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30.12.2014

Nach einer Odysee kommen sie endlich an

Asylbewerber aus Senegal sind in Friedberg eingetroffen. Nach teilweise mehrjähriger Odysee finden sie im ehemaligen Autefe-Gebäude an der Röntgenstraße ein Quartier für die nächste Zeit.

Junge Männer aus Senegal sind in früherem Firmengebäude untergebracht

Für die jungen Senegalesen geht vorerst eine zum Teil mehrjährige Flucht durch die halbe Welt zu Ende. Jetzt trafen sie in Friedberg ein. Die 13 Männer sind in dem ehemaligen Firmengebäude von Autefa am Fuß des Steirer Bergs untergebracht. Fünf weitere kommen noch. Wann diese Männer eintreffen, weiß noch niemand so genau.

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Gerne hätten Simone Losinger, Fachgebietsleiterin beim Landratsamt Aichach-Friedberg, und Landrat Klaus Metzger die Asylbewerber selbst mit dem Bus in München abgeholt, um den Männern eine weitere lange Fahrt zu ersparen. Doch das ist von der Verteilungsstelle so nicht vorgesehen und wird deshalb nicht erlaubt. Mit etwas Verspätung und einem Abstecher über Jettingen-Scheppach traf die Gruppe, die bereits am Vormittag in Aichach im Landratsamt war, dann am späten Nachmittag doch noch ein.

Von seiner Odyssee nach Deutschland erzählt Pope Mamadou Niang. Er floh bereits 2012 aus dem Senegal. Seine Reise führte ihn über Mali, Algerien und Marokko schließlich Anfang Dezember diesen Jahres nach Spanien. „In Spanien sind wir in einen Bus gestiegen und nach Dortmund gefahren. Dort wurden wir noch einmal quer durch Deutschland geschickt, bevor wir dann vor ein paar Tagen in München angekommen sind“, erzählt der 24-Jährige. Er teilt sich mit zwei weiteren jungen Männern aus dem Senegal nun eines der neu eingerichteten Dreibettzimmer in Friedberg.

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Um sich möglichst bald in Friedberg zurechtzufinden, geht die Gruppe gleich nach ihrer Ankunft mit Kathrin Stachon vom Caritasverband einkaufen. Versorgen werden sich die Männerdabei aber selbst. Für das Vereinbaren von Arzt- und Behördenterminen stehen Caritas und Landratsamt zur Verfügung.

Hinsichtlich einer Beschäftigung ist Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann zuversichtlich. Er kündigt an, dass auch für diese jungen Männer wieder Arbeit beim städtischen Bauhof möglich ist. „Bisher sind insgesamt acht Asylbewerber in zwei Schichten bei uns beschäftigt, es sieht aber gut aus, dass wir dieses Programm ausdehnen können“, sagt Roland Eichmann.

Warmer Tee und eine Brotzeit

Dass die Betreuung der Flüchtlinge nur mit hauptamtlichen Kräften nicht zu stemmen ist, ist keine Neuigkeit. Ehrenamtliche Helfer der Pfarrei St. Jakob warteten deshalb gleich mehrere Stunden, um die Neuankömmlinge mit warmem Tee und einer Brotzeit willkommen zu heißen.

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