Newsticker

Spanien verhängt erneut Notstand und Ausgangssperre
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Nach 30 Jahren  müssen die Rieder nun  mehr für ihre Hunde bezahlen

Hundesteuer in Ried

26.03.2015

Nach 30 Jahren  müssen die Rieder nun  mehr für ihre Hunde bezahlen

In Mering gibt es die Hundetoiletten, Ried hat sich nun dagegen entschieden.
Bild: Heike John

Die Steuer steigt fast auf das Doppelte an. Warum sich die Räte aber gegen eine Hundetoilette entscheiden?

Nach 30 Jahren müssen die Rieder künftig nun mehr Hundesteuer an die Gemeinde abführen. Auch im Rieder Gemeinderat war das Thema Hundesteuer und Hundetoilettten ein Thema, wie schon Tage zuvor bei den Merchinger Räten (wir berichteten). Die Erhöhung der seit 1980 nicht mehr veränderten Hundesteuer von bislang 25,56 (von 50 DM umgerechnet) auf 45 Euro stand außer Frage. Keine Einstimmigkeit herrschte jedoch in Bezug auf die Anschaffung von Hundetoiletten. Anders als in der Nachbargemeinde wird es in Ried auch künftig keine Automaten mit Tüten zur Entsorgung der Hinterlassenschaften geben. Der Gemeinderat sprach sich mit 6:6 Stimmen (drei Räte fehlten) dagegen aus.

Schon die knappe Entscheidung zeigt, dass sehr kontrovers diskutiert wurde. „Mir liegt ganz aktuell die Beschwerde einer Bürgerin vor, aber auch bei den Bürgerversammlungen gab es immer wieder Klagen über die zunehmende Verschmutzung öffentlicher Plätze, Grünflächen und Geh- oder Radwege durch Hundekot“, informierte Bürgermeister Erwin Gerstlacher.

Er schlug vor, im Rahmen eines Versuchs zunächst an markanten Stellen Hundetoiletten aufzustellen. So könne man festzustellen, ob die Einrichtungen entsprechend angenommen werden. Die Versuchsphase vor einen flächendeckenden Einführung erklärte er mit den hohen Kosten. Denn mit den Investitionskosten von 500 Euro für die Anschaffung einer einzigen Hundetoilette zuzüglich 200 Euro für die Aufstellung sei es ja noch nicht getan. Die laufenden Kosten bei wöchentlicher Leerung belaufen sich auf zusätzlich auf 25 Euro für die Tüten sowie etwa 600 Euro für den Leerungsaufwand mit Personal und Fahrzeug pro Einrichtung, so wurde in der Verwaltung kalkuliert. Bei zehn Hundetoiletten wäre man somit bei einem Betrag von 13250 Euro im laufenden Jahr. „Das ist schon ein enormer Kostenaufwand, aber wenn ich sehe, wie beispielsweise der Weg vom Kinderhaus nach Ried rein aussieht, dann ist das die einzige Lösung“, fand Gerstlacher.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Einverstanden mit dem Vorschlag zeigte sich Paul Graf (Freie Wähler). „Wir können einen Versuch wagen und haben dann auch eine bessere Handhabe, um bei Zuwiderhandlung mit einer Geldbuße drohen zu können.“ Diese Auffassung teilten aber nicht alle Räte. „Das bringt nix, dann hat so ein Hundehalter die Tüte in der Hand und geht doch nicht die hundert Meter zurück, wo der Abfallbehälter steht“, zeigte sich Robert Steinhardt (CSU) überzeugt. Sein Fraktionskollege Johann Erhard fand, das viele Geld würde man besser für schöne Spielplätze in Ried anlegen. Ingo Lanius (Lebensqualität Ried) sah vor allem auch das Problem, dass gerade in Baindlkirch viele Hundehalter einfach nur die Türe aufmachen und ihren Hund alleine laufen lassen. „Wer sammelt dann das Geschäft auf, da nützen die Tüten nichts.“ Schließlich endete die Abstimmung mit 6:6 Stimmen und die Hundetoiletten werden nicht angeschafft, wohl aber will man dem Vorschlag von Johann Erhard folgen, die Hundebesitzer noch einmal anzuschreiben und eindringlich darauf hinzuweisen, dass die Hinterlassenschafte ihrer Vierbeineraufgesammelt und mitgenommen werden müssen.

Dies könne man im Zuge des Anschreibens machen, das alle Hundehalter in Ried über die längst fällige Erhöhung der Hundesteuer informiert. Derzeit sind 248 Hunde in Ried gemeldet. Hiervon werden 219 Hunde ohne Ermäßigung abgerechnet. Der Antrag von Ingo Lanius zur Streichung des Passus in der Hundesteuersatzung zur Steuerermäßigung wurde von allen übrigen Räten abgelehnt. Nach wie vor soll nicht nur für Hunde von Forstbediensteten und Berufsjägern, sondern auch für die in Einöden und Weilern als Wachhunde gehaltenen Tiere eine Steuerermäßigung von 50 Prozent gelten.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren