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Abschluss in Mering

20.01.2016

Nach der Kirchensanierung ist viel Raum für Kultur

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Ein barrierefreier Zugang, der auch gleich dem Pfarrer nützt: Thomas Schwartz ist wirklich begeistert vom Anblick, den die Nordseite der Pfarrkirche jetzt bietet.
Bild: Anto Schlickenrieder

Merings Pfarrer Thomas Schwartz zieht eine Bilanz der Baumaßnahme und sieht schon wieder Mittel frei für die Sanierung der Kapelle St. Franzisk

Die Augsburger Domsingknaben wollen unbedingt wiederkommen, so gut ist die Akustik. Der Förderverein der Meringer Kirchenmusik plant in St. Michael eine Orgelwoche mit internationaler Beteiligung, ein Madrigalchor und eine Brass-Band aus München wollen Konzerte geben. Die Meringer Pfarrkirche mit ihrer barocken Raumschale und der nötigen Größe ist sehr interessant geworden für kulturelle Highlights. Jetzt ist alles fertig, auch die Außenanlagen geben ein sehr ansprechendes Bild ab. „Und der behindertengerechte Zugang ist auch für mich gleich sehr nützlich“, scherzt Pfarrer Thomas Schwartz. Seine Hallux-Operation ließ ihn die letzten Wochen nur an Krücken marschieren. Der barrierefreie Zugang komme übrigens bei den Senioren sehr gut an. Billig war er nicht, musste doch das benachbarte gemeindliche Haus eigens statisch und wassertechnisch abgesichert werden. Schwartz: „Allein das eigens angefertigte Geländer hat uns 24700 Euro gekostet.“

Nicht nur der Innenraum des heuer genau 275 Jahre alten Gotteshauses ist für Veranstaltungen sehr interessant. Der Pfarrer ist ganz begeistert von dem Hof auf der Nordseite, auf zwei Seiten abgegrenzt vom frisch renovierten Mesnerhaus. Hier wurde Platz geschaffen, indem man zwei kleinere Treppen zu einer zusammenzog, eine Abmauerung zum restlichen Garten ermöglicht den Höhenversatz, auf das Brünnlein wurde verzichtet. So entstand eine Art Kirchhof mit eigenem ästhetischen Reiz und einem für Konzerte geeigneten Akustikbogen. „Da gehen auch 400 Leute rein – wie in den Lippgarten“, verweist Schwartz auf die Alternative. Für Konzerte mit kleineren Ensembles sei das ideal. Ein Gewinn ist auch der erweiterte Kirchenvorplatz auf der Südseite, auf dem jetzt rund 200 Menschen sich treffen können, um nach dem kirchlichen Amt oder dem Konzert noch etwas die Geselligkeit zu pflegen.

Die nötige Technik, um Events auszuleuchten und die Besucher zu versorgen, ist rund um St. Michael vorgesehen. Ein einziger Wermutstropfen ist im Kelch: Bei der Südtreppe sintert immer noch mit dem Sickerwasser etwas Kalk aus, da werden weitere Maßnahmen nötig. „Wir haben uns jetzt entschlossen, die Steine lieber alle zwei Jahre mit dem Sandstrahler zu reinigen, als hier noch enorm viel Geld in die Hand zu nehmen“, weiß Schwartz und lenkt den Blick lieber auf die größeren Zusammenhänge: „St. Michael wird jetzt auch in seiner kulturellen Dimension noch viel stärker genutzt werden können als bisher. Das kommt dann auch den Ansprüchen aller Meringer Bürger entgegen.“

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Alles in allem flossen rund eine halbe Million Euro an freiwillig gegebenen Geldern zur katholischen Kirchengemeinde. „Das ist schon enorm. Vergelt’s Gott an alle Spender“, so Schwartz. Durch deren Engagement sei es möglich, dass schon in naher Zukunft weitere und dringend notwendige Investitionen angegangen werden können. „Die Diözese würde im Falle, wir hätten kein Geld mehr, uns die Zustimmung verweigern. Das ist aber nicht der Fall.“ Das nächste größere Projekt ist jetzt St. Franzisk, das alle paar Jahre auseinanderzubrechen droht. Hier soll jetzt grundlegend neu fundamentiert werden (weiterer Bericht folgt).

Eine kontemplative Stille bei der Pfarrkirche können Besucher nutzen in der Anbetungskapelle im Erdgeschoss des Mesnerhauses, einem der ältesten Räume Merings überhaupt. Seit hier renoviert und eine Heizung mit eingebaut wurde, finden Besucher täglich von 8 bis 18 Uhr Zugang – und das wird genutzt. Selbst im Garten lustzuwandeln und die Seele unter den das Sakralschiff nicht mehr gefährdenden Bäumen baumeln zu lassen, ist jetzt viel attraktiver geworden. „Da werde sogar ich mir die eine oder andere Inspiration holen“, ist Schwartz sicher. „Gottesdienstbesucher haben jetzt auch endlich die Möglichkeit, eine Toilette aufzusuchen. Ich habe das schon während der Weihnachtszeit bemerkt: Eine Mutter verließ mit ihren Kind St. Michael, beide kamen nach wenigen Minuten zurück. Das ist doch sehr praktisch“, freut sich der Pfarrer. Das stille Örtchen wurde in einen Nebenraum des Kirchenbogens eingebaut.

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