphäre ihren kulturellen Hunger stillen. Samstag und Sonntag folgte noch die Kammermusik.

Ein Jazz-Konzert dauerte nur eine Stunde. Anstatt einer Big Band spielte ein Quintett. Der Begeisterung der Besucher tat das aber keinen Abbruch. „Endlich wieder Kultur. Die Musiker haben wirklich toll gespielt“, sagte ein Ehepaar.

Konzerte mit Abstand und ohne Pause

Die Gäste saßen alleine oder zu zweit mit 1,5 Metern Abstand zueinander und die Konzerte wurden ohne Pause gespielt. Bedenken wegen einer möglichen Ansteckung habe sie angesichts der umfassenden Hygienemaßnahmen nicht, erklärte eine Besucherin.. „Die Veranstaltung ist so gut organisiert. Man kann sich wirklich vollkommen auf die Musik konzentrieren“ , meinte sie. Das engagierte Team des Pfarrzentrums Divano schaffte es sogar, die Besucher – corona-konform – mit kleinen Häppchen zu versorgen.

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Dabei war der Friedberger Musiksommer aufgrund der Corona-Pandemie bereits abgesagt gewesen. Aber im August konnte doch noch einer Veranstaltung im kleineren Rahmen zugesagt werden. „Das freut uns sehr. Wir gehen seit Jahren regelmäßig zum Musiksommer“, erzählt ein Ehepaar.

Gerd Horseling, Organisator von den „Bürgern für Friedberg“, war ebenfalls erfreut, Jazz-Begeisterte begrüßen zu können. Es sei für Gäste und Musiker gleichermaßen ein großes Glück. 2021 soll die Veranstaltung jedoch möglichst wieder in gewohnter Größe sowie ohne Abstand und Masken stattfinden. „Ich hoffe, so müssen wir das Konzert nur in diesem Jahr organisieren.“

"Ein Jahr ohne Friedberger Musiksommer gibt es einfach nicht"

Für Klarinettist Karl-Heinz Steffens haben die Konzerte in Friedberg eine große Bedeutung. „Ich hätte mich zur Not auf die Straße gestellt und dort für die Leute gespielt“, sagt er lachend. „Ein Jahr ohne Friedberger Musiksommer gibt es einfach nicht.“ Er hoffe, dass sich die Ausnahmesituation bis zum nächsten Jahr wieder lege und er die Besucher „wieder enger zusammengerückt sieht“. Er habe den Eindruck, der Abstand sorge für eine etwas steifere Atmosphäre. Steffens war eigens für den Musiksommer noch am Freitag aus Stockholm angereist. Diese Woche geht es zurück nach Prag, obwohl die Stadt am Mittwoch als Risikogebiet eingestuft wurde. Steffens hat aber keine Wahl: Er ist Musikdirektor der Prager Staatsoper. „Vielleicht muss ich mich dann wieder testen lassen“, sagt der Klarinettist. Das habe er schon unzählige Male getan.

Neben Karl-Heinz Steffens bestand das Jazz-Quintett aus Lukas Jochner (Posaune), Tal Balshai (Piano), Rick Hollander (Percussion) und Kai Masaki (Kontrabass). Die Musiker haben harte Zeiten hinter sich. „Ich habe erst vor vier Wochen das erste Konzert seit der Corona-Pause gespielt“, erzählt Jazz-Pianist Tal Balshai. Posaunist Lukas Jochner sagt, er merke, dass nicht nur sie, sondern auch die Konzertgäste einen „Hunger auf Kultur“ haben. Wahrscheinlich deshalb wirkte der Jazz-Abend wie eine Befreiung, sowohl für Musiker als auch für Besucher.

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